Hans Huber an Ferruccio Busoni Dokument exportieren

vmtl. Basel, zw. 10. Juni 1917 u. 15. Juni 1917

Stand: 14. Januar 2017 (unfertig) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde zwischen dem 10. und 15. Juni 1917 vmtl. in Basel verfasst.
  • Keine Datierung in der Quelle.

Umfang

2 Blätter, 3 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II,2279 | olim: Mus.ep. H. Huber 53 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Hans Huber, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift.
    • Hand des Archivars, der die Signaturen des Briefes mit Bleistift eingetragen hat
    • Hand des Archivars, der die Signatur mit der Einordnung in den Busoni Nachlass mit Rotstift ergänzt hat
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Hans Huber
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Incipit

  • Potior est, qui prior est!
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Claudio Arias Rodriguez
  • Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2279
    Mus.ep. H. Huber 53 (Busoni-Nachl. B II) [1] [1917?]

    Mein lieber Freund!

    Potior est, qui prior est!
    Nach Reflexion finde ich doch,
    daß Sie Ihre Opern in diesen Zeiten
    Br. & H. geben sollten. Es muß
    jetzt alles rasch gehen, den̅ wer
    weiß, wohin alles noch führt?
    Italien scheint mir unpraktisch
    zu sein, auch in beiden Beziehungen
    – moralisch & materiell –! Zu dem
    glaube ich kaum, daß der grosse
    Haufen die außerordentlichen
    Feinheiten Ihrer Werke in der
    jetzigen Mentalität verstehen

    Mein lieber Freund!

    Potior est, qui prior est! Nach Reflexion finde ich doch, dass Sie Ihre Opern in diesen Zeiten Breitkopf & Härtel geben sollten. Es muss jetzt alles rasch gehen, denn wer weiß, wohin alles noch führt? Italien scheint mir unpraktisch zu sein, auch in beiden Beziehungen – moralisch und materiell –! Zudem glaube ich kaum, dass der große Haufen die außerordentlichen Feinheiten Ihrer Werke in der jetzigen Mentalität verstehen

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    wird! Bleiben Sie auch jetzt
    dem Land treu, dem Sie so viele
    Sympathien entgegen brachten!
    Es wird - auch bei den materiellen
    Ergebnißen, die Sie bei Br. & H.
    einbüßen, immerhin für Sie noch
    erfreulicher sein, das Werk in
    dem Land zu verlegen, in welchem
    gerade jetzt ein interessanter
    Kampf um Sie herum tobt.
    ( Becher Frankfurter Ztg. !)

    Ich habe meine #
    der Bellinda # #:
    30 Exemplare des Klavieraus=
    zugs autographiert 1280 frs
    Orchestermaterial in
    10 Auflagen 920 frs
    Bellinda gedruckt 2200 frs.
    Nun glaube ich, daß Ihre zwei
    Opern - als Seitenanzahl -
    ziemlich größer sein werden.

    wird! Bleiben Sie auch jetzt dem Land treu, dem Sie so viele Sympathien entgegen brachten! Es wird - auch bei den materiellen Ergebnißen, die Sie bei Breitkopf & Härtel einbüßen, immerhin für Sie noch erfreulicher sein, das Werk in dem Land zu verlegen, in welchem gerade jetzt ein interessanter Kampf um Sie herum tobt. ( Becher Frankfurter Ztg. !)

    Ich habe meine # der Bellinda # #: 30 Exemplare des Klavierauszugs autographiert 1280 frs Orchestermaterial in 10 Auflagen 920 frs Bellinda gedruckt 2200 frs. Nun glaube ich, dass Ihre zwei Opern - als Seitenanzahl - ziemlich größer sein werden.

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    [2]
    Im̅rhin haben Sie durch meine
    Schrift nun einen Anhaltspunkt! -

    Zum Schluß meinen
    tiefempfundenen Dank für Ihr
    Kommen & für Ihren so lieben Brief
    aus dem Euler ! - Ihre Freundschaft
    gehörtmir zum Schönsten in meinem
    ganzen Leben

    Ihr dankbarer


    Hans Huber

    Immerhin haben Sie durch meine Schrift nun einen Anhaltspunkt! -

    Zum Schluß meinen tiefempfundenen Dank für Ihr Kommen und für Ihren so lieben Brief aus dem Euler ! - Ihre Freundschaft gehörtmir zum Schönsten in meinem ganzen Leben

    Ihr dankbarer

    Hans Huber