Ferruccio Busoni an Hans Huber Dokument exportieren

Basel, vmtl. 20. Januar 1916

Stand: 30. August 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Basel am 20. Januar 1916 verfasst.
  • Datierung in der Quelle: 20. Januar 1916 (autograph)

Umfang

3 Blatt, 3 beschriebene Seiten
  • Nur die Vorderseiten beschrieben (im Querformat, zweispaltig).
  • Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Schweiz | Basel | Universitätsbibliothek | NL 30 : 22:A-H:16
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Hand des Archivars, der mit Bleistift Nummerierung und Paginierung eingetragen und die Datierung auf die erste Seite übertragen hat.

    Inhalt

    Absender

  • Ferruccio Busoni
  • Empfänger

  • Hans Huber
  • Zusammenfassung

  • Busoni dankt für Hubers Gesellschaft; freut sich auf die Einstudierung von dessen Klavierquintett; weist auf seine neue Ausgabe der „kleinen Präludien“ von Bach hin; vermutet hinter Hubers Unwohlsein eine gewöhnliche Schaffenskrise und wertet diese als Ausweis „eines wohltuenden Mangels an ‚Routine‘.
  • Incipit

  • tutto il male non vien per nuocere
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Marie Eggert
  • Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1
    12.20. Jan.1916
    Propr. Oscar Michel
    [ Eulen-Emblem des Hotels ]

    Verehrtester
    Freund und Meister,

    tutto il male non
    vien per nuocere
    ,
    und ich habe es
    diesem verdammungs-
    würdigen Kriege zu
    danken, dass ich
    Ihnen ein wenig
    näher kommen
    durfte.

    Verehrtester Freund und Meister,

    „tutto il male non vien per nuocere“, und ich habe es diesem verdammungswürdigen Kriege zu danken, dass ich Ihnen ein wenig näherkommen durfte.

    Faksmilie, Seite 2

    (Und, mit Ihnen,
    auch noch einigen
    anderen werthvollen
    Menschen, die ich
    vielleicht niemals
    getroffen hätte.)

    Nun freue ich mich
    auch auf das Quintett,
    und alle diese Basler
    Abende werden mir
    (unter Ihrer Aegide)
    zu einem denkwürdigen
    Divertimento alla svizzera.

    (Und mit Ihnen auch noch einigen anderen wertvollen Menschen, die ich vielleicht niemals getroffen hätte.)

    Nun freue ich mich auch auf das Quintett, und alle diese Basler Abende werden mir (unter Ihrer Ägide) zu einem denkwürdigen Divertimento alla svizzera.

    Faksmilie, Seite 3
    (3)
    Propr. Oscar Michel
    [ Eulen-Emblem des Hotels ]

    Ich war recht
    glücklich darüber, dass
    die Sonatina ad
    usum infantis
    Ihren
    Beifall u. eine
    paedagogische Be-
    stimmung fand.

    Darf ich Sie, in
    Zusammenhang mit
    dem letzteren Argu-
    ment, darauf auf-

    Ich war recht glücklich darüber, dass die Sonatina ad usum infantis Ihren Beifall und eine pädagogische Bestimmung fand.

    Darf ich Sie, in Zusammenhang mit dem letzteren Argument, darauf auf-

    Faksmilie, Seite 4

    merksam machen,
    dass gestern die ersten
    Exemplare der kleinen
    Praeludien
    von Bach
    in meiner Ausgabe
    eintrafen. Es ist von
    der besten Unterrichts-
    Musik, was darin steht,
    u. ich gab mir mit
    der Interpretation ent-
    sprechende Mühe. –

    – In Ihrem letzten
    Briefe, für den ich
    noch freundlichst danke,

    merksam machen, dass gestern die ersten Exemplare der kleinen Präludien von Bach in meiner Ausgabe eintrafen. Es ist von der besten Unterrichts-Musik, was darin steht, und ich gab mir mit der Interpretation entsprechende Mühe. –

    – In Ihrem letzten Briefe, für den ich noch freundlichst danke,

    Faksmilie, Seite 5

    (5)

    Propr. Oscar Michel
    [ Eulen-Emblem des Hotels ]
    konnte ich den
    Satz von
    der dezimierten Kraft
    nicht gutheissen.
    In jeder Periode des
    Schaffens treten Augen-
    blicke der Ebbe ein,
    die Sie von früher her
    kennen und als
    vorübergehend erken̅en
    müßten.

    konnte ich den Satz von der dezimierten Kraft nicht gutheißen. In jeder Periode des Schaffens treten Augenblicke der Ebbe ein, die Sie von früher her kennen und als vorübergehend erkennen müssten.

    Faksmilie, Seite 6

    Dass auch Sie solche
    erleben, ist das Zeichen
    eines wohlthuenden
    Mangels an “Routine”.

    Immer kehrt aber der
    Frühling wieder, “alti e
    bassi”
    wechseln in jedem
    Organismus ab, die Berge
    geben nothwendigerweise
    die Thäler ab.

    Coraggio e avanti!
    Ihr verehrungsvoll
    ergebener

    F Busoni

    20. J. 1916.

    Dass auch Sie solche erleben, ist das Zeichen eines wohltuenden Mangels an „Routine“.

    Immer kehrt aber der Frühling wieder, „alti e bassi“ wechseln in jedem Organismus ab, die Berge geben notwendigerweise die Täler ab.

    Coraggio e avanti! Ihr verehrungsvoll ergebener

    Ferruccio Busoni

    20. Januar 1916.
    Faksmilie, Seite 7
    [Rückseite von Blatt 1 links]
    (2)
    Faksmilie, Seite 8
    [Rückseite von Blatt 1 rechts, vacat]
    Faksmilie, Seite 9
    (4)
    [Rückseite von Blatt 2 links]
    Faksmilie, Seite 10
    [Rückseite von Blatt 2 rechts, vacat]
    Faksmilie, Seite 11
    (6)
    [Rückseite von Blatt 3 links]
    Faksmilie, Seite 12
    [Rückseite von Blatt 3 rechts, vacat]