Stand: 2. November 2017 (unfertig) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Basel am 20. April 1919 verfasst.
  • Datierungen in der Quelle: 0. 0 (autograph), 0. 0 (Poststempel), 0. 0 (Poststempel)

Umfang

,
  • Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2310 | olim: Mus.ep. H. Huber 84 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Hans Huber, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift.
    • Hand des Archivars, der mit Bleistift die Signaturen eingetragen und die Foliierung vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Poststempel (schwarze Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Hans Huber
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Incipit

  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Christian Schaper
  • Unter Mitwirkung von

    • Patrick Becker
    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 2310
    Mus.ep. H. Huber.84 (Busoni-Nachl. B II)
    [1]
    Osterson̅tag

    Mein lieber Freund!

    ? 19. Apr. 19. 26

    Gestern hatten wir die Ehre &
    Freude, das zweite Thema Ihrer
    Lebenssymphonie zu hören.
    Dasselbe Klang vergnügt in
    Tönen der Lebenslust & der Begeisterung
    für Ihre Arbeiten & für Ihr
    ausgefülltes Leben! Und da
    jetzt die Durchführung der Symphonie
    schon vorbei ist, so darf man
    Ihnen Beiden eine verklärte
    Repetition des ersten Theils
    wünschen! –

    Liszt’s Schaffen gegenüber
    bin ich zu wenig reiner Thor, um
    in Allem Ja & Amen zu sagen;
    aber Sie mögen Kraft haben, bei

    Ostersonntag

    Mein lieber Freund!

    ? 19. Apr. 19. 26

    Gestern hatten wir die Ehre und Freude, das zweite Thema Ihrer Lebenssymphonie zu hören. Dasselbe Klang vergnügt in Tönen der Lebenslust und der Begeisterung für Ihre Arbeiten und für Ihr ausgefülltes Leben! Und da jetzt die Durchführung der Symphonie schon vorbei ist, so darf man Ihnen Beiden eine verklärte Repetition des ersten Teils wünschen! –

    Liszts Schaffen gegenüber bin ich zu wenig reiner Thor, um in Allem Ja und Amen zu sagen; aber Sie mögen Kraft haben, bei

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    mir die katholische Lisztbegeisterung,
    – auch wen̅ man seinen Chorsatz
    z. b. nicht auf die kritische
    Wage setzt, an den richtigen
    Ort zu placieren. Schließlich
    sind wir ja allen denen
    dankbar, die edles & wahres
    Herzblut geben, was ich z. b.
    in Klose’s Son̅Licht vollständig
    vermiße. Denn in keinem
    unserer Werke riecht es so
    stark nach einem Makart-
    Atelier & nach Spekulation!

    Die kom̅ende
    Woche (25 April) macht meiner
    Teßinerliebe ein Ende. Das
    Weitere soll sich in Vitznau abspielen.
    Hoffentlich bringt Sie diese kleinere
    Entfernung einmal auf den
    Gedanken, den Spuren Goethe’s
    nachzugehen. Für eine beßere

    mir die katholische Lisztbegeisterung, – auch wenn man seinen Chorsatz z. b. nicht auf die kritische Wage setzt, an den richtigen Ort zu placieren. Schließlich sind wir ja allen denen dankbar, die edles und wahres Herzblut geben, was ich z. b. in Klose’s SonnLicht vollständig vermisse. Denn in keinem unserer Werke riecht es so stark nach einem Makart- Atelier und nach Spekulation!

    Die kommende Woche (25 April) macht meiner Tessinerliebe ein Ende. Das Weitere soll sich in Vitznau abspielen. Hoffentlich bringt Sie diese kleinere Entfernung einmal auf den Gedanken, den Spuren Goethe’s nachzugehen. Für eine bessere

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    [2] Ernährung & Fflege, als dieser
    Reisende auf „einer grünen Matte“
    zwischen Weggis & Vitznau gefunden hat,
    werde ich sorgen! –

    Wenn Sie mir gelegentlich
    antworten, so theilen Sie mir kurz
    & bündig Ihre Eindrücke über
    Schoeck’s Oper mit; ich liebe den
    ehrlichen & braven Schweizerbueb
    von ganzem Herzen! –

    Seit Jahren leuchtet
    heute eines der schönsten Ostern
    über das Land! Möge sich der
    christliche Gedanke des Friedens
    & der hohen Weltausschau in alle
    fähigen Herzen begeben & möge
    Ihnen das neue Jahr Vollendung
    des Faust & das Erwachen
    neuer Thaten bringen! Amen!

    Tausend Ostergrüße im
    gleichen Sin̅e

    Ihr sempre fidelis

    Hans Huber

    Ernährung und Fflege, als dieser Reisende auf „einer grünen Matte“ zwischen Weggis und Vitznau gefunden hat, werde ich sorgen! –

    Wenn Sie mir gelegentlich antworten, so teilen Sie mir kurz und bündig Ihre Eindrücke über Schoecks Oper mit; ich liebe den ehrlichen und braven Schweizerbueb von ganzem Herzen! –

    Seit Jahren leuchtet heute eine der schönsten Ostern über das Land! Möge sich der christliche Gedanke des Friedens und der hohen Weltausschau in alle fähigen Herzen begeben und möge Ihnen das neue Jahr Vollendung des Faust und das Erwachen neuer Taten bringen! Amen!

    Tausend Ostergrüße im gleichen Sinne

    Ihr sempre fidelis

    Hans Huber

    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin