Ferruccio Busoni an Hans Huber Dokument exportieren

vmtl. Zürich, 5. Februar 1917

Stand: 3. Mai 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde am 5. Februar 1917 vmtl. in Zürich verfasst.
  • Datierung in der Quelle: 5. Februar 1917 (autograph)

Umfang

2 Blatt, 2 beschriebene Seiten
  • Nur die Vorderseiten sind beschrieben.
  • Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Schweiz | Basel | Universitätsbibliothek | NL 30 : 22:A-H:16
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Hand des Archivars, der Nummerierung und Foliierung des Briefs mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Vmtl. Hand eines Archivars, der die Datierung des Briefs mit Bleistift auf die erste Briefseite übertragen hat.
    • Hand des Empfängers Hans Huber, der eine Notiz mit Bleistift vorgenommen hat.

    Inhalt

    Absender

  • Ferruccio Busoni
  • Empfänger

  • Hans Huber
  • Zusammenfassung

  • Busoni unterbreitet Vorschläge zu einem Konzert mit Lennart von Zweygberg; kommentiert die Kriegspolitik Woodrow Wilsons.
  • Incipit

  • ich versäumte die Gelegenheit
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Hannah Fiedrowicz
  • Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1
    40. 5. Febr. 1917 Herr von Zweygberg.

    Lieber meisterlicher Freund,

    ich versaümte die Gelegenheit,
    Ihnen letzthin von dem
    Abend auf der Viola da Gamba
    zu sprechen; doch habe ich
    die Empfindung, dass dem
    Manne
    der sie mit seinen
    Knieen umklammert, an
    diesem Abend viel gelegen ist;
    ohne dass ich über Form,
    Bedingung u. Datum eines
    solches Ereignisses eine Vorstel-
    lung hätte. – Wie das beginnen?
    Würde die "Musikschule" derartiges
    auf sich nehmen? – Das gewiss
    nicht landläufige Programm
    würde umschliessen:

    Lieber meisterlicher Freund,

    ich versäumte die Gelegenheit, Ihnen letzthin von dem Abend auf der Viola da gamba zu sprechen; doch habe ich die Empfindung, dass dem Manne, der sie mit seinen Knien umklammert, an diesem Abend viel gelegen ist; ohne dass ich über Form, Bedingung und Datum eines solches Ereignisses eine Vorstellung hätte. – Wie das beginnen? Würde die „Musikschule“ derartiges auf sich nehmen? – Das gewiss nicht landläufige Programm würde umschließen:

    Faksmilie, Seite 2
    (2)

    Inzwischen hat der Präsident
    der ver(unr)einigten Staaten in
    seine Karton-Posaune gestossen.
    Hoffen wir, daß er mit seiner
    letzten Aufforderung ein Fiasco
    erlebe! Wer, als wie ich selber,
    die Transatlantiker schätzt,
    schliesse sich dieser Hoffnung an.

    Wer, gleich Flaubert, – und
    ein solchgesinnter bin ich – sein
    Leben gegründet hat auf

    l’amour de l’art
    la haine de la bëtise

    bleibt ein Ostländer, und
    selbst wenn er bis China
    reichen sollte, aber nur nicht
    nach der anderen Windrichtung.

    Reichen wir uns auch in diesem
    Sinne die Hände, die ich Ihnen
    freundschaftlich u. verehrungsvoll
    wieder drücke.

    Ihr

    F. Busoni

    5. F. 1917.

    Inzwischen hat der Präsident der Ver(unr)einigten Staaten in seine Karton-Posaune gestoßen. Hoffen wir, dass er mit seiner letzten Aufforderung ein Fiasko erlebe! Wer, als wie ich selber, die Transatlantiker schätzt, schließe sich dieser Hoffnung an.

    Wer, gleich Flaubert – und ein Solchgesinnter bin ich –, sein Leben gegründet hat auf

    l’amour de l’art
    la haine de la bêtise
    bleibt ein Ostländer, und selbst wenn er bis China reichen sollte, aber nur nicht nach der anderen Windrichtung.

    Reichen wir uns auch in diesem Sinne die Hände, die ich Ihnen freundschaftlich und verehrungsvoll wieder drücke.

    Ihr

    F. Busoni

    5. Februar 1917.
    Faksmilie, Seite 3
    [Rückseite von Textseite 1, vacat]
    Faksmilie, Seite 4
    [Rückseite von Textseite 2, vacat]