Hans Huber an Ferruccio Busoni Dokument exportieren

Vitznau, vmtl. 16. September 1910

Stand: 27. April 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Vitznau vermutlich am 16. September 1910 verfasst.
  • Keine Datierung in der Quelle.

Umfang

1 Briefkarte, 2 beschriebene Seiten

Zustand

  • Die Briefkarte ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2244 | olim: Mus.ep. H. Huber 17 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Hans Huber, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift.
    • Hand des Archivars, der eine ungefähre Datierung mit Bleistift eingetragen hat.
    • Hand des Archivars, der die Signaturen mit Bleistift eingetragen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift eingetragen hat.
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Hans Huber
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Huber begründet seine Abwesenheit bei Busonis bevorstehendem Chopin-Abend mit der Arbeit am eigenen Klavierkonzert und einer fortzusetzenden Kur.
  • Incipit

  • Dem Künstler insbesonders kom̅t es zu
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Juliane Imme
  • Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Mus.ep. H. Huber 17 (Busoni-Nachl. B II)
    Vitznau Freitag
    [1910]

    Mein verehrtester & lieber Herr Busoni!

    „Dem Künstler insbesonders kom̅t es zu, sein Zelt nur
    für Stunden aufzurichten & sich nirgends für die Dauer
    niederzulassen; er steht allein & schafft sich inmitten des
    unharmonischen Treibens eine undurchdringliche Einsamkeit“
    !
    So ungefähr schreibt Liszt in einem Brief an George
    Sand
    & er hat insofern recht, daß man sich die
    Heimat nur dahin denkt, wo der Schreibtisch steht,
    wo die Partitur wächst & die Arbeit lockt.
    In diesem Sin̅e fühle ich mich jetzt so heimatlich
    gestim̅t, daß ich Sie bitten muß, meine Abwesenheit
    […]beim Chopin-Abend zu entschuldigen. Ich möchte
    mein Klavierkonzert fertig machen, oder wenigstens

    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2244

    Vitznau Freitag

    Mein verehrtester und lieber Herr Busoni!

    „Dem Künstler insbesonders kommt es zu, sein Zelt nur für Stunden aufzurichten und sich nirgends für die Dauer niederzulassen; er steht allein und schafft sich inmitten des unharmonischen Treibens eine undurchdringliche Einsamkeit“! So ungefähr schreibt Liszt in einem Brief an George Sand, und er hat insofern recht, dass man sich die Heimat nur dahin denkt, wo der Schreibtisch steht, wo die Partitur wächst und die Arbeit lockt. In diesem Sinne fühle ich mich jetzt so heimatlich gestimmt, dass ich Sie bitten muss, meine Abwesenheit beim Chopin-Abend zu entschuldigen. Ich möchte mein Klavierkonzert fertig machen oder wenigstens

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    so weit fördern, daß ich es Ihnen noch vorlegen
    kan̅. –

    Dazu fesselt mich eine diätische Kur ein wenig
    an Vitznau. Lebergranulationen, die mich in
    letzter Zeit stark geplagt haben, müßen noch
    ausgeschieden werden & da ich jetzt gerade mitten
    drin bin mit dieser Kur, möchte ich dieselbe nicht
    unterbrechen! –

    Also ma bénédiction für morgen
    abend & meine allerschönsten Grüße an
    Sie, Ihre verehrte Frau & Sohn

    Ihr treu ergebener

    Huber

    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    Beiliegd. den versprochenen
    Saint=Saëns.

    so weit fördern, dass ich es Ihnen noch vorlegen kann. –

    Dazu fesselt mich eine diätische Kur ein wenig an Vitznau. Lebergranulationen, die mich in letzter Zeit stark geplagt haben, müssen noch ausgeschieden werden, und da ich jetzt gerade mitten drin bin mit dieser Kur, möchte ich dieselbe nicht unterbrechen! –

    Also ma bénédiction für morgen Abend und meine allerschönsten Grüße an Sie, Ihre verehrte Frau und Sohn.

    Ihr treu ergebener

    Huber

    Beiliegend den versprochenen Saint-Saëns.