Ferruccio Busoni an Hans Huber Dokument exportieren

vmtl. Zürich, 1. September 1920

Stand: 24. August 2017 (unfertig) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde am 1. September 1920 vmtl. in Zürich verfasst.
  • Datierung in der Quelle: 1. September 1920 (autograph)

Umfang

2 Blatt, 2 beschriebene Seiten
  • Nur die Vorderseiten beschrieben.
  • Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Schweiz | Basel | Universitätsbibliothek | NL 30 : 22:A-H:16
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Hand des Archivars, der Nummerierung und Foliierung mit Bleistift vorgenommen hat.

    Inhalt

    Absender

  • Ferruccio Busoni
  • Empfänger

  • Hans Huber
  • Zusammenfassung

  • Incipit

  • ich gedenke Ihrer so oft – in Liebe und Verehrung
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Christian Schaper
  • Unter Mitwirkung von

    • Patrick Becker

    Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1
    77.

    Lieber Verehrter,

    ich gedenke Ihrer so oft
    – in Liebe und Verehrung – und
    bewahre Ihre Briefe sorgsam auf;
    es war ja eine Zeit, wenn ich
    die ehrende Freude genoss, mit
    Ihnen schriftlich zu verkehren.

    – Die Aenderungen in Ihrem
    Leben, die böse Zeit Ihrer Krank-
    heit, haben es mit sich geführt,
    dass Ihre Lust am Schreiben nach-
    liess; ich kann es erklären, wenn
    ich es auch bedauern muss; doch
    bleibe ich für das Empfangene dankbar.

    – Denn Sie haben mir damals,
    – dem Fremden, – äusserlich und inner-
    lich geholfen und es einzurichten
    gewusst, dass ich mich rasch heimisch
    fühlte in Ihrer Schweiz; und so,
    dass auch die Schweizer mich so
    empfanden. Diese Wohlthat verdanke
    ich Ihnen.

    Lieber Verehrter,

    ich gedenke Ihrer so oft – in Liebe und Verehrung – und bewahre Ihre Briefe sorgsam auf; es war ja eine Zeit, wenn ich die ehrende Freude genoss, mit Ihnen schriftlich zu verkehren.

    – Die Aenderungen in Ihrem Leben, die böse Zeit Ihrer Krankheit, haben es mit sich geführt, dass Ihre Lust am Schreiben nachließ; ich kann es erklären, wenn ich es auch bedauern muss; doch bleibe ich für das Empfangene dankbar.

    – Denn Sie haben mir damals, – dem Fremden, – äusserlich und innerlich geholfen und es einzurichten gewusst, dass ich mich rasch heimisch fühlte in Ihrer Schweiz; und so, dass auch die Schweizer mich so empfanden. Diese Wohltat verdanke ich Ihnen.

    Faksmilie, Seite 2
    (2)

    Ich habe Sie so wenig wieder-
    gesehen! – Weiss nicht einmal, wo
    Sie gegenwärtig sind und riskire
    die Sendung nach Vitznau. – Sie
    wissen vielleicht von mir mehr,
    und dass ich nun die Schweiz ver-
    lasse. – Dieses lag zwar von Beginn
    an im Plan, doch kommt es jetzt
    mit einer unerwarteten Gewaltsamkeit.
    – Das Abschiednehmen fällt mir
    schwer, zumal von so geliebten und
    tiefverehrten Menschen, wie Sie
    einer (unter wenigen) sind!
    – Leben Sie wohl – und dies im
    buchstäblichen Sinne – und gedenken
    Sie gütig meiner. Und, so Gott
    will, auf Wiedersehen.

    Ihrer verehrten Frau
    Ihrer lieben Elisabeth
    Alles Herzlich=Achtungsvolle.

    – Frau Gerda ist bei mit
    dem Herzen dabei.

    Ihr

    1. Septbr. 1920

    Ferruccio Busoni

    Ich habe Sie so wenig wiedergesehen! – Weiß nicht einmal, wo Sie gegenwärtig sind und riskiere die Sendung nach Vitznau. – Sie wissen vielleicht von mir mehr, und dass ich nun die Schweiz verlasse. – Dieses lag zwar von Beginn an im Plan, doch kommt es jetzt mit einer unerwarteten Gewaltsamkeit. – Das Abschiednehmen fällt mir schwer, zumal von so geliebten und tiefverehrten Menschen, wie Sie einer (unter wenigen) sind! – Leben Sie wohl – und dies im buchstäblichen Sinne – und gedenken Sie gütig meiner. Und, so Gott will, auf Wiedersehen.

    Ihrer verehrten Frau Ihrer lieben Elisabeth Alles Herzlich-Achtungsvolle.

    – Frau Gerda ist bei mit dem Herzen dabei.

    Ihr

    1. Septbr. 1920

    Ferruccio Busoni

    Faksmilie, Seite 3
    [Rückseite von Textseite 1, vacat]
    Faksmilie, Seite 4
    [Rückseite von Textseite 2, vacat]