Hans Huber an Ferruccio Busoni Dokument exportieren

Basel, zw. 20. Januar 1916 u. 4. Februar 1916

Stand: 17. August 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde zwischen dem 20. Januar und 4. Februar 1916 vmtl. in Basel verfasst.
  • Datierung in der Quelle: Januar 1916 (Archiv: „ca. Ende Januar 1916“)

Umfang

1 Bogen, 4 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2256 | olim: Mus.ep. H. Huber 29 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Hans Huber, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift.
    • Vmtl. Hand des Empfängers Ferruccio Busoni, der auf der Umschlagrückseite die Zuordnung „Huber“ mit Bleistift notiert hat.
    • Hand des Archivars, der Signaturen, Foliierung und Datierung mit Bleistift eingetragen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat.
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Hans Huber
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Huber übersendet sein Quintett; will Busonis Ausgabe der Kleinen Präludien von Bach in der Musikschule einsetzen; regt nach der Basler Begeisterung über Busonis Beethoven-Abend vier Klavierabende im Oktober an.
  • Incipit

  • Mit einigem Mißbehagen sende ich Ihnen das Divertimento
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Christian Schaper
  • Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Mus.ep. H. Huber 29 (Busoni-Nachl. B II)
    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2256
    [ca. Ende Januar 1916]

    Carissimo!

    Mit einigem Mißbehagen
    sende ich Ihnen das Divertimento.
    Dieses Berner-Landkind
    mit wollenen Unterröcken
    & Holz Sabots an den Füßen
    paßt nicht recht als Fortsetzung
    zu Ihrer vornehmen schönen
    Sonate. Aber Sie – mit Ihrer
    im besten Sin̅e gut gearteten
    Proteusnatur – bringen auch
    Derartiges zum Klingen, so[1]

    Carissimo!

    Mit einigem Missbehagen sende ich Ihnen das Divertimento. Dieses Berner Landkind mit wollenen Unterröcken und Holz-Sabots an den Füßen passt nicht recht als Fortsetzung zu Ihrer vornehmen, schönen Sonate. Aber Sie – mit Ihrer im besten Sinne gut gearteten Proteusnatur – bringen auch Derartiges zum Klingen, so

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    daß ich mich kindlich & kindisch
    auf das Ertönen freue. Haben
    Sie jetzt schon meines Dankes Hände=
    druck! –

    Wir freuen uns auch auf
    die Ausgabe der kleinen Praeludien,
    die ich schon längst in einer
    künstlerischen Interpretation
    gewünscht habe. – Seit Jahren Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    verlange ich an den Examen
    von jedem Musikschüler
    (nicht Conserv.) ein Stück von
    Bach, das ich für jede Stufe von unten bis
    oben jährlich neu diktire.
    Hoffentlich kan̅ man Ihre
    Edition bereits bei Hug

    dass ich mich kindlich und kindisch auf das Ertönen freue. Haben Sie jetzt schon meines Dankes Händedruck! –

    Wir freuen uns auch auf die Ausgabe der kleinen Präludien, die ich schon längst in einer künstlerischen Interpretation gewünscht habe. – Seit Jahren verlange ich an den Examen von jedem Musikschüler (nicht Conserv.) ein Stück von Bach, das ich für jede Stufe von unten bis oben jährlich neu diktiere. Hoffentlich kann man Ihre Edition bereits bei Hug

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    kaufen. Jedenfalls ließ ich
    bereits einige Exemplare bestellen! –

    Ihr Beethovenabend hat
    in unserer Stadt eine nie erhoffte
    Begeisterung ausgelöst; ich bin
    selbst ganz ergriffen & glücklich über
    diesen Eindruck. –

    Mir schwebt dabei
    schon eine neue speculative Idee
    vor: nämlich eine Repetition (nicht
    der Stücke!) dervon 4 Klavierabenden Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    im October. Wen̅ der Krieg noch
    kein finale findet & Sie unser
    lieber Gast bleiben, so bleibt uns
    auch der Busonicultus treu & der
    Erfolg kan̅ ebenso groß od. noch
    größer werden! –

    [2]

    kaufen. Jedenfalls ließ ich bereits einige Exemplare bestellen! –

    Ihr Beethoven-Abend hat in unserer Stadt eine nie erhoffte Begeisterung ausgelöst; ich bin selbst ganz ergriffen und glücklich über diesen Eindruck. –

    Mir schwebt dabei schon eine neue, spekulative Idee vor: nämlich eine Repetition (nicht der Stücke!) von vier Klavierabenden im Oktober. Wenn der Krieg noch kein Finale findet und Sie unser lieber Gast bleiben, so bleibt uns auch der Busoni-Kultus treu, und der Erfolg kann ebenso groß oder noch größer werden! –

    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    Für Ihre lieben Zeilen
    aus dem Euler danke ich noch
    schönstens; ich bin stolz auf eine
    solche Freundschaft.

    Tausend Liebes & Gutes
    von Ihrem

    Hans Huber

    Huber

    Für Ihre lieben Zeilen aus dem Euler danke ich noch schönstens; ich bin stolz auf eine solche Freundschaft.

    Tausend Liebes und Gutes von Ihrem

    Hans Huber