Hans Huber an Ferruccio Busoni Dokument exportieren

vmtl. Basel, zw. 16. Februar 1917 u. 19. Februar 1917

Stand: 29. Mai 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Die Briefkarte wurde vmtl. in Basel zwischen dem 16. und 19. Februar 1917 verfasst.
  • Keine Datierung in der Quelle.

Umfang

1 Briefkarte, 2 beschriebene Seiten

Zustand

  • Die Briefkarte ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2282 | olim: Mus.ep. H. Huber 56 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Hans Huber, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift.
    • Hand des Archivars, der die Datierung mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Signaturen mit Bleistift eingetragen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift eingetragen hat.
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Hans Huber
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Huber lobt die „starke Moral“ der Rhythmik in Busonis Rondò Arlecchinesco; kontrastiert sie mit der „Langeweile“ der Malerei Ferdinand Hodlers; fordert Konzertaufführung.
  • Incipit

  • Durch Ihre ganze Rhythmik zieht sich
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Claudio Arias Rodriguez
  • Christian Schaper
  • Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    [Febr. 1917?]
    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin
    Hans Huber
    Ein Son̅tagsmotiv:
    Ferruccio Busoni, Rondò Arlecchinesco op. 46, Zf. 23 T. 4̽f. (usw.)

    Lieber Freund!

    Durch Ihre ganze Rhythmik zieht sich im̅er
    eine starke Moral; diese Seite war Ihnen
    schon lange treu & ist deshalb glaubhaft & wahr,
    zum Gegensatz von Hodler, bei dem die
    Rhythmik (ohne Moral) zur Monotonie
    führt. Mir wenigstens geht es so & ich habe
    noch vor einigen Tagen lange mit ihm
    gestritten. Das Hodler’sche Suchen nach dem

    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2282
    Mus.ep. H. Huber 56 (Busoni-Nachl. B II)

    Ein Sonntagsmotiv:
    Ferruccio Busoni, Rondò Arlecchinesco op. 46, Zf. 23 T. 4̽f. (usw.)

    Lieber Freund!

    Durch Ihre ganze Rhythmik zieht sich immer eine starke Moral; diese Seite war Ihnen schon lange treu und ist deshalb glaubhaft und wahr, zum Gegensatz von Hodler, bei dem die Rhythmik (ohne Moral) zur Monotonie führt. Mir wenigstens geht es so, und ich habe noch vor einigen Tagen lange mit ihm gestritten. Das Hodler’sche Suchen nach dem

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin


    Primitivsten in den Formen holt bei mir
    keine andere Empfindung aus, als diejenige
    der Langeweile. Bei Ihnen & in Ihrer
    ganz verblüffend-einfachen Partitur hört
    die Langeweile & das Suchen od. Entziffern
    der Gedanken beim ersten Blick auf, weil
    die Themen reden & weil sich Ihre Rhythmik
    jeder kleinen Gebärde dieses allerliebsten
    Arlecchino’s bemächtigt! Gratulor!

    Sie müßen den Reigen auf das Program̅
    der Extrakonzerte setzen laßen. Wen̅ man
    Busoni heißt, so hat man das Recht zu befehlen!

    Tausend Grüße [und] besten Dank für die Zusendung

    Ihr Hans Huber

    Primitivsten in den Formen holt bei mir keine andere Empfindung aus als diejenige der Langeweile. Bei Ihnen und in Ihrer ganz verblüffend-einfachen Partitur hört die Langeweile und das Suchen oder Entziffern der Gedanken beim ersten Blick auf, weil die Themen reden und weil sich Ihre Rhythmik jeder kleinen Gebärde dieses allerliebsten Arlecchinos bemächtigt! Gratulor!

    Sie müssen den Reigen auf das Programm der Extrakonzerte setzen lassen. Wenn man Busoni heißt, so hat man das Recht zu befehlen!

    Tausend Grüße und besten Dank für die Zusendung.

    Ihr Hans Huber