Stand: 6. März 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Zürich am 11. Dezember 1915 verfasst.
  • Datierung in der Quelle: 11. Dezember 1915 (autograph)

Umfang

3 Blatt, 3 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Schweiz | Basel | Universitätsbibliothek | NL 30 : 22:A-H:16
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Hand des Archivars, der die Foliierung und Datierung des Briefs mit Bleistift vorgenommen hat.

    Inhalt

    Absender

  • Ferruccio Busoni
  • Empfänger

  • Hans Huber
  • Zusammenfassung

  • Busoni spricht Huber seine Wertschätzung für dessen ihm gewidmete Etüden aus.
  • Incipit

  • Erst nachtraeglich empfange ich das Heft Etuden
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Juliane Imme
  • Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1
    11. 11. Dez. 1915

    Verehrlicher Maestro,

    Erst nachtraeglich emp-
    fange ich das Heft Etuden,
    (war es immer bei Peters?)
    auf dessen Titelblatt ich
    mit frohem Bewusstsein
    meinen Namen lese.

    So werthvoll jede einzelne
    […] ist, so wird doch beim
    Publikum immer die Valse-
    Impromptu den Trumpf aus-
    spielen. Mir selbst erscheint die
    Stelle „alla Svizzera“ sehr
    glücklich inspiriert, und dem
    Pianisten verschaffterweckt das Stück
    die gute Spielfreudigkeit.

    Von welchen Stücken
    kann man heute so viel
    sagen? – Vollendete Lyrik
    verkörpert sich indie der Romanze.

    Verehrlicher Maestro,

    erst nachträglich empfange ich das Heft Etüden (war es immer bei Peters?), auf dessen Titelblatt ich mit frohem Bewusstsein meinen Namen lese.

    So wertvoll jede einzelne ist, so wird doch beim Publikum immer die Valse-Impromptu den Trumpf ausspielen. Mir selbst erscheint die Stelle „alla Svizzera“ sehr glücklich inspiriert, und dem Pianisten erweckt das Stück die gute Spielfreudigkeit.

    Von welchen Stücken kann man heute so viel sagen? – Vollendete Lyrik verkörpert die Romanze.

    Faksmilie, Seite 2

    (2) (Diese beiden hörte ich
    mit Genuss – und trefflich
    wiedergegeben – vom jungen
    Levy.) – Lassen Sie noch
    aehnliche (u. doch verschiedene)
    Sechs folgen. Das Klavier hat
    viele Möglichkeiten und Ihre
    Fantasie nicht weniger. –

    – Ich will mir den Kessler
    op. 100 ansehen.

    Ich fühle die Pflicht,
    Etwas Zusammenfassendes
    über Klavierspiel niederzu-
    legen, konnte aber bisher
    nicht das richtige Ende des
    Fadens dazu ergreifen.
    An ein Paar Hundert Liszt’-
    schen Stücken hab’ ich, im
    Verlaufe meiner Studien u.
    Vorträge, Varianten ersonnen
    die schon der Mittheilung
    werth wären. Vieles steckt
    in meinem Bachwerk. –

    (Diese beiden hörte ich mit Genuss – und trefflich wiedergegeben – vom jungen Levy.) – Lassen Sie noch ähnliche (und doch verschiedene) Sechs folgen. Das Klavier hat viele Möglichkeiten, und Ihre Fantasie nicht weniger. –

    – Ich will mir den Kessler op. 100 ansehen.

    Ich fühle die Pflicht, etwas Zusammenfassendes über Klavierspiel niederzulegen, konnte aber bisher nicht das richtige Ende des Fadens dazu ergreifen. An ein paar Hundert Liszt’schen Stücken hab’ ich, im Verlaufe meiner Studien und Vorträge, Varianten ersonnen, die schon der Mitteilung wert wären. Vieles steckt in meinem Bachwerk. –

    Faksmilie, Seite 3
    (3)

    Kurz ist das Leben u. es
    wird Einem fortwährend
    verkürzt durch Nebensächliches.

    Darum nahm ich mir
    den Muth, Ihnen neulich
    die kleine Ansprache zu
    halten, die theils aus Er-
    fahrung, theils aus Verehrung,
    (aus Egoismus u. Altruismus)
    entsprang. – Ich sah, Sie
    nahmen sie nachsichtig auf.

    Haben Sie Dank für Alles,
    (u. lassen Sie sich durch
    keinen Arzt einschüchtern)
    u. u. schaffen Sie noch mehr
    Dankenswerthes, zur Freude
    Vieler,

    darunter Ihres

    herzlichst ergebenen

    Ferruccio Busoni

    Zürich 11 Dezember 1915

    Kurz ist das Leben, und es wird Einem fortwährend verkürzt durch Nebensächliches.

    Darum nahm ich mir den Mut, Ihnen neulich die kleine Ansprache zu halten, die teils aus Erfahrung, teils aus Verehrung (aus Egoismus und Altruismus) entsprang. – Ich sah, Sie nahmen sie nachsichtig auf.

    Haben Sie Dank für alles (und lassen Sie sich durch keinen Arzt einschüchtern) und schaffen Sie noch mehr Dankenswertes, zur Freude Vieler,

    darunter Ihres

    herzlichst ergebenen

    Ferruccio Busoni

    Zürich 11. Dezember 1915
    Faksmilie, Seite 4
    [Rückseite von Textseite 1, vacat]
    Faksmilie, Seite 5
    [Rückseite von Textseite 2, vacat]
    Faksmilie, Seite 6
    [Rückseite von Textseite 3, vacat]