Stand: 2. November 2017 (unfertig) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde im Oktober 1918 verfasst.
  • Datierungen in der Quelle: 0. 0 (autograph), 0. 0 (Poststempel), 0. 0 (Poststempel)

Umfang

,
  • Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2308 | olim: Mus.ep. H. Huber 82 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: unbekannte Hand, Abschrift in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Hand des Archivars, der mit Bleistift die Signaturen eingetragen und die Foliierung vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
    • Poststempel (schwarze Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Hans Huber
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Incipit

  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Christian Schaper
  • Unter Mitwirkung von

    • Patrick Becker
    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    1.
    Mus.ep. H. Huber 82 (Busoni-Nachl. B II)
    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2308
    Oct 1918. Dr Hans Huber an A Biolley durch
    Ferruccio Busoni. (Theil eines Briefes an den Meister)

    Ein Herr A Biolley schrieb mir vor ca 14 Tagen in großer
    Begeisterung & Hochschätzung für Ihre Person (vide Einlage) in
    welchem er mich bat aufforderte für die Repetition der Klavier=
    Konzerte in Basel Propaganda zu machen; als Beilage fand
    ich die „weißen Blätter“ mit dem Doktor Fausttexte. Leider
    hatte er neben der Marke vergeßen mir seine Adreße in Zurich
    mitzutheilen weßhalb ich Ihrem Freunde die Antwort hier
    niederlege welche Sie ihm gelegentlich mittheilen dürfen:

    „Ver. H. Es ist klar daß ich meine durch den Wegzug von Basel
    „allerdings verminderten Einflüße, doch ganz der grandiosen
    „Aufgabe unseres lieben Meisters zu Dienste stellen werde.
    „Bereits schrieb ich an zwei kompetente Freunde & habe dieselben
    „auf die Thatsache hingewiesen, daß von allen gegenwärtigen
    „Künstler-Pianisten Busoni allein die musikalische
    „Intelligenz, das absolute Können & die nothwendige Kultur
    „besitzt um auch der mehr didaktischen Seite des Unter
    „nehmens den nöthigen Elan für das Publikum abzuge
    „winnen. Deshalb wird dieses intereßante Werk auch kein
    „Laboratoriumserzeugniß werden & das ist doch das
    „Wesentliche, wenn das Ergebnis jenseits aller Worte
    „liegt! Gerade das Klavierkonzert geht lebendig in
    „Metamorphosen durch die Zeiten durch & diese in
    „seiner (B.s) genialer Art zu charakterisiren Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    1. Oct 1918. Dr Hans Huber an A Biolley durch Ferruccio Busoni. (Teil eines Briefes an den Meister)

    Ein Herr A Biolley schrieb mir vor ca 14 Tagen in großer Begeisterung und Hochschätzung für Ihre Person (vide Einlage) in welchem er mich aufforderte für die Repetition der Klavier-Konzerte in Basel Propaganda zu machen; als Beilage fand ich die „weißen Blätter“ mit dem Doktor Fausttexte. Leider hatte er neben der Marke vergessen mir seine Adresse in Zurich mitzuteilen weshalb ich Ihrem Freunde die Antwort hier niederlege welche Sie ihm gelegentlich mitteilen dürfen:

    „Ver. H. Es ist klar dass ich meine durch den Wegzug von Basel „allerdings verminderten Einflüsse, doch ganz der grandiosen „Aufgabe unseres lieben Meisters zu Dienste stellen werde. „Bereits schrieb ich an zwei kompetente Freunde und habe dieselben „auf die Tatsache hingewiesen, dass von allen gegenwärtigen „Künstler-Pianisten Busoni allein die musikalische „Intelligenz, das absolute Können und die nothwendige Kultur „besitzt um auch der mehr didaktischen Seite des Unter „nehmens den nöthigen Elan für das Publikum abzuge „winnen. Deshalb wird dieses interessante Werk auch kein „Laboratoriumserzeugnis werden und das ist doch das „Wesentliche, wenn das Ergebnis jenseits aller Worte „liegt! Gerade das Klavierkonzert geht lebendig in „Metamorphosen durch die Zeiten durch und diese in „seiner (B.s) genialer Art zu charakterisieren

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    ep. 32 B II, 2308 2 „das ist an und für sich schon eine Aufgabe ersten Ranges.
    „Und daneben begleitet das Ganze, der glühende Idealismus
    „des Künstlers, der hier nicht persönlich sein kann, weil
    „gerade bei ihm der Verstand das Gefühl tyrannisiren
    „wird!

    „Quant à Doktor Faust so bewundere ich darin die
    „scharfe Kritik, die fast unkenntlich und mit Rosenblüthen
    „verborgen über der Zeit schwebt. Die alte Romantik,
    „wie man liebt und hasst, dringt überall durch –
    „und es ist auch des Künstlers Recht ganze Epochen & Stile
    abzulesen; denn erst dann gewinnt die eigene
    „Schöpfungskraft, auch mit der Aussicht, die über
    „jedem Künstler und Dichter schwebt, […] vor’s
    „Geschick zu schreiben. Schon sehe ich meinen Dichter
    „am nächsten Werke & zwar im Dritten Theile von
    „Dante’s Gedicht: Der gebildete Mensch, der gut angelegte
    „Künstler, müssen von Gegensätzen leben. Auf die
    „musikalische Lösung des ‚Faust‘ aber darf sich die
    „jetzige verbummelte Theaterwelt freuen.“

    ep. 32 B II, 2308 2 „das ist an und für sich schon eine Aufgabe ersten Ranges. „Und daneben begleitet das Ganze, der glühende Idealismus „des Künstlers, der hier nicht persönlich sein kann, weil „gerade bei ihm der Verstand das Gefühl tyrannisieren „wird!

    „Quant à Doktor Faust so bewundere ich darin die „scharfe Kritik, die fast unkenntlich und mit Rosenblüthen „verborgen über der Zeit schwebt. Die alte Romantik, „wie man liebt und hasst, dringt überall durch – „und es ist auch des Künstlers Recht ganze Epochen und Stile „abzulesen; denn erst dann gewinnt die eigene „Schöpfungskraft, auch mit der Aussicht, die über „jedem Künstler und Dichter schwebt, […] vor’s „Geschick zu schreiben. Schon sehe ich meinen Dichter „am nächsten Werke und zwar im Dritten Teile von „Dante’s Gedicht: Der gebildete Mensch, der gut angelegte „Künstler, müssen von Gegensätzen leben. Auf die „musikalische Lösung des ‚Faust‘ aber darf sich die „jetzige verbummelte Theaterwelt freuen.“

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    [Rückseite von Textseite …, vacat]
    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Faksmilie, Seite 5Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Hans HuberC
    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin
    Hans HuberK
    Faksmilie, Seite 6Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Nachlaß Busoni B II
    Mus.ep. H. Huber 82
    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2308-Beil.