Ferruccio Busoni an Arnold Schönberg Dokument exportieren

Berlin, 18. Juli 1910

Stand: 6. Februar 2018 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Berlin am 18. Juli 1910 verfasst.
  • Datierung in der Quelle: 18. Juli 1910 (autograph)

Umfang

1 Bogen, 4 beschriebene Seiten
  • Zunächst die Recto-Seiten im Hochformat beschrieben, sodann die Verso-Seiten im Querformat; Lesereihenfolge der Bogen-Seiten demnach: 1, 3, 2, 4.
  • Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • USA | Washington, D. C. | The Library of Congress | Music Division | Arnold Schoenberg Collection | Nachweis beim Arnold-Schönberg-Center, Wien
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte).

    Inhalt

    Absender

  • Ferruccio Busoni
  • Empfänger

  • Arnold Schönberg
  • Zusammenfassung

  • Busoni sagt erneute Durchsicht seiner Bearbeitung von Schönbergs Klavierstück op. 11 Nr. 2 zu; wiederholt seine Kritik an dessen Klaviersatz sowie an einer Passage aus Schönbergs Vorwort-Entwurf; begrüßt separate Publikation der Bearbeitung; übersendet seine Fantasia contrappuntistica.
  • Incipit

  • Ich werde Ihr ?=Stück noch einmal durchnehmen
  • Edition

    Verantwortlich

    Bearbeitet von

  • Jupp Wegner
  • Christian Schaper
  • Ullrich Scheideler
  • Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Arnold Schönberg Center Wien
    * The * Library * of * Congress *
    18. Juli
    1910

    Geehrtester.

    Ich
    werde Ihr ?=Stück
    noch einmal durch-
    nehmen u. Ihren
    Wünschen entgegen-
    kommen. Ich respek-
    tiere Sie gewiss.

    Nein, ich bin nicht
    böse; über Ihre Rand-
    =bemerkungen mußte
    ich vor Lachen eine
    Thräne zerdrücken und
    mich dazu schnäuzen!

    18. Juli 1910

    Geehrtester.

    Ich werde Ihr ?-Stück noch einmal durchnehmen und Ihren Wünschen entgegenkommen. Ich respektiere Sie gewiss.

    Nein, ich bin nicht böse; über Ihre Randbemerkungen musste ich vor Lachen eine Träne zerdrücken und mich dazu schnäuzen!

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Arnold Schönberg Center Wien

    Bitte merken Sie sich’s
    doch, dass ich Ihr Stück
    so verstehe wie Sie es
    geschrieben haben und
    dass es mir – weil
    es mir nahe steht –
    darum zu thun war
    es Anderen verstehen zu
    machen.

    Ihre Ausdrucksweise
    ist neu, nicht aber Ihr
    Klaviersatz, der ist nur
    ärmer. Ich glaube,
    dass Sie z. B. das Orchester
    ganz anders in der
    Hand haben.

    Bitte merken Sie sich’s doch, dass ich Ihr Stück so verstehe, wie Sie es geschrieben haben, und dass es mir – weil es mir nahesteht – darum zu tun war, es anderen verstehen zu machen.

    Ihre Ausdrucksweise ist neu, nicht aber Ihr Klaviersatz, der ist nur ärmer. Ich glaube, dass Sie z. B. das Orchester ganz anders in der Hand haben.

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Arnold Schönberg Center Wien

    Das Original ist noch nicht
    gekommen. Warten wir also
    noch ein wenig. – Die
    Idee mit der besonderen
    (getrennten) Veröffentlichung
    ist richtiger. – In dem
    Absatz 4. Ihres Vorwortes
    heisst es: ich habe nichts
    dagegen, dass wenn einem
    eine Stelle nicht klar ist …

    Das Original ist noch nicht gekommen. Warten wir also noch ein wenig. – Die Idee mit der besonderen (getrennten) Veröffentlichung ist richtiger. – In dem Absatz 4 Ihres Vorwortes heißt es: „ich habe nichts dagegen, dass wenn einem eine Stelle nicht klar ist …“

    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Arnold Schönberg Center Wien

    Das liest sich so: dem
    Bearbeiter waren einige
    Stellen nicht klar ......
    Das ist dem Publikum
    gegenüber
    unmöglich.
    Brieflich können Sie es mir
    meinetwegen schreiben, obwohl
    ich es – wie gesagt – nicht
    verdient zu haben glaubte.
    Ich sende Ihnen meine
    letzte Arbeit
    .

    Ihr freundlichst grüßender

    F Busoni

    Das liest sich so: dem Bearbeiter waren einige Stellen nicht klar … Das ist dem Publikum gegenüber unmöglich. Brieflich können Sie es mir meinetwegen schreiben, obwohl ich es – wie gesagt – nicht verdient zu haben glaubte. Ich sende Ihnen meine letzte Arbeit.

    Ihr freundlichst grüßender

    Ferruccio Busoni