Arnold Schönberg an Ferruccio Busoni Dokument exportieren

Carlshagen, 9. Juli 1912

Stand: 8. Dezember 2015 (unfertig) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Carlshagen am 9. Juli 1912 verfasst.
  • Datierung in der Quelle: 9. Juli 1912 (autograph)

Umfang

1 Blatt , 1 Bogen, 3 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | olim: Mus.ep. A. Schönberg 21 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Arnold Schönberg, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift
    • Adressstempel des Absenders Arnold Schönberg, mit violetter Tinte
    • Hand des Archivars, der die Foliierung in Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)

    Foliierungen

    • Foliierung in Bleistift unten rechts der jeweiligen Vorderseiten durch das Archiv.

    Inhalt

    Absender

  • Arnold Schönberg
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Incipit

  • Herr Clark sagte mir,
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Clemens Gubsch
  • Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Mus.ep. A. Schönberg 21(Busoni-Nachl. B II)Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4560
    Arnold Schönberg
    Berlin-Zehlendorf-Wannseebahn
    Machnower Chaussee, Villa Lepcke.

    zz. Ostseebad Carlshagen auf Usedom
    Villa Concordia
    9/7. 1912

    Sehr verehrter Herr Busoni,

    Herr Clark sagte mir,
    Sie hätten die Absicht für mich und Ihren Freund
    Petri ein Konservatorium zustande zu bringen,
    an dem Sie selbst Meisterkurse halten wollten, während
    ich die Gesamtleitung innehaben sollte. Ich freute
    mich sehr über diese Idee und über die Absicht
    und wäre gerne zu Ihnen gekommen um
    Näheres zu besprechen. Einerseits aber war ich so
    sehr in Anspruch genommen durch Packen und
    durch einen zu Besuch wohnenden Freund), anderer=
    seits ließen Sie mir keine Zeit sagen, zu
    der ich Sie bestimmt zu Hause treffe. Das hindert
    aber nicht, daß ich trotzdem der Sache nachgehen
    kann; denn sobald Sie es für nötig finden,
    unterbreche ich meine Arbeit hier um Sie
    zu besuchen. Allerdings bitte ich Sie sehr, soviel
    wie möglich mündlich oder brieflich zu erledigen. Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin
    [1]

    Arnold Schönberg

    zz. Ostseebad Carlshagen auf Usedom Villa Concordia
    9/7. 1912

    Sehr verehrter Herr Busoni,

    Herr Clark sagte mir, Sie hätten die Absicht für mich und Ihren Freund Petri ein Konservatorium zustande zu bringen, an dem Sie selbst Meisterkurse halten wollten, während ich die Gesamtleitung innehaben sollte. Ich freute mich sehr über diese Idee und über die Absicht und wäre gerne zu Ihnen gekommen um Näheres zu besprechen. Einerseits aber war ich so sehr in Anspruch genommen durch Packen und durch einen zu Besuch wohnenden Freund), andererseits ließen Sie mir keine Zeit sagen, zu der ich Sie bestimmt zu Hause treffe. Das hindert aber nicht, dass ich trotzdem der Sache nachgehen kann; denn sobald Sie es für nötig finden, unterbreche ich meine Arbeit hier um Sie zu besuchen. Allerdings bitte ich Sie sehr, soviel wie möglich mündlich oder brieflich zu erledigen.

    Faksmilie, Seite 2


    Vielleicht können Sie, soweit es sich um
    die Vorfragen handelt alles Herr[n] Clark (der
    ja doch ein sehr netter und kluger Mensch ist)
    sagen, der es dann mir schreibt; und ich ant=
    worte Ihnen dann direkt — wenn Sie
    mir schon nicht selbst ein paar Zeilen wid=
    men wollen (Warum übrigens – früher
    schrieben Sie mir doch!)

    Nun muß ich sie um Eines bitten:
    Lassen Sie mich so bald wie möglich
    wissen, ob Sie die Sache fördern wollen
    und ob Gewißheit besteht, daß etwas
    daraus wird!

    denn meine Situation ist die:
    Ich habe (ohne Zusammenhang mit diesem
    Unternehmen, sondern bloß, weil ich es für un=
    günstig hhalteene hate[…]daß ich jetzt nach Wien gehe)
    der Akademie in Wien abgesagt , bleibe also
    in Berlin!

    Ich muß also unbedingt etwas für die
    nächste Saison unternehmen und da denke
    ich in erster Linie daran, wieder die
    Kurse zu anzukündigen .

    Vielleicht können Sie, soweit es sich um die Vorfragen handelt alles Herr[n] Clark (der ja doch ein sehr netter und kluger Mensch ist) sagen, der es dann mir schreibt; und ich antworte Ihnen dann direkt — wenn Sie mir schon nicht selbst ein paar Zeilen widmen wollen (Warum übrigens – früher schrieben Sie mir doch!)

    Nun muss ich sie um Eines bitten: Lassen Sie mich so bald wie möglich wissen, ob Sie die Sache fördern wollen und ob Gewissheit besteht, dass etwas daraus wird!

    Denn meine Situation ist die: Ich habe (ohne Zusammenhang mit diesem Unternehmen, sondern bloß, weil ich es für ungünstig haltee , dass ich jetzt nach Wien gehe) der Akademie in Wien abgesagt , bleibe also in Berlin!

    Ich muss also unbedingt etwas für die nächste Saison unternehmen und da denke ich in erster Linie daran, wieder die Kurse anzukündigen .

    Faksmilie, Seite 3

    […]me also Ihre Idee nicht zur Verwirklichung,
    so müßte ich das möglichst bald wissen, um
    sofort die Kurse anzukündigen.

    deshalb bitte ich um Beschleunigung!

    Ich bedaure sehr, daß wir uns so selten
    gesehen haben. Ich hatte mir das anders
    vorgestellt. Aber glauben Sie mir: es ist
    nicht meine Schuld, sondern Ihre.

    Ich hoffe bald von Ihnen Bescheid zu haben
    und bin enstweilen

    mit herzlichsten Empfehlungen
    Ihr ergebener

    Arnold Schönberg

    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin Nachlaß Busoni
    [2]

    Käme also Ihre Idee nicht zur Verwirklichung, so müsste ich das möglichst bald wissen, um sofort die Kurse anzukündigen.

    Deshalb bitte ich um Beschleunigung!

    Ich bedaure sehr, dass wir uns so selten gesehen haben. Ich hatte mir das anders vorgestellt. Aber glauben Sie mir: es ist nicht meine Schuld, sondern Ihre.

    Ich hoffe bald von Ihnen Bescheid zu haben und bin enstweilen

    mit herzlichsten Empfehlungen Ihr ergebener

    Arnold Schönberg

    Faksmilie, Seite 4