Stand: 22. August 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde am 5. Februar 1916 in Basel verfasst.
  • Datierung in der Quelle: 5. Februar 1916 (autograph: „5. Februar 1916“)

Umfang

1 Bogen, 4 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2257 | olim: Mus.ep. H. Huber 30 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Hans Huber, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift.
    • Vmtl. Hand des Empfängers Ferruccio Busoni, der auf der Umschlagrückseite die Zuordnung „Huber“ mit Bleistift notiert hat.
    • Hand des Archivars, der Signaturen, Foliierung und Datierung mit Bleistift eingetragen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat.
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
    • Poststempel (schwarze Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Hans Huber
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Huber bittet um Anrede als „Freund“ (statt „Meister“); nennt Busonis Dankesrede an die Schüler des Konservatoriums „von großem edukativen Sinne“; teilt Zeitplan für die Probe seines Quintetts mit Busoni in Basel am 7. Februar 1916 mit.
  • Incipit

  • Da ich so verflucht wenig an meine Meisterschaft glaube
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Christian Schaper
  • Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    [1] Mus.ep. H. Huber 30 (Busoni-Nachl. B II)
    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2257
    5/2 1916

    Carissimo!

    Da ich so verflucht wenig
    an meine Meisterschaft glaube,
    so muß ich Sie bitten Ihre
    zukünftige Anrede in
    „Freund“ zu umwandeln. An
    die Freundschaft, zu der ich
    mein ganzes Zutrauen besitze,
    werde ich dagegen glauben
    bis zum R. I. P.! –

    Ihre Anrede zu den
    bambini & Größeren der

    5.2.1916

    Carissimo!

    Da ich so verflucht wenig an meine Meisterschaft glaube, so muss ich Sie bitten, Ihre zukünftige Anrede in „Freund“ zu umwandeln. An die Freundschaft, zu der ich mein ganzes Zutrauen besitze, werde ich dagegen glauben bis zum R. I. P.! –

    Ihre Anrede zu den bambini und Größeren der

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    Schule ist lieb & zeugt von
    großem eduticativen Sin̅e,
    den ich in dieser subtilen, feinen
    Art nicht bei Ihnen gesucht
    hätte. Sie müßen jedenfalls vorzügliche
    Eltern & wahrscheinlich eine sehr
    distungirte Mutter betrauern.
    Non e vero? –

    Nach Zurigo
    kan̅ ich leider nicht kom̅en;
    mein adlatus an der Schule
    ist krank geworden & da
    wir überdieß am Montag
    Abend einen sogen. Vortrags=
    abend angesetzt haben, kan̅

    Schule ist lieb und zeugt von großem edukativen Sinne, den ich in dieser subtilen, feinen Art nicht bei Ihnen gesucht hätte. Sie müssen jedenfalls vorzügliche Eltern und wahrscheinlich eine sehr distinguierte Mutter betrauern. Non è vero? –

    Nach Zurigo kann ich leider nicht kommen; mein adlatus an der Schule ist krank geworden, und da wir überdies am Montagabend einen sogenannten Vortragsabend angesetzt haben, kann

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    [2] ich absolut nicht weg! Das
    Unglück scheint mir – mit Aus=
    nahme des Zusam̅enseins mit
    Ihnen & Andreae – nicht so
    gewaltig zu sein! –

    Also am Montag abend
    4.35 wird Sie Konzertmeister
    Hirt an der Bahn begrüßen. (ich
    kan̅ nicht kom̅en). Ich glaube, daß
    er die Probe auf 6 Uhr angesetzt
    hat. Etwa 8½ Uhr werde ich Sie
    in der Veltliner Halle aufsuchen.
    Mit den Basler Quartettisten habe ich
    2 Mal tüchtig probirt; aber es sind
    halt auch Handwerker unter den
    guten Leuten. Ich bitte Sie recht
    Geduld zu haben; die Leute sind

    ich absolut nicht weg! Das Unglück scheint mir – mit Ausnahme des Zusammenseins mit Ihnen und Andreae – nicht so gewaltig zu sein! –

    Also am Montagabend 4:35 Uhr wird Sie Konzertmeister Hirt an der Bahn begrüßen (ich kann nicht kommen). Ich glaube, dass er die Probe auf 6 Uhr angesetzt hat. Etwa 8½ Uhr werde ich Sie in der Veltlinerhalle aufsuchen. Mit den Basler Quartettisten habe ich zweimal tüchtig probiert; aber es sind halt auch Handwerker unter den guten Leuten. Ich bitte Sie recht Geduld zu haben; die Leute sind

    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    dafür willig! Auf Ihre Interpretation
    freue ich mich riesig! Auch darin bin ich
    nicht einmal „Meister“: den̅ ich freue
    mich über jede Auslegung meiner
    Stücke, wen̅ dieselbe von einem
    warm fühlenden Künstler ausgeht! –
    Dienstags erwarten wir Sie also
    nach der Probe zu einem kurzen &
    bündigen Dejeuner! So gern hätte
    ich Ihre Zürcher Freunde dazu einge=
    laden, aber unser Haus ist winzig=
    klein. Ex officio müßte ich
    His-Schlumberger & Frau, Suter & Frau
    Prof Speiser-Sarasin & Frau, Reiter & Frau & Hirt
    zu Ihnen einladen; ich glaube, die
    ganze Stadt wäre gekom̅en. Solche
    Wunder haben Sie gewirkt!
    Vivat sequens!

    & tausend liebe
    Grüße an Sie & Ihre Frau

    Ihr H. Huber

    dafür willig! Auf Ihre Interpretation freue ich mich riesig! Auch darin bin ich nicht einmal „Meister“: denn ich freue mich über jede Auslegung meiner Stücke, wenn dieselbe von einem warm fühlenden Künstler ausgeht! – Dienstags erwarten wir Sie also nach der Probe zu einem kurzen und bündigen Déjeuner! So gern hätte ich Ihre Zürcher Freunde dazu eingeladen, aber unser Haus ist winzig klein. Ex officio müsste ich His-Schlumberger und Frau, Suter und Frau, Prof. Speiser-Sarasin und Frau, Reiter und Frau und Hirt zu Ihnen einladen; ich glaube, die ganze Stadt wäre gekommen. Solche Wunder haben Sie gewirkt! Vivat sequens!

    und tausend liebe Grüße an Sie und Ihre Frau

    Ihr Hans Huber

    Faksmilie, Seite 5Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Illustrissimo Ferruccio Busoni
    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin
    Basel 20
    –5.II.16.XII
    Äußere St. Alban
    Zürich
    36 Scheuchzerstr..
    Basel 20
    –5.II.16.XII
    Äuß[ere St. Al]ban
    Illustrissimo Ferruccio Busoni
    Zürich
    36 Scheuchzerstr..
    Faksmilie, Seite 6Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Huber
    Nachlaß Busoni B II
    Mus.ep. H. Huber 30

    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2257-Beil.
    Zürich 1
    3–4
    5·II
    1916
    Briefvers