Stand: 28. August 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde am 6. Juni 1907 vmtl. in Berlin verfasst.
  • Datierungen in der Quelle: 6. Juni 1907 (autograph), 6. Juni 1907 (Archiv)

Umfang

1 Blatt, 2 beschriebene Seiten

Zustand

  • Leichter Anriss beim Mittelfalz rechts (recto); Fleck oben links (recto); kleinere Tintenflecken unten links (verso); kein Textverlust. Ansonsten gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Schweiz | Basel | Universitätsbibliothek | NL 30 : 22:A-H:16
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Hand des Archivars, der mit Bleistift die Nummerierung innerhalb des Briefwechsels eingetragen und das Datum auf die erste Seite übertragen hat.

    Inhalt

    Absender

  • Ferruccio Busoni
  • Empfänger

  • Hans Huber
  • Zusammenfassung

  • Busoni nennt als Kandidaten für einen Meisterkurs am Basler Konservatorium: Waldemar Lütschg, Michael von Zadora, Theodor Szántó, Egon Petri, Bruno Mugellini, Alberto Fano, Johan Wijsman, Alfredo Casella, Rudolf Ganz.
  • Incipit

  • Die Aufgabe, die Sie mir stellen
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Christian Schaper
  • Unter Mitwirkung von

    • Patrick Becker

    Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1
    1.6. Juni 1907

    Sehr verehrter Meister.

    Die Aufgabe, die Sie mir stellen – an sich
    ehren= u. vertrauensvoll – ist schwierig.
    Ich kenne mehrere junge prächtige
    Männer, denen ich eine so schoene
    und dankbare Thätigkeit von Herzen
    wünschte; aber es soll nicht nur diesen
    gedient werden, sondern auch den
    Baslern! – Ein “Verkannter” ist z. B.
    der ausgezeichnete u. hochgebildete Pianist
    Waldemar Lütschg, der – wenn er
    sich persönlich in angenehme Beziehungen
    zu stellen weiss – künstlerisch allen An-
    forderungen entspräche. – Ein “brillianter”
    Clavierspieler verwegener Art ist Herr
    Michael von Zadora, ein Gentleman
    nebenbei, aber nervös und ohne
    feste Autorität. Mein Schüler Theodor
    Szántó
    , jetzt in Paris, (ein Dreissiger)
    ist reif als Pianist u. Musiker und
    hat ausgesprochenen pädagogischen Sinn.
    Endlich ist noch Egon Petri zu nennen
    (jetzt Professor in Manchester) mein
    “echtester” Schüler.

    Sehr verehrter Meister.

    Die Aufgabe, die Sie mir stellen – an sich ehren- und vertrauensvoll – ist schwierig. Ich kenne mehrere junge prächtige Männer, denen ich eine so schöne und dankbare Tätigkeit von Herzen wünschte; aber es soll nicht nur diesen gedient werden, sondern auch den Baslern! – Ein „Verkannter“ ist z. B. der ausgezeichnete und hochgebildete Pianist Waldemar Lütschg, der – wenn er sich persönlich in angenehme Beziehungen zu stellen weiß – künstlerisch allen Anforderungen entspräche. – Ein „brillanter“ Klavierspieler verwegener Art ist Herr Michael von Zadora, ein Gentleman nebenbei, aber nervös und ohne feste Autorität. Mein Schüler Theodor Szántó, jetzt in Paris (ein Dreißiger), ist reif als Pianist und Musiker und hat ausgesprochenen pädagogischen Sinn. Endlich ist noch Egon Petri zu nennen (jetzt Professor in Manchester), mein „echtester“ Schüler.

    Faksmilie, Seite 2

    Noch kämen zwei Italiener in
    Betracht; Bruno Mugellini
    (Professor am Bologna-Conservatorium)
    u. ein vollgereifter Künstler, der sich
    eine abwechselnde Thätigkeit lebhaft
    wünschte. – Alberto Fano, gegen-
    wärtig Director des Conservatoriums
    in Parma.

    Endlich kann ich Ihnen noch
    meinen „theilweisen“ soliden Schüler
    Herrn Johann Wijsman aus
    Amsterdam (Valeriusstraat 48)
    nennen u. Ihnen mittheilen, dass
    mir von verschiedenen urtheils-
    -fähigsten Seiten ein junger Casella
    aus Paris, mit höchster Bewunderung
    genannt wurde.

    Und was mit Rudolf Ganz?

    In höchster Verehrung grüsst Sie
    allerfreundlichst Ihr sehr ergebener

    Ferruccio Busoni

    6. Juni 1907.

    Noch kämen zwei Italiener in Betracht; Bruno Mugellini (Professor am Bologna-Konservatorium) und ein vollgereifter Künstler, der sich eine abwechselnde Tätigkeit lebhaft wünschte. – Alberto Fano, gegenwärtig Direktor des Konservatoriums in Parma.

    Endlich kann ich Ihnen noch meinen „teilweisen“ soliden Schüler Herrn Johan Wijsman aus Amsterdam (Valeriusstraat 48) nennen und Ihnen mitteilen, dass mir von verschiedenen urteilsfähigsten Seiten ein junger Casella aus Paris mit höchster Bewunderung genannt wurde.

    Und was mit Rudolf Ganz?

    In höchster Verehrung grüßt Sie allerfreundlichst Ihr sehr ergebener

    Ferruccio Busoni

    6. Juni 1907.