Arnold Schönberg an Ferruccio Busoni Dokument exportieren

Zehlendorf, 11. November 1911

Stand: 12. April 2016 (unfertig) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Zehlendorf am 11. November 1911 verfasst.
  • Datierung in der Quelle: 11. November 1911 (autograph)

Umfang

1 Bogen , 2 beschr. Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4558 | olim: Mus.ep. A. Schönberg 19 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Arnold Schönberg, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift
    • Hand des Archivars, der die Foliierung in Bleistift vorgenommen hat.
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Arnold Schönberg
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Incipit

  • ich schrieb Ihnen am 24. Oktober
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Jakob Schmidt
  • Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1
    Mus.ep. A. Schönberg 19 (Busoni-Nachl. B II)
    Zehlendorf, Wannseebahn,
    Machnower-Chaussee
    Villa Lepcke

    Telefon: Zehlendorf 249
    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4558
    11/11. 1911

    Sehr geehrter Herr Busoni,

    ich schrieb Ihnen am 24. Oktober
    und fragte Sie, wann ich Sie besuchen kann. Sie ant=
    worteten nicht. Aber das ist doch wohl keine Absicht; eher
    vielleicht das Gegenteil! Deshalb schreibe ich Ihnen noch=
    mals. In der Zwischenzeit war ich bei Ihrer Turandot=
    Musik, deren Partitur ich gerne sähe, ehe ich mit Ihnen
    darüber spreche. Ebenso, wie die des Konzertstückes das
    ich in Wien hörte. Darum wollte ich Sie schon lange
    ersuchen. Dann möchte ich gerne zu einem (wenigstens)
    Ihrer Abende gehen (kann ich 2 Billette haben?) Aber außer=
    dem wollte ich Ihnen noch sagen, daß ich am 20.
    November im Sternschen Konservatorium den
    ersten Vortrag eines aus circa 8–10 Vorträgen be=
    stehenden Cyklus über das Thema: „Aesthetik und
    Kompositionslehre“ halte. Dazu wollte ich Sie ein=
    laden und Sie ersuchen mir (eventuell auf Freikar=
    ten, die ich gern zur Verfügung stelle) möglichst viel
    intelligente Leute hineinzuschicken. Was ich vorhabe ist
    natürlich keine Fachsimpelei oder Schulzeug, sondern

    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin
    [1]
    Zehlendorf, Wannseebahn, Machnower-Chaussee Villa Lepcke
    Telefon: Zehlendorf 249
    11.11.1911

    Sehr geehrter Herr Busoni,

    ich schrieb Ihnen am 24. Oktober und fragte Sie, wann ich Sie besuchen kann. Sie antworteten nicht. Aber das ist doch wohl keine Absicht; eher vielleicht das Gegenteil! Deshalb schreibe ich Ihnen nochmals. In der Zwischenzeit war ich bei Ihrer Turandot-Musik, deren Partitur ich gerne sähe, ehe ich mit Ihnen darüber spreche. Ebenso, wie die des Konzertstückes das ich in Wien hörte. Darum wollte ich Sie schon lange ersuchen. Dann möchte ich gerne zu einem (wenigstens) Ihrer Abende gehen (kann ich 2 Billette haben?) Aber außerdem wollte ich Ihnen noch sagen, dass ich am 20. November im Sternschen Konservatorium den ersten Vortrag eines aus circa 8–10 Vorträgen bestehenden Zyklus über das Thema: „Ästhetik und Kompositionslehre“ halte. Dazu wollte ich Sie einladen und Sie ersuchen mir (eventuell auf Freikarten, die ich gern zur Verfügung stelle) möglichst viel intelligente Leute hineinzuschicken. Was ich vorhabe ist natürlich keine Fachsimpelei oder Schulzeug, sondern

    Faksmilie, Seite 2

    eine sehr ernsthafte Untersuchung, die einmal ange=
    stellt werden muß. Also nicht bloß für Musiker. Im
    Gegenteil: ich hätte gerne Künstler und Kunstfreunde
    drin.

    Vielleicht schreiben Sie mir also doch noch eine
    Karte. Ich hoffe, Sie haben nicht die Absicht mich
    schlecht zu behandeln, indem Sie mir nicht ant=
    worten.

    Mit herzlichen und ergebenen Grüßen Ihr

    Arnold Schönberg

    Nachlaß Busoni

    eine sehr ernsthafte Untersuchung, die einmal angestellt werden muss. Also nicht bloß für Musiker. Im Gegenteil: ich hätte gerne Künstler und Kunstfreunde drin.

    Vielleicht schreiben Sie mir also doch noch eine Karte. Ich hoffe, Sie haben nicht die Absicht mich schlecht zu behandeln, indem Sie mir nicht antworten.

    Mit herzlichen und ergebenen Grüßen Ihr

    Arnold Schönberg

    Faksmilie, Seite 3
    [2]
    Faksmilie, Seite 4