Stand: 9. August 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde am 22. Mai 1917 vmtl. in Zürich verfasst.
  • Datierung in der Quelle: 22. Mai 1917 (autograph)

Umfang

2 Blatt, 2 beschriebene Seiten
  • Nur die Vorderseiten sind beschrieben.
  • Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Schweiz | Basel | Universitätsbibliothek | NL 30 : 22:A-H:16
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Hand des Archivars, der mit Bleistift die Foliierung vorgenommen und das Datum auf die erste Seite übertragen hat.

    Inhalt

    Absender

  • Ferruccio Busoni
  • Empfänger

  • Hans Huber
  • Zusammenfassung

  • Busoni präzisiert, das Basler Gastspiel von Arlecchino und Turandot solle eines der Zürcher Produktion sein; hat keine Pläne für den Herbst; will bis Kriegsende in der Schweiz bleiben; hofft auf Ablenkung durch ein „neues Werk“.
  • Incipit

  • Sie haben sich meinetwegen so viele Mühe gegeben
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Christian Schaper
  • Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1
    51.22. Mai 1917

    Lieber, Verehrter,

    Sie haben sich meinet-
    wegen so viele Mühe gegeben
    u. ich habe wieder Ihnen zu
    danken! – Infolge meiner
    unvollkommenen Ausdrucks-
    weise hat sich ein Misver-
    ständnis eingestellt. Ich
    dachte an ein
    einmaliges Gastspiel
    des gesammten Züricher
    Theater-Apparates in Basel,
    (denn ich musste selbst
    schließen können, dass Proben
    u. Dekorationen nicht von
    heute auf morgen zu Stande
    kommen). Die Idee eines
    Gastspieles, (schon hier ange-
    regt) erschien (u. erscheint
    mir noch) nicht un-ausführbar.

    Lieber, Verehrter,

    Sie haben sich meinetwegen so viele Mühe gegeben, und ich habe wieder Ihnen zu danken! – Infolge meiner unvollkommenen Ausdrucksweise hat sich ein Missverständnis eingestellt. Ich dachte an ein einmaliges Gastspiel des gesamten Züricher Theater-Apparates in Basel (denn ich musste selbst schließen können, dass Proben und Dekorationen nicht von heute auf morgen zustande kommen). Die Idee eines Gastspieles (schon hier angeregt) erschien (und erscheint mir noch) nicht unausführbar.

    Faksmilie, Seite 2
    (2)

    Ich habe die Absicht, mir
    die Freude zu gönnen, Ihre
    neue Symphonie
    anzuhören.
    Ich freue mich, dass die schöne
    Bel[l]inda
    in Basel
    – und auch Mannheim? – zur
    Darstellung kommt. – Noch
    immer hoffe ich auf baldigen
    Frieden u. infolgedessen weiss
    ich wirklich nicht, wie ich
    meine Pläne für den Herbst
    gestalten soll. – Die Schweizer
    würde ich begreifen, wenn sie
    nun meiner satt wären –
    trotzdem müsste ich bei andauern-
    dem Kriege noch bei Ihnen bleiben.


    Ich baue auf ein keimendes
    neues Werk, das meine Gedanken
    von Aussen abziehen würde: das
    waere die Lösung vieler Fragen.

    Ihr verehrungsvoll grüssender
    treu ergebener

    F. Busoni

    22 Mai 1917.

    Ich habe die Absicht, mir die Freude zu gönnen, Ihre neue Symphonie anzuhören. Ich freue mich, dass die schöne Bellinda in Basel – und auch Mannheim? – zur Darstellung kommt. – Noch immer hoffe ich auf baldigen Frieden, und infolgedessen weiß ich wirklich nicht, wie ich meine Pläne für den Herbst gestalten soll. – Die Schweizer würde ich begreifen, wenn sie nun meiner satt wären – trotzdem müsste ich bei andauerndem Kriege noch bei Ihnen bleiben.

    Ich baue auf ein keimendes neues Werk, das meine Gedanken von außen abziehen würde: das wäre die Lösung vieler Fragen.

    Ihr verehrungsvoll grüßender, treu ergebener

    Ferruccio Busoni

    22. Mai 1917.
    Faksmilie, Seite 3
    [Rückseite von Textseite 1, vacat]
    Faksmilie, Seite 4
    22. Mai 1917
    [Rückseite von Textseite 2]