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Mus.ep. H. Huber 86 (Busoni-Nachl. B II)
Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2312
Vitznau Ende Juli 1919

Mein lieber Freund!

Wen̅ Einer aus unserer Zunft die Ehrung
einer Universität schon längst verdient hat,
so sind Sie es & zwar in vielfacher Beziehung!
Nebst allen anderen großen Vorzügen denke
ich namentlich an Ihre wißenschaftliche & dichterische
Bethäftigung in Ihrem Leben! Ich gestehe Ihnen
offen, daß ich meinen Doktorhut im̅er mit
einer scharfen Selbstkritik trug, wen̅ ich mit
Ihnen zusam̅en war, oder wen̅ ich Ihnen schrieb!
Nun: arma aequalia sunt! Von Herzen
gratulire ich zu dieser vernünftigen That

Vitznau Ende Juli 1919

Mein lieber Freund!

Wenn Einer aus unserer Zunft die Ehrung einer Universität schon längst verdient hat, so sind Sie es und zwar in vielfacher Beziehung! Nebst allen anderen großen Vorzügen denke ich namentlich an Ihre wissenschaftliche und dichterische Bethäftigung in Ihrem Leben! Ich gestehe Ihnen offen, dass ich meinen Doktorhut immer mit einer scharfen Selbstkritik trug, wenn ich mit Ihnen zusammen war, oder wenn ich Ihnen schrieb! Nun: arma aequalia sunt! Von Herzen gratuliere ich zu dieser vernünftigen Tat der Zürcher-Universität! Damit ist auch der Gedanke an einen heimatlichen Boden nähergerückt! Möge derselbe bei Ihnen wachsen und sich ausweiten.

Mir geht es, wie es den Diabetikern gehen kann: an einem Tage in hohen Sphären, am nächsten tief unten und am dritten bereit, mit Ihnen nach Rom zu spazieren. Im Grunde ist es für mich ja gleichgültig, wo ich den Winter zubringe. Übrigens im nächsten sind die äußeren Verhältnisse noch nicht so verlockend, um die italiänische Grenze zu überschreiten; aber ich habe mich wenigstens wieder für die kommenden Wintermonate im Tessin resp. Locarno eingewirthet! –

Mit den herzlichsten Grüßen und den freundschaftlichsten Glückwünschen

verbleibe Ihr stets treuer

Hans Huber

                                                                
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2Diplomatische Umschrift
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der Zürcher-Universität! Damit ist auch der
Gedanke an einen heimatlichen Boden nähergerückt!
Möge derselbe bei Ihnen wachsen & sich ausweiten.

Mir geht es, wie es den Diabetikern gehen
kan̅: an einem Tage in hohen Sphären, am nächsten
tief unten & am dritten bereit, mit Ihnen nach
Rom zu spazieren. Im Grunde ist es für mich ja
gleichgültig, wo ich den Winter zubringe. Uebrigens
im nächsten sind die äußeren Verhältnisse noch nicht
so verlockend, um die italiänische Grenze zu über=
schreiten; aber ich habe mich wenigstens wieder
für die kom̅enden Wintermonate im Teßin resp. Locarno
eingewirthet! –

Mit den herzlichsten Grüßen & den
freundschaftlichsten Glückwünschen

verbleibe Ihr stets treuer

Hans Huber

Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin
                                                                
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Herrn Dr. Ferruccio Busoni
Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin
Vitznau 31.VII.18.IV–
Scheuchzerstr. 36
Zürich.
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Nachlaß Busoni B II
Mus.ep. H. Huber 86
Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2312-Beil.
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