Stand: 2. November 2017 (unfertig) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Basel am 4. November 1916 verfasst.
  • Datierungen in der Quelle: 0. 0 (autograph), 0. 0 (Poststempel), 0. 0 (Poststempel)

Umfang

,
  • Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2272 | olim: Mus.ep. H. Huber 45 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Hans Huber, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift.
    • Vmtl. Hand des Empfängers Ferruccio Busoni, der auf dem Umschlag die Zuordnung „Huber“ mit Bleistift notiert hat.
    • Hand des Archivars, der mit Bleistift die Signaturen eingetragen und die Foliierung vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
    • Poststempel (schwarze Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Hans Huber
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Incipit

  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Christian Schaper
  • Unter Mitwirkung von

    • Patrick Becker
    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Mus.ep. H. Huber 42 (Busoni-Nachl. B II)
    [1]
    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2269

    Mein lieber Maestro in Musik & verehrter
    Magister in der Ästhetik!

    Sie haben bei dem Mittageßen bei
    uns eine Frau Profeßor Speiser Sarasin zu Ihrer
    Rechten unterhalten. Erin̅ern Sie sich noch?
    Von dieser Dame erhielt ich heute einen Besuch mit
    folgd. Anliegen: „Sie haben unsere Bekan̅tschaft mit
    dem liebenswürdigen Künstler Busoni vermittelt! Was
    sagen Sie dazu, daß wir ihn anfragen würden, ob er
    bei uns in einer Privatgesellschaft spielen würde?
    Ich würde ihm schreiben, ob er uns in diesem oder
    nächsten Monat einen Abend schenken wollte?
    D. h., ob er uns die Ehre erweisen & die Freude

    Mein lieber Maestro in Musik und verehrter Magister in der Ästhetik!

    Sie haben bei dem Mittagessen bei uns eine Frau Professor Speiser Sarasin zu Ihrer Rechten unterhalten. Erinnern Sie sich noch? Von dieser Dame erhielt ich heute einen Besuch mit folgendem Anliegen: „Sie haben unsere Bekanntschaft mit dem liebenswürdigen Künstler Busoni vermittelt! Was sagen Sie dazu, dass wir ihn anfragen würden, ob er bei uns in einer Privatgesellschaft spielen würde? Ich würde ihm schreiben, ob er uns in diesem oder nächsten Monat einen Abend schenken wollte? D. h., ob er uns die Ehre erweisen und die Freude

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    machen wollte. – Herr & Frau Busoni kön̅ten bei
    uns ihr Quartier nehmen! Meinen Sie z. B. er
    würde eine Reiseentschädigung von fr. ? acceptiren?“

    Das waren breviter ungefähr die
    Worte der Frau Speiser!

    Auf das hin machte ich Sie aufmerksam auf Ihre
    sonst gewohnten Ansprüche etc., versprach aber im̅erhin
    Ihnen über die obige Anfrage zu schreiben. – Das
    Ganze ist ächt barbarisch! Man hat das Herz
    voller Liebenswürdigkeiten für die Künstler &
    hofft auf Gegenseitigkeit! – Natürlich treffen
    Sie diein dieser Familie das Gehirn der barbarischen
    Intelligenz an & Sie finden dort für das ganze
    Leben
    eine treue Gesin̅ung, was ebenfalls
    wieder zu den barbarischen Eigenschaften gehört!
    Wollen Sie Frau S. Speiser-Sarasin (lange Gaße)
    direkt schreiben? –

    Suter habe ich noch nicht gesehen,
    werde ich aber morgens besuchen & nach
    ihrem Briefe fragen!

    Ende der nächsten Woche erhalten Sie das
    Nähere über die Basle[r] Klavierabende; ich
    habe bereits mit den Herrn His & Dr. Stumm
    eine Vorbesprechung! Es wäre mir lieb
    vorher noch zu erfahren, wie Sie ungefähr
    das Program̅ gestalten wollen. Die Herren
    sind der Ansicht, bei 4 Abenden zu bleiben,
    damit Sie die Program̅ frei & doch
    erzieherisch zusam̅enstellen kön̅en! –

    machen wollte. – Herr und Frau Busoni könnten bei uns ihr Quartier nehmen! Meinen Sie z. B. er würde eine Reiseentschädigung von fr. ? acceptieren?“

    Das waren breviter ungefähr die Worte der Frau Speiser!

    Auf das hin machte ich Sie aufmerksam auf Ihre sonst gewohnten Ansprüche etc., versprach aber immerhin Ihnen über die obige Anfrage zu schreiben. – Das Ganze ist ächt barbarisch! Man hat das Herz voller Liebenswürdigkeiten für die Künstler und hofft auf Gegenseitigkeit! – Natürlich treffen Sie in dieser Familie das Gehirn der barbarischen Intelligenz an und Sie finden dort für das ganze Leben eine treue Gesinnung, was ebenfalls wieder zu den barbarischen Eigenschaften gehört! Wollen Sie Frau S. Speiser-Sarasin (lange Gasse) direkt schreiben? –

    Suter habe ich noch nicht gesehen, werde ich aber morgens besuchen und nach ihrem Briefe fragen!

    Ende der nächsten Woche erhalten Sie das Nähere über die Basler Klavierabende; ich habe bereits mit den Herrn His und Dr. Stumm eine Vorbesprechung! Es wäre mir lieb vorher noch zu erfahren, wie Sie ungefähr das Programm gestalten wollen. Die Herren sind der Ansicht, bei 4 Abenden zu bleiben, damit Sie die Programm frei und doch erzieherisch zusammenstellen können! –

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    Seien Sie mit den Ihrigen aufs Herzlichste
    begrüßt!

    Hans Huber

    den 4 Nov. 1916.

    Seien Sie mit den Ihrigen aufs Herzlichste begrüßt!

    Hans Huber

    den 4 Nov. 1916.
    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Faksmilie, Seite 5Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    HuberZürich
    Nachlaß Busoni B II
    Mus.ep. H. Huber 45
    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2272-Beil.