Ferruccio Busoni an Hans Huber Dokument exportieren

vmtl. Zürich, 18. Juli 1917

Stand: 24. August 2017 (unfertig) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde am 18. Juli 1917 vmtl. in Zürich verfasst.
  • Datierungen in der Quelle: 18. Juli 1917 (autograph), 18. Juli 1917 (Archiv)

Umfang

2 Blatt, 2 beschriebene Seiten
  • Nur die Vorderseiten beschrieben. Postscriptum auf der ersten Seite oben (kopfstehend).
  • Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Schweiz | Basel | Universitätsbibliothek | NL 30 : 22:A-H:16
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Hand des Archivars, der mit Bleistift Nummerierung und Foliierung vorgenommen und das Datum auf die erste Seite übertragen hat.

    Inhalt

    Absender

  • Ferruccio Busoni
  • Empfänger

  • Hans Huber
  • Zusammenfassung

  • Incipit

  • verzeihen Sie, dass ich Sie so schnell
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Christian Schaper
  • Unter Mitwirkung von

    • Patrick Becker

    Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1
    57.18. Juli 1917

    Hochverehrter Freund,

    verzeihen Sie, dass ich Sie so schnell
    nach einander anfalle, diesmal aus
    einem noch dazu ganz selbsüchtigen
    Anlasse. – der Missverständnisse –
    absichtlicher u. unabsichtlicher –
    gegenüber meiner “Aesthetik” waren
    so viele (u. manche davon unter
    einander derart übereinstimmend),
    dass ich mich fragte, ob ich bei
    der neuen Auflage, die bald nöthig
    wird, Erläuterndes hinzufügen sollte.

    Da es aber keineswegs so aus-
    sehen darf, als ob ich mich recht-
    fertigte, so gab ich diesen Gedanken
    auf u. ergriff dafür die Idee
    eines Nachträglichen Vorwortes.

    Dieses mrüsste aber von Einem
    der älter u. autoritativer ist,
    als ich es bin, geschrieben werden,
    wie das bei französischen Büchern
    ein guter Gebrauch ist.

    P.S. Meine opern angelegenheit scheint nach Norden hin eine entscheidende Wendung genommen zu haben. Man kam mir in Mailand auf das Verbindlichste entgegen, so dass ich eigentlich kein vollkommen gutes Gewissen führe. Aber was sollte ich Ihnen? Ich habe mir die Frage von allen Seiten betrachtet.

    Hochverehrter Freund,

    verzeihen Sie, dass ich Sie so schnell nach einander anfalle, diesmal aus einem noch dazu ganz selbsüchtigen Anlasse. – der Missverständnisse – absichtlicher und unabsichtlicher – gegenüber meiner “Aesthetik” waren so viele (und manche davon unter einander derart übereinstimmend), dass ich mich fragte, ob ich bei der neuen Auflage, die bald nöthig wird, Erläuterndes hinzufügen sollte.

    Da es aber keineswegs so aussehen darf, als ob ich mich rechtfertigte, so gab ich diesen Gedanken auf und ergriff dafür die Idee eines Nachträglichen Vorwortes.

    Dieses mrüßte aber von Einem der älter und autoritativer ist, als ich es bin, geschrieben werden, wie das bei französischen Büchern ein guter Gebrauch ist.

    P.S. Meine opern angelegenheit scheint nach Norden hin eine entscheidende Wendung genommen zu haben. Man kam mir in Mailand auf das Verbindlichste entgegen, so dass ich eigentlich kein vollkommen gutes Gewissen führe. Aber was sollte ich Ihnen? Ich habe mir die Frage von allen Seiten betrachtet.
    Faksmilie, Seite 2
    (2)

    Würden Sie zur Abfassung
    eines solchen Vorwortes Lust u.
    Neigung fühlen? – Ich Wir könnten
    uns über einige Punkte verständigen,
    im übrigen würden Sie Ihren Gedanken
    u. Ansichten den eigenen Lauf lassen.

    Sollten Sie im Prinzip dafür
    stimmen, dann würde ich die
    Absicht dem Insel Verlag bekannt
    geben u. wiederum dessen Zustimmung
    abwarten. – Das Material der
    Entgegnung[...] habe ich gesammelt.

    Es ist überflrüssig zu sagen, dass
    ich es mir zur Ehre, dem Buche
    zur Auszeichnung u. N zum Nutzen
    rechnete, wenn es von Ihnen
    eingeleitet würde.

    Noch einmal bitte ich um
    Verzeihung, und auch darum,
    dass Sie sich bei der Antwort
    keinerlei Zwang noch Rücksicht
    auferlegen.

    Ihr herzlich und verehrungsvoll ergebener

    18 Juli 1917

    F. Busoni

    Würden Sie zur Abfassung eines solchen Vorwortes Lust und Neigung fühlen? – Ich Wir könnten uns über einige Punkte verständigen, im übrigen würden Sie Ihren Gedanken und Ansichten den eigenen Lauf lassen.

    Sollten Sie im Prinzip dafür stimmen, dann würde ich die Absicht dem Insel Verlag bekannt geben und wiederum dessen Zustimmung abwarten. – Das Material der Entgegnung[...] habe ich gesammelt.

    Es ist überflrüßig zu sagen, dass ich es mir zur Ehre, dem Buche zur Auszeichnung und N zum Nutzen rechnete, wenn es von Ihnen eingeleitet würde.

    Noch einmal bitte ich um Verzeihung, und auch darum, dass Sie sich bei der Antwort keinerlei Zwang noch Rücksicht auferlegen.

    Ihr herzlich und verehrungsvoll ergebener

    18 Juli 1917

    Ferruccio Busoni

    Faksmilie, Seite 3
    [Rückseite von Textseite 1, vacat]
    Faksmilie, Seite 4
    [Rückseite von Textseite 2, vacat]