Stand: 7. November 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Basel am 12. November 1911 verfasst.
  • Datierung in der Quelle: 12. November 1911 (Poststempel Basel)

Umfang

1 Bogen, 3 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten; Umschlag links unvollständig infolge Aufriss (ohne Textverlust).
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2247 | olim: Mus.ep. H. Huber 20 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Hans Huber, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift.
    • Vmtl. Hand des Empfängers Ferruccio Busoni, der auf dem Umschlag die Zuordnung „Huber“ mit Bleistift notiert hat.
    • Hand des Archivars, der mit Bleistift die Signaturen eingetragen und die Foliierung vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
    • Poststempel (schwarze Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Hans Huber
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Huber entschuldigt die anderweitige Widmung seines 4. Klavierkonzerts; plant eine Busoni zu widmende „Fantasie für Klavier und Orchester“; teilt die bevorstehende Uraufführung seiner 6. Symphonie mit; hofft auf neuerlichen Besuch Busonis; schwärmt von seinem Italien-Aufenthalt.
  • Incipit

  • Durch Kapellmeister Suter hörte ich gestern eine Andeutung über mein neues Klavierkonzert
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Christian Schaper
  • Unter Mitwirkung von

    • Patrick Becker
    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Mus.ep. H. Huber 20 (Busoni-Nachl. B II)
    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2247
    [1]

    Mein lieber Maestro!

    Durch Kapellmeister Suter hörte ich
    gestern eine Andeutung über mein
    neues Klavierkonzert
    , die ich doch
    sofort rektifizieren möchte. Ich habe
    das Stück, das endlich fertig geworden ist,
    nämlich den beiden Interpreten meines
    op 113 (!) gewidmet: dem Herrn
    Ganz
    & meinem Schüler Levy. –
    Wen̅ ich Ihnen einmal eine derartige
    Schöpfung zudenke, so muß es auch
    mein bestes Werk sein, von dem ich
    selbst die Ueberzeugung habe, es sei einem
    so großen Künstler würdig! Eine
    Fantasie für Klavier & Orchester spukt
    in meinem Kopfe herum & bis Sie
    wieder einmal in Basel sind, kan̅

    Mein lieber Maestro!

    Durch Kapellmeister Suter hörte ich gestern eine Andeutung über mein neues Klavierkonzert, die ich doch sofort rektifizieren möchte. Ich habe das Stück, das endlich fertig geworden ist, nämlich den beiden Interpreten meines op. 113 (!) gewidmet: dem Herrn Ganz und meinem Schüler Levy. – Wenn ich Ihnen einmal eine derartige Schöpfung zudenke, so muss es auch mein bestes Werk sein, von dem ich selbst die Überzeugung habe, es sei einem so großen Künstler würdig! Eine Fantasie für Klavier und Orchester spukt in meinem Kopfe herum, und bis Sie wieder einmal in Basel sind, kann

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    dieselbe heranreifen; an schöner
    Sonne in Italien (nächstes Frühjahr)
    soll es nicht fehlen! –

    Am nächsten Son̅tag führt
    Suter meine neue Symphonie auf. Schade,
    daß Sie so weit weg sind, sonst müßten
    Sie mir die Ehre Ihres Besuches schenken. –

    Nur jetzt fallen die
    Blätter & gründen den humus zum
    nächsten lebendigen Frühling &
    damit wachsen Pläne & Dinge,
    über die man sich im Niedergange
    des Jahres schon begeistern möchte.
    Sie ahnen, was ich meine! Wen̅ Sie
    die alte Kulturstadt wieder anheimelt,
    oder die etwas versunkene Schloß=
    herrlichkeit von Bottmingen in Ihrem
    Geiste erwacht – dan̅ wollen
    wir ein großes internationales
    Jubellied anstim̅en! Die Prologe
    sollen ganz nach Ihrem Wunsche

    dieselbe heranreifen; an schöner Sonne in Italien (nächstes Frühjahr) soll es nicht fehlen! –

    Am nächsten Sonntag führt Suter meine neue Symphonie auf. Schade, dass Sie so weit weg sind, sonst müssten Sie mir die Ehre Ihres Besuches schenken. –

    Nur jetzt fallen die Blätter und gründen den humus zum nächsten lebendigen Frühling, und damit wachsen Pläne und Dinge, über die man sich im Niedergange des Jahres schon begeistern möchte. Sie ahnen, was ich meine! Wenn Sie die alte Kulturstadt wieder anheimelt oder die etwas versunkene Schlossherrlichkeit von Bottmingen in Ihrem Geiste erwacht – dann wollen wir ein großes internationales Jubellied anstimmen! Die Prologe sollen ganz nach Ihrem Wunsche

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    [2] instrumentirt werden, weßhalb
    ich jetzt schon bei Ihnen anpoche! –

    In Ihrem schönen
    Vaterlande
    habe ich ein paar prächtige
    Wochen verlebt, Rom dadurch leider
    ueber Basel & Heidelberg. –

    Mit herzlichem Gruße
    auch an Ihre verehrte Frau bin [ich] Ihr
    devoué

    Hans Huber

    instrumentiert werden, weshalb ich jetzt schon bei Ihnen anpoche! –

    In Ihrem schönen Vaterlande habe ich ein paar prächtige Wochen verlebt, Rom dadurch leider über Basel und Heidelberg. –

    Mit herzlichem Gruße auch an Ihre verehrte Frau bin ich Ihr devoué

    Hans Huber

    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Faksmilie, Seite 5Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Basel
    12.XI.11.–8
    Brf. Exp.
    Basel
    12.XI.11.–8
    Brf. Exp.
    Maestro F. Busoni
    Compositore
    Berlin W. 30
    11. Victoria-Luise-Platz
    Maestro F. Busoni
    Compositore
    Berlin W. 30
    11. Victoria-Luise-Platz
    Faksmilie, Seite 6Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Huber
    Nachlaß Busoni B II
    Mus.ep. H. Huber 20

    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2247-Beil.