Stand: 8. November 2017 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Basel am 17. Oktober 1915 verfasst.
  • Datierungen in der Quelle: 17. Oktober 1915 (autograph), 17. Oktober 1915 (Poststempel Basel), 17. Oktober 1915 (Poststempel Zürich)

Umfang

1 Bogen, 2 beschriebene Seiten

Zustand

  • Brief und Umschlag sind gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2248 | olim: Mus.ep. H. Huber 21 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Hans Huber, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift.
    • Vmtl. Hand des Empfängers Ferruccio Busoni, der auf dem Umschlag die Zuordnung „Huber“ mit Bleistift notiert hat.
    • Hand des Archivars, der mit Bleistift die Signaturen eingetragen und die Foliierung vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
    • Poststempel (schwarze Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Hans Huber
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Huber heißt Busoni in Zürich willkommen; bestätigt das Programm des Liszt-Abends; zeigt Verständnis für Busonis Schwierigkeiten mit der Spitteler-Lektüre; kündigt Übersendung von Briefen Karl Stauffer-Berns an.
  • Incipit

  • das „caro“ bedeutet in der Umwertung
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Christian Schaper
  • Unter Mitwirkung von

    • Patrick Becker
    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Mus.ep. H. Huber 21 (Busoni-Nachl. B II)
    [1]
    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2248

    Mein lieber Maestro – das „caro“
    bedeutet in der Umwertung „verehrtester“
    & hat das Vorrecht des Aelteren!“ –

    Mögen meine Zeilen auch als sin̅iger
    Gruß – quasi als glückliches Omen –
    zu den ersten gehören, die Sie & Ihre
    Familie im neuem Heim empfangen!
    Hoffentlich übernim̅t Sie auch noch später
    ein „mal du pays“, wen̅ Sie an den
    Zürcher-Aufenthalt & an das poetische
    Ergebniß desselben denken! –

    Wäre ich das Publikum,
    so würde ich von dem berufensten Liszt=
    Iinterpreten geradezu vier Liszt-Abende verlangen;
    aber in dem conservativen Basel geht
    das nicht. Ich habe auch mit His-Schlumberger
    darüber gesprochen, der auchebenfalls meiner
    Ansicht ist – & der – nebenbei gesagt – sich Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    Basel, Angensteinerstr. 30 17. Oktober 1915.

    Mein lieber Maestro – das „caro“ bedeutet in der Umwertung „verehrtester“ und hat das Vorrecht des Älteren! –

    Mögen meine Zeilen auch als sinniger Gruß – quasi als glückliches Omen – zu den ersten gehören, die Sie und Ihre Familie im neuem Heim empfangen! Hoffentlich übernimmt Sie auch noch später ein „mal du pays“, wenn Sie an den Zürcher Aufenthalt und an das poetische Ergebnis desselben denken! –

    Wäre ich das Publikum, so würde ich von dem berufensten Liszt-Interpreten geradezu vier Liszt-Abende verlangen; aber in dem konservativen Basel geht das nicht. Ich habe auch mit His-Schlumberger darüber gesprochen, der ebenfalls meiner Ansicht ist – und der – nebenbei gesagt – sich

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    enorm auf Sie freut! Bleiben
    wir also bei Ihrem Vorschlage:

    Ihrer Prometheuskritik
    kan̅ ich gut nachfühlen; man muß
    entschieden noch etwas von der Unschuld
    der Lebensanschauungen in sich spüren
    oder dann nichts von Multatuli wißen –
    mit anderen Worten „jünger“ sein. –
    Mehr Freude werden Ihnen die Briefe
    von Stauffer bereiten, die ich Ihnen
    in den nächsten Tagen zusenden werde! –
    Und nun ins neue Haus & zur
    schönen Arbeit den Wahlspruch
    Rousseau’s: Vitam impendere
    vero!

    Mit herzlichsten Grüßen
    & warmer Verehrung

    Ihr treu ergebener

    Hans Huber

    enorm auf Sie freut! Bleiben wir also bei Ihrem Vorschlage:

    Ihrer Prometheus-Kritik kann ich gut nachfühlen; man muss entschieden noch etwas von der Unschuld der Lebensanschauungen in sich spüren oder dann nichts von Multatuli wissen – mit anderen Worten „jünger“ sein. – Mehr Freude werden Ihnen die Briefe von Stauffer bereiten, die ich Ihnen in den nächsten Tagen zusenden werde! – Und nun ins neue Haus und zur schönen Arbeit den Wahlspruch Rousseaus: „Vitam impendere vero!“

    Mit herzlichsten Grüßen und warmer Verehrung

    Ihr treu ergebener

    Hans Huber

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    [2]
    [Seite 3 des Bogens]
    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    [Seite 4 des Bogens, vacat]
    Faksmilie, Seite 5Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Basel 1
    17.X.15.–1
    Briefaufgabe
    Maestro F. Busoni
    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin
    Basel 1
    17.X.15.–1
    Briefaufgabe
    Zürich
    Rigistraße 42.
    Maestro F. Busoni
    Zürich
    Rigistraße 42.
    Faksmilie, Seite 6Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Huber
    Zürich
    17.X.15.–9
    Brf. Exp.
    Nachlaß Busoni B II
    Mus.ep. H. Huber 21

    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2248-Beil.