Stand: 23. Juli 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Locarno am 13. April 1917 verfasst.
  • Datierungen in der Quelle: 1917 (Poststempel Zürich), 13. April 1917 (autograph: „Freitag“), 13. April 1917 (Poststempel)

Umfang

1 Bogen, 2 beschriebene Seiten
  • Briefpapier im Querformat (aufgeklappter Bogen); Vorderseite in zwei Spalten beschrieben, Rückseite vacat.
  • Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten. Umschlagaufriss ohne Textverlust.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2288 | olim: Mus.ep. H. Huber 62 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Hans Huber, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift.
    • Hand des Archivars, der die Signaturen mit Bleistift eingetragen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift eingetragen hat.
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
    • Poststempel (schwarze Tinte)
    • Vmtl. Hand des Empfängers Ferruccio Busoni, der auf der Umschlagrückseite die Zuordnung „Huber“ mit Bleistift notiert hat.

    Inhalt

    Absender

  • Hans Huber
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Huber lobt nach Lektüre der Libretti zu Busonis Arlecchino und Turandot deren Raffinesse und Feinheit; kündigt Besuch der Uraufführung in Zürich an; nennt Henri Barbusses Roman Le feu „wohl das größte symphonische Werk […] über Krieg und Schlachten“.
  • Incipit

  • Die beiden Dichtungen waren mir
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Thea Olivia Beger
  • Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Ouvert toute l’année
    Plein midi
    Saison d’hiver
    Confort le plus moderne
    Balli & C. Prop.
    Freitag

    Mein lieber Freund!

    A. Trüb & Cie Aarau-Lugano (Suisse)

    Die beiden Dichtungen waren mir
    in dem otium con cattivo tempo
    Son̅enstrahlen aus Arkadien. Gaudeamus
    igitur sempre juvenes dum sumus!
    Arlechino stam̅t aus glücklichen Geburts=
    stunden; ich staune über alle diese raffinirt
    raffinirt=eingeführten Fineßen, über die
    malitiösen Kritiken einer lumpigen
    Welt! Homerisches Gelächter unterbrach
    oft mein stilles Lesen. So etwas bringt

    Freitag

    Mein lieber Freund!

    Die beiden Dichtungen waren mir in dem otium con cattivo tempo Sonnenstrahlen aus Arkadien. Gaudeamus igitur sempre juvenes dum sumus! Arlecchino stammt aus glücklichen Geburtsstunden; ich staune über alle diese raffiniert eingeführten Finessen, über die maliziösen Kritiken einer lumpigen Welt! Homerisches Gelächter unterbrach oft mein stilles Lesen. So etwas bringt

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    [2] doch nur ein Romane zustande. Der Aberglaube
    an die Göthesche Menschheit & Menschlichkeit
    hat den Germanen zu viel geschadet! Ich
    gratulire von Herzen & kan̅ mir denken, wie
    Ihre Musik nach den melodischen & sensiblen
    technischen Seiten dazu paßen muß! Turandot
    besitzt im Gegensatz mehr poetisch feinere
    Linien, aber wird auch wirkungsvoll
    sein. Item, zu der Uraufführung in Zürich
    will ich dabei sein. Ich bleibe noch die
    ganze nächste Woche hier & warte auf
    den blauen Him̅el! –

    Ken̅en Sie Barbusse Le feu? Das
    Buch wird wohl das größte symphonische
    Werk sein, das über Krieg & Schlachten
    geschrieben wurde. Einzelne Kapitel erin̅ern
    geradezu an gewiße Blätter Dürer’s. –

    Seien Sie aufs herzlichste gegrüßt
    & beglückwünscht von
    Ihrem recht faulen

    Hans Huber

    doch nur ein Romane zustande. Der Aberglaube an die Goethe’sche Menschheit und Menschlichkeit hat den Germanen zu viel geschadet! Ich gratuliere von Herzen und kann mir denken, wie Ihre Musik nach den melodischen und sensiblen technischen Seiten dazu passen muss! Turandot besitzt im Gegensatz mehr poetisch feinere Linien, aber wird auch wirkungsvoll sein. Item, zu der Uraufführung in Zürich will ich dabei sein. Ich bleibe noch die ganze nächste Woche hier und warte auf den blauen Himmel! –

    Kennen Sie Barbusse Le feu? Das Buch wird wohl das größte symphonische Werk sein, das über Krieg und Schlachten geschrieben wurde. Einzelne Kapitel erinnern geradezu an gewisse Blätter Dürers. –

    Seien Sie aufs herzlichste gegrüßt und beglückwünscht von Ihrem recht faulen

    Hans Huber

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    [Rückseite links, vacat]
    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    [1]
    Mus.ep. H. Huber 62 (Busoni-Nachl. B II)
    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2288
    [Rückseite rechts]
    Faksmilie, Seite 5Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Huber
    [ Ansicht des Grand Hôtel Locarno am Lago Maggiore ]
    Ambulant
    13.IV.17.2527
    Ambulant
    13.IV.17.2527

    (Lac majeur) Lo[carno][ (Suisse)]
    Ouvert toute l’anné[e · Saison d’hiver]
    Confort le plus m[oderne · Plein midi]
    Balli & C. Prop.
    A. Trüb & Cie Aarau-Lugano (Suisse)
    Maestro Ferruccio Busoni
    Scheuchzerstr. 36
    Zürich
    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin
    Maestro Ferruccio Busoni
    Scheuchzerstr. 36
    Zürich
    Faksmilie, Seite 6Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    [Züri]ch
    […]17.VII-
    Brf. Exp.
    Nachlaß Busoni B II
    Mus.ep. H. Huber 62

    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2288-Beil.