Stand: 25. Juni 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Zürich am 27. Oktober 1915 verfasst.
  • Datierung in der Quelle: 27. November 1915 (autograph)

Umfang

3 Blatt, 3 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Schweiz | Basel | Universitätsbibliothek | NL 30 : 22:A-H:16
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Hand des Archivars, der die Nummerierung und Foliierung vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Datierung mit Bleistift auf die erste Seite übertragen hat.

    Inhalt

    Absender

  • Ferruccio Busoni
  • Empfänger

  • Hans Huber
  • Zusammenfassung

  • Busoni lehnt einen Klavierzyklus ohne Beethoven ab; bietet einen weiteren Liszt-Abend an; dankt für Hubers Lob seiner Sprachbehandlung, weist auf eigene Libretti hin; erwartet Bücherzusendung „mit freudiger Spannung“; nennt „die Trennung von meiner Bibliothek eines der härtesten Momente“.
  • Incipit

  • ich kann nicht gut mich dazu verstehen
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Claudio Arias Rodriguez
  • Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1
    8.27 Okt.1915

    Hochverehrter Maestro,

    ich kann nicht gut mich
    dazu verstehen, in einem
    Klavierzyklus, Beethoven
    zu eliminieren; wenn ich
    sowohl von den Höhepunkten
    der Klavierliteratur, als
    auch von meinem eigenen
    Pianismus ein Beispiel auf-
    stelle. Finden Sie im Grunde
    nicht auch? – Denn: welche
    Gelegenheit bietet ein
    SymphonieAbend dem Klavier-
    spieler, Beethoven zu entfalten!
    Man kann, hoch-gegriffen, das
    Es dur Konzert vortragen, bei
    dem die schönsten Stellen dem Or-
    chester zufallen.

    Man könnte in einem
    Beethoven

    Hochverehrter Maestro,

    ich kann nicht gut mich dazu verstehen, in einem Klavierzyklus Beethoven zu eliminieren; wenn ich sowohl von den Höhepunkten der Klavierliteratur als auch von meinem eigenen Pianismus ein Beispiel aufstelle. Finden Sie im Grunde nicht auch? – Denn: welche Gelegenheit bietet ein Symphonieabend dem Klavierspieler, Beethoven zu entfalten! Man kann, hoch gegriffen, das Es-Dur-Konzert vortragen, bei dem die schönsten Stellen dem Orchester zufallen.

    Faksmilie, Seite 2
    (2)

    Sollte der Zyklus – und davor
    der Liszt Abend – besondersen
    Anklang finden, so würde
    es vielleicht ein nachträglicher
    zweiter LisztAbend nicht
    unangebracht sein.

    Für Ihre wohlwollende
    Kritik meiner Handhabung
    der deutschen Sprache bin ich
    Ihnen dankbar. Ich habe
    mir selber letzthin ein Text-
    buch geschrieben, worauf
    ich Etwas halte. Kennen Sie
    übrigens jenes zu meiner
    Oper „die Brautwahl“.?

    Wenn Sie sich wieder
    um eine Antwort bemühen
    wollen, dann nehmen Sie
    sich Zeit, ohne Gewissensbisse
    zu empfinden. – Die Bücher
    beglücken mich, ich erwarte sie
    mit freudiger Spannung.

    Sollte der Zyklus – und davor der Liszt-Abend – besonderen Anklang finden, so würde vielleicht ein nachträglicher zweiter Liszt-Abend nicht unangebracht sein.

    Für Ihre wohlwollende Kritik meiner Handhabung der deutschen Sprache bin ich Ihnen dankbar. Ich habe mir selber letzthin ein Textbuch geschrieben, worauf ich etwas halte. Kennen Sie übrigens jenes zu meiner Oper „Die Brautwahl“?

    Wenn Sie sich wieder um eine Antwort bemühen wollen, dann nehmen Sie sich Zeit, ohne Gewissensbisse zu empfinden. – Die Bücher beglücken mich, ich erwarte sie mit freudiger Spannung.

    Faksmilie, Seite 3
    (3)

    Bei dieser Verschiebung
    meiner Existenz, ist die
    Trennung von meiner Bibliothek
    eines der härtesten Momente.
    Vieles, vieles ist schwer, und
    ich komme nicht umhin zu
    wiederholen, wie tief ich es
    empfinde, dass die Schweizer
    es mir erleichtern. Arrivederci.

    Ihr sehr herzlich ergebener

    Ferruccio Busoni

    Zürich, den 24 Oktober 1915

    Bei dieser Verschiebung meiner Existenz ist die Trennung von meiner Bibliothek eines der härtesten Momente. Vieles, vieles ist schwer, und ich komme nicht umhin zu wiederholen, wie tief ich es empfinde, dass die Schweizer es mir erleichtern. Arrivederci.

    Ihr sehr herzlich ergebener

    Ferruccio Busoni

    Zürich, den 24. Oktober 1915
    Faksmilie, Seite 4
    [Rückseite von Textseite 1, vacat]
    Faksmilie, Seite 5
    [Rückseite von Textseite 2, vacat]