Stand: 15. November 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Basel am 14. September 1916 verfasst.
  • Datierung in der Quelle: 14. September 1916 (autograph)

Umfang

1 Blatt, 2 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothke zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II,2267 | olim: Mus.ep. H. Huber 40 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Hans Huber, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift.
    • Vmtl. Hand des Empfängers Ferruccio Busoni, der mit Tinte die Datierung des Briefes vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Signaturen mit Bleistift eingetragen hat.
    • Hand des Archivars, der mit Rotstift die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses und eine Nummerierung eingetragen hat.
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Hans Huber
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Huber attestiert Hugo Leichtentritts Busoni-Biographie „Liebe, Verständnis und Charakter“; nimmt die Widmung der Studie über Das musikalische Opfer freudig an; hat die von Busoni angezeigten Neuerscheinungen für die Bibliothek der Basler Musikschule bestellt; erwägt für Busonis Klavierabende einen größeren Konzertsaal zwecks Kostendeckung; kündigt zweiwöchigen Aufenthalt in Locarno an.
  • Incipit

  • Das nutrimentum spiritus der Königl. Bibliothek in Berlin
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Tim Martin Hoffmann
  • Christian Schaper
  • Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Mus.ep. H. Huber 40 (Busoni-Nachl. B II)
    14. Sept. 169

    Mein lieber Freund!

    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2267

    Das nutrimentum spiritus der Königl. Bibliothek
    in Berlin hat Ihr Biograph Leichtentritt gut
    erfaßt. Das Büchlein atmet Liebe, Verständniß
    & Charakter! So ein Künstlerleben gleicht
    einem Strome, der sich ins Him̅elsmeer ergießt!
    Der Strom mit all’ seinen Bewegungen behandelt
    sich leichter, als die manigfaltigen Ufer, durch
    die er fließt. Sie dürfen aber mit ihm
    zufrieden sein & wir Betrachtende ebenfalls!

    Auf die neue Arbeit über
    Das musikalische Opfer freue ich mich wie
    rex orbis. Uebrigens sollen Sie das placet
    nicht von mir – ex officio – verlangen.
    Einem Busoni folge ich blindlings!

    Die beiden Sam̅elwerke od. Gesam̅taus-
    gaben sind bereits für die Bibliothek in Basel
    bestellt! –

    Bei meinem letzten Basler Besuche
    brachte ich Ihren Wunsch betreffs Honorar
    der Com̅ißion zur Ken̅tniß. Wen̅ wir
    (le conservatoire) das Arrangement übernehmen,
    so wird der Besuch wahrscheinlich eher noch beßer
    als im letzten Jahr. Ob aber der Saal der Schule
    6000 frs. herausbringen kan̅, ist bei der beschränkten
    Anzahl der Plätze doch fraglich. Nehmen Sie
    den größeren Konzertsaal des Casino’s, so

    Mein lieber Freund!

    Das nutrimentum spiritus der Königlichen Bibliothek in Berlin hat Ihr Biograph Leichtentritt gut erfasst. Das Büchlein atmet Liebe, Verständnis und Charakter! So ein Künstlerleben gleicht einem Strome, der sich ins Himmelsmeer ergießt! Der Strom mit all’ seinen Bewegungen behandelt sich leichter als die mannnigfaltigen Ufer, durch die er fließt. Sie dürfen aber mit ihm zufrieden sein, und wir Betrachtende ebenfalls!

    Auf die neue Arbeit über Das musikalische Opfer freue ich mich wie rex orbis. Übrigens sollen Sie das placet nicht von mir – ex officio – verlangen. Einem Busoni folge ich blindlings!

    Die beiden Sammelwerke oder Gesamtausgaben sind bereits für die Bibliothek in Basel bestellt! –

    Bei meinem letzten Basler Besuche brachte ich Ihren Wunsch betreffs Honorar der Kommission zur Kenntnis. Wenn wir (le conservatoire) das Arrangement übernehmen, so wird der Besuch wahrscheinlich eher noch besser als im letzten Jahr. Ob aber der Saal der Schule 6000 frs. herausbringen kann, ist bei der beschränkten Anzahl der Plätze doch fraglich. Nehmen Sie den größeren Konzertsaal des Casinos, so

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    müßten Sie mit viel größeren Spesen rechnen –
    der Saal allein kostet über 200 frs. pro Abend –
    & wir kön̅en offiziell weniger wirken. (Letzteres
    ist wahrscheinlich nicht nöthig, aber es paßt so
    hübsch in ein Jahresprogram̅ eines Conservatoriums.)
    Jedenfalls wird Ihnen bei uns – wie im
    letzten Herbste – Alles zufallen nach Abzug der
    Auslagen für Inserate & andere Bagatellen.
    Geben Sie mir jedenfalls Ihre genauen
    Instruktionen & denken Sie an das Wort
    Friedrich[s] d. G. „Der Fürst ist der erste Diener desseines
    Staates!“

    Anfangs nächster Woche gehe ich noch
    etwa 14 Tage nach Locarno (Grand Hôtel), um
    den Winteranfang noch etwas mit Son̅e zu
    erwärmen! –

    Seien Sie aufs herzlichste
    begrüßt von Ihrem erg.

    Hans Huber

    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    müssten Sie mit viel größeren Spesen rechnen – der Saal allein kostet über 200 frs. pro Abend –, und wir können offiziell weniger wirken. (Letzteres ist wahrscheinlich nicht nötig, aber es passt so hübsch in ein Jahresprogramm eines Konservatoriums.) Jedenfalls wird Ihnen bei uns – wie im letzten Herbste – alles zufallen nach Abzug der Auslagen für Inserate und andere Bagatellen. Geben Sie mir jedenfalls Ihre genauen Instruktionen und denken Sie an das Wort Friedrichs des Großen: „Der Fürst ist der erste Diener seines Staates!“

    Anfangs nächster Woche gehe ich noch etwa 14 Tage nach Locarno (Grand Hôtel), um den Winteranfang noch etwas mit Sonne zu erwärmen! –

    Seien Sie aufs Herzlichste begrüßt von Ihrem ergebenen

    Hans Huber