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Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2310
Mus.ep. H. Huber.84 (Busoni-Nachl. B II)
[1]
Osterson̅tag

Mein lieber Freund!

? 19. Apr. 19. 26

Gestern hatten wir die Ehre &
Freude, das zweite Thema Ihrer
Lebenssymphonie zu hören.
Dasselbe Klang vergnügt in
Tönen der Lebenslust & der Begeisterung
für Ihre Arbeiten & für Ihr
ausgefülltes Leben! Und da
jetzt die Durchführung der Symphonie
schon vorbei ist, so darf man
Ihnen Beiden eine verklärte
Repetition des ersten Theils
wünschen! –

Liszt’s Schaffen gegenüber
bin ich zu wenig reiner Thor, um
in Allem Ja & Amen zu sagen;
aber Sie mögen Kraft haben, bei

Ostersonntag

Mein lieber Freund!

? 19. Apr. 19. 26

Gestern hatten wir die Ehre und Freude, das zweite Thema Ihrer Lebenssymphonie zu hören. Dasselbe Klang vergnügt in Tönen der Lebenslust und der Begeisterung für Ihre Arbeiten und für Ihr ausgefülltes Leben! Und da jetzt die Durchführung der Symphonie schon vorbei ist, so darf man Ihnen Beiden eine verklärte Repetition des ersten Teils wünschen! –

Liszts Schaffen gegenüber bin ich zu wenig reiner Thor, um in Allem Ja und Amen zu sagen; aber Sie mögen Kraft haben, bei mir die katholische Lisztbegeisterung, – auch wenn man seinen Chorsatz z. b. nicht auf die kritische Wage setzt, an den richtigen Ort zu placieren. Schließlich sind wir ja allen denen dankbar, die edles und wahres Herzblut geben, was ich z. b. in Klose’s SonnLicht vollständig vermisse. Denn in keinem unserer Werke riecht es so stark nach einem Makart- Atelier und nach Spekulation!

Die kommende Woche (25 April) macht meiner Tessinerliebe ein Ende. Das Weitere soll sich in Vitznau abspielen. Hoffentlich bringt Sie diese kleinere Entfernung einmal auf den Gedanken, den Spuren Goethe’s nachzugehen. Für eine bessere Ernährung und Fflege, als dieser Reisende auf „einer grünen Matte“ zwischen Weggis und Vitznau gefunden hat, werde ich sorgen! –

Wenn Sie mir gelegentlich antworten, so teilen Sie mir kurz und bündig Ihre Eindrücke über Schoecks Oper mit; ich liebe den ehrlichen und braven Schweizerbueb von ganzem Herzen! –

Seit Jahren leuchtet heute eine der schönsten Ostern über das Land! Möge sich der christliche Gedanke des Friedens und der hohen Weltausschau in alle fähigen Herzen begeben und möge Ihnen das neue Jahr Vollendung des Faust und das Erwachen neuer Taten bringen! Amen!

Tausend Ostergrüße im gleichen Sinne

Ihr sempre fidelis

Hans Huber

                                                                
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mir die katholische Lisztbegeisterung,
– auch wen̅ man seinen Chorsatz
z. b. nicht auf die kritische
Wage setzt, an den richtigen
Ort zu placieren. Schließlich
sind wir ja allen denen
dankbar, die edles & wahres
Herzblut geben, was ich z. b.
in Klose’s Son̅Licht vollständig
vermiße. Denn in keinem
unserer Werke riecht es so
stark nach einem Makart-
Atelier & nach Spekulation!

Die kom̅ende
Woche (25 April) macht meiner
Teßinerliebe ein Ende. Das
Weitere soll sich in Vitznau abspielen.
Hoffentlich bringt Sie diese kleinere
Entfernung einmal auf den
Gedanken, den Spuren Goethe’s
nachzugehen. Für eine beßere

                                                                
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[2] Ernährung & Fflege, als dieser
Reisende auf „einer grünen Matte“
zwischen Weggis & Vitznau gefunden hat,
werde ich sorgen! –

Wenn Sie mir gelegentlich
antworten, so theilen Sie mir kurz
& bündig Ihre Eindrücke über
Schoeck’s Oper mit; ich liebe den
ehrlichen & braven Schweizerbueb
von ganzem Herzen! –

Seit Jahren leuchtet
heute eines der schönsten Ostern
über das Land! Möge sich der
christliche Gedanke des Friedens
& der hohen Weltausschau in alle
fähigen Herzen begeben & möge
Ihnen das neue Jahr Vollendung
des Faust & das Erwachen
neuer Thaten bringen! Amen!

Tausend Ostergrüße im
gleichen Sin̅e

Ihr sempre fidelis

Hans Huber

                                                                
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