Stand: 26. Mai 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Zürich am 20. Februar 1917 verfasst.
  • Datierungen in der Quelle: 20. Februar 1917 (autograph), 21. Februar 1917 (Poststempel Zürich), 21. Februar 1917 (Poststempel Basel)

Umfang

2 Blatt, 2 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten. Umschlagaufriss ohne Textverlust.
  • Aufbewahrungsort

  • Schweiz | Basel | Universitätsbibliothek | NL 30 : 22:A-H:16
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Hand eines Archivars, der die Datierung mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand eines Archivars, der Nummerierung und Foliierung mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Poststempel (schwarze Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Ferruccio Busoni
  • Empfänger

  • Hans Huber
  • Zusammenfassung

  • Busoni hat die zurückerhaltene Partitur des Rondo Arlecchinesco an Alfred Reucker geschickt; fühlt sich in der Schweiz „freundlich geduldet“; regt eine „Hilfsklasse für praktische Organisation“ als Teil der Konservatoriums-Ausbildung an; nennt Richard Wagner einen größeren Organisator denn Künstler.
  • Incipit

  • ich danke Ihnen für Ihre freundl. Mühe
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Claudio Arias Rodriguez
  • Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1
    44.20. Febr 1917

    Mein sehr verehrter Freund,

    ich danke Ihnen für Ihre
    freundl. Mühe u. die ermunternden
    Worte um meine kleine Partt.

    Ich habe dasselbe Ex., das ich
    dankbar zurückerhielt, nun an
    den Generalissimus geschickt,
    indem ich seinen, (Programm-
    vorschläge kündenden) Brief,
    erwiederte. Ich habe es nicht
    fertig gebracht, ihm mein Stück
    zu nennen, geschweige denn zu
    „befehlen“. Trotz aller × herzlicher Zuvor-
    kommenheit in der Schweiz, fühle
    ich mich hier – freundlich geduldet; – vor-
    zuschreiben, u. gar in eigener Sache,
    fände ich unangemessen. Überdies
    ist ein solches Vorgehen für den
    Komponisten keine moralische
    Errungenschaft.

    Mein sehr verehrter Freund,

    ich danke Ihnen für Ihre freundliche Mühe und die ermunternden Worte um meine kleine Partitur.

    Ich habe dasselbe Exemplar, das ich dankbar zurückerhielt, nun an den Generalissimus geschickt, indem ich seinen (Programmvorschläge kündenden) Brief erwiderte. Ich habe es nicht fertig gebracht, ihm mein Stück zu nennen, geschweige denn zu „befehlen“. Trotz aller herzlicher Zuvorkommenheit in der Schweiz fühle ich mich hier – freundlich geduldet; – vorzuschreiben, und gar in eigener Sache, fände ich unangemessen. Überdies ist ein solches Vorgehen für den Komponisten keine moralische Errungenschaft.

    Faksmilie, Seite 2
    (2)

    Ich fände es, nach meinen
    längeren Beoabachtungen
    angebracht, in den Konservatorien
    (neben den Kompositionsklassen)
    eine Hilfsklasse für praktische
    Organisation
    zu gründen.

    In dem gewandten Herrn
    Richard Geyer war der Organisator
    stärker, als der Künstler – (an
    dieser Überzeugung halte ich fest) –
    anderenfalls eine solche langweilige
    Schwere nicht hätte über zweien
    Generationen aufgezwungen
    werden können.

    Nochmals danke ich Ihnen
    für die gütige Beschäftigung,
    u. ich freue mich, Sie – so
    Gott will – in wenigen Wochen
    wieder zu begrüßen. Inzwischen
    leben Sie wohl, froh u. thätig –

    immer Ihr verehrungsvoll
    und herzlich ergebener

    F. Busoni

    Z. 20. F. 1917.

    Ich fände es nach meinen längeren Beobachtungen angebracht, in den Konservatorien (neben den Kompositionsklassen) eine Hilfsklasse für praktische Organisation zu gründen.

    In dem gewandten Herrn Richard Geyer war der Organisator stärker als der Künstler – (an dieser Überzeugung halte ich fest) –, anderenfalls eine solche langweilige Schwere nicht hätte zweien Generationen aufgezwungen werden können.

    Nochmals danke ich Ihnen für die gütige Beschäftigung, und ich freue mich, Sie – so Gott will – in wenigen Wochen wieder zu begrüßen. Inzwischen leben Sie wohl, froh und tätig –

    immer Ihr verehrungsvoll und herzlich ergebener

    Ferruccio Busoni

    Zürich 20. Februar 1917.
    Faksmilie, Seite 3
    [Rückseite von Textseite 1, vacat]
    Faksmilie, Seite 4
    [Rückseite von Textseite 2, vacat]
    Faksmilie, Seite 5
    zu 44. 20. Febr.
    1917
    Zürich 33
    21.II.17XI-
    VIII
    Oberstrass
    Zürich 33
    21.II.17XI-
    VIII
    Oberstrass
    Herrn Doktor
    Hans Huber
    Angensteinerstrasse, 30.
    Basel.
    Herrn Doktor
    Hans Huber
    Angensteinerstrasse, 30.
    Basel.
    Faksmilie, Seite 6
    [Base]l
    21.II.17–3
    Briefträger
    Basel
    21.II.17–3
    Brie[fträge]r