Stand: 5. März 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Zürich am 27. April 1916 verfasst.
  • Datierung in der Quelle: 27. April 1916 (autograph)

Umfang

1 Blatt, 1 beschriebene Seite

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten; Notiz in Hubers Handschrift auf der Rückseite.
  • Aufbewahrungsort

  • Schweiz | Basel | Universitätsbibliothek | NL 30 : 22:A-H:16
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Hand des Archivars, der die Nummerierung "19." mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Empfängers Hans Huber (Notiz auf der Rückseite).

    Inhalt

    Absender

  • Ferruccio Busoni
  • Empfänger

  • Hans Huber
  • Zusammenfassung

  • Busoni dankt Huber für dessen Artikel in den Basler Nachrichten, leitet ihn an Breitkopf & Härtel weiter; verweist auf den Abschnitt über „Tiefe“ aus dem Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst; bezweifelt den Nutzen solcher Texte.
  • Incipit

  • Ich lese soeben Ihren Aufsatz
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Thea Olivia Beger
  • Christian Schaper
  • Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1
    19.
    Zürich den 27 A 1916

    Verehrtester Freund,

    ich lese soeben Ihren Aufsatz
    in den B. N. u. sende ihn gleich zu Br. & H.,
    womit der Werth ausgedrückt sein soll, den ich
    jenem beilege. Seien Sie dafür bedankt! –

    Über „Tiefe“ hatte ich einen
    Abschnitt
    für die neue Ausgabe meines “Entwurfes
    abgefasst, dessen Sinn darin gipfelt, dass
    mit Tiefe (in d. Musik) nur das völlige
    Ausschöpfen einer Stimmung gemeint sein
    kann, sei es auch eine leichtfertige:
    als wie z. B. in der sogenannten Champagner
    Arie
    . Sich in diese Stimmung ganz
    versenken
    (also “tief” in sie hineindringen) bedeute Tiefe.
    Was die Innerlichkeit anlangt, so habe
    ich auch diesem Begriffe einen neuen Abschnitt
    gewidmet. – Aristokratisch ausgedrückt aber
    behaupte ich mit Stolz:, meine Innerlichkeit
    steht über der des Durchschnittes; deswegen
    erscheint sie ihm fremd, oder gar nicht als solche.

    Aber das Schreiben hilft nicht, das
    Publikum betrachtet es als Lektüre u. nicht
    als Lehre. – Ich freue mich Kindlich, Sie
    wiederzusehen.

    Ihr verehrungsvoll u. herzlich
    ergebener

    F. B.

    Zürich, den 27. April 1916

    Verehrtester Freund,

    ich lese soeben Ihren Aufsatz in den Basler Nachrichten und sende ihn gleich zu Breitkopf & Härtel, womit der Wert ausgedrückt sein soll, den ich jenem beilege. Seien Sie dafür bedankt! –

    Über „Tiefe“ hatte ich einen Abschnitt für die neue Ausgabe meines „Entwurfes“ abgefasst, dessen Sinn darin gipfelt, dass mit Tiefe (in der Musik) nur das völlige Ausschöpfen einer Stimmung gemeint sein kann, sei es auch eine leichtfertige: als wie z. B. in der sogenannten Champagner-Arie. Sich in diese Stimmung ganz versenken (also „tief“ in sie hineindringen) bedeute Tiefe. Was die Innerlichkeit anlangt, so habe ich auch diesem Begriffe einen neuen Abschnitt gewidmet. – Aristokratisch ausgedrückt aber behaupte ich mit Stolz: meine Innerlichkeit steht über der des Durchschnittes; deswegen erscheint sie ihm fremd, oder gar nicht als solche.

    Aber das Schreiben hilft nicht, das Publikum betrachtet es als Lektüre und nicht als Lehre. – Ich freue mich kindlich, Sie wiederzusehen.

    Ihr verehrungsvoll und herzlich ergebener

    Ferruccio Busoni

    Faksmilie, Seite 2
    [Rückseite]
    Frau Speiser
    Mittwoch keine
    Stunde