Ferruccio Busoni an Hans Huber Dokument exportieren

vmtl. Zürich, 27. September 1918

Stand: 24. August 2017 (unfertig) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde am 27. September 1918 vmtl. in Zürich verfasst.
  • Datierungen in der Quelle: 27. September 1918 (autograph), 27. September 1918 (Archiv)

Umfang

2 Blatt, 2 beschriebene Seiten
  • Nur die Vorderseiten beschrieben.
  • Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Schweiz | Basel | Universitätsbibliothek | NL 30 : 22:A-H:16
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Hand des Archivars, der mit Bleistift Nummerierung und Foliierung vorgenommen und das Datum auf die erste Seite übertragen hat.

    Inhalt

    Absender

  • Ferruccio Busoni
  • Empfänger

  • Hans Huber
  • Zusammenfassung

  • Incipit

  • durch ihre Bemerkung Sie fürchten den Empfang von Gedanken
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Christian Schaper
  • Unter Mitwirkung von

    • Patrick Becker

    Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1
    71.27 Sept. 1918

    Lieber und Verehrter

    durch ihre Bemerkung
    „Sie fürchten den Empfang von
    Gedanken“ kann ich mich nicht
    abhalten lassen Ihnen dennoch
    zu schreiben: dieses zu thun liegt
    mir zu sehr am Herzen; und ich
    schreibe Ihnen d mit diesem mehr,
    als mit dem Gehirn. – Locarno,
    das Sie sehr zu lieben scheinen, wird
    Sie stärken u. aufheitern: – dass Sie
    dort mit mir „in der Natur herum
    pfeifen“ wollen, beweist dass Sie
    jünger sind als ich. – Ich bin
    der richtige Schreibtischhocker ge-
    worden und habe in diesem ... Zürich
    auch verlernt, meine grösseren
    städtischen Wanderungen (o,
    London!) zu vollziehen. Die
    vermisse ich – nächst der stillen
    Beschäftigung mit meiner Bibliothek –
    fast am Meisten.

    Lieber und Verehrter

    durch ihre Bemerkung „Sie fürchten den Empfang von Gedanken“ kann ich mich nicht abhalten lassen Ihnen dennoch zu schreiben: dieses zu tun liegt mir zu sehr am Herzen; und ich schreibe Ihnen d mit diesem mehr, als mit dem Gehirn. – Locarno, das Sie sehr zu lieben scheinen, wird Sie stärken und aufheitern: – dass Sie dort mit mir „in der Natur herum pfeifen“ wollen, beweist dass Sie jünger sind als ich. – Ich bin der richtige Schreibtischhocker geworden und habe in diesem ... Zürich auch verlernt, meine grösseren städtischen Wanderungen (o, London!) zu vollziehen. Die vermisse ich – nächst der stillen Beschäftigung mit meiner Bibliothek – fast am Meisten.

    Faksmilie, Seite 2
    (2)

    Inzwischen hat die Schweizer
    Musikwoche in Leipzig Ihnen alle
    Ihnen gebührende Ehren ein-
    gesbracht: – das ist gut und gerecht.
    Von der „Campanella“ sagte mir ein-
    mal ein Musiker, sie enthielte eine
    Strophe zu viel. Diese Bemerkung
    muss ich auf die Berichte über die
    Schweizer in Leipzig anwenden. Ein
    Bericht zu viel war zu registrieren!

    Warum soll man Zweygberg
    aus seinem Behagen aufrütteln?
    Er ist so zufriedener – und die
    übrigen Cellisten ebenfalls...

    Darf ich Ihnen von Zeit zu
    [...]Zeit „Nova“ senden? Vieles ist
    bereits gestochen, das nicht gedruckt
    werden kann: „Das ist Krankheit,
    so steht es mit der Welt“ – um
    Ihre eigenen Worte zu variieren.

    Mit den wärmsten Wünschen u. verehrungsvollen Grüssen

    27 Septbr. 1918
    Ihr

    F. Busoni

    Inzwischen hat die Schweizer Musikwoche in Leipzig Ihnen alle Ihnen gebührende Ehren eingesbracht: – das ist gut und gerecht. Von der „Campanella“ sagte mir einmal ein Musiker, sie enthielte eine Strophe zu viel. Diese Bemerkung muss ich auf die Berichte über die Schweizer in Leipzig anwenden. Ein Bericht zu viel war zu registrieren!

    Warum soll man Zweygberg aus seinem Behagen aufrütteln? Er ist so zufriedener – und die übrigen Cellisten ebenfalls...

    Darf ich Ihnen von Zeit zu [...]Zeit „Nova“ senden? Vieles ist bereits gestochen, das nicht gedruckt werden kann: „Das ist Krankheit, so steht es mit der Welt“ – um Ihre eigenen Worte zu variieren.

    Mit den wärmsten Wünschen und verehrungsvollen Grüßen

    27 Septbr. 1918
    Ihr

    Ferruccio Busoni

    Faksmilie, Seite 3
    [Rückseite von Textseite 1, vacat]
    Faksmilie, Seite 4
    [Rückseite von Textseite 2, vacat]