Ferruccio Busoni an Heinrich Schenker Dokument exportieren

Berlin, zw. 2. Juni 1897 u. 26. Juni 1897

Stand: 30. Juni 2017 (unfertig) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Berlin am zwischen dem 2. und 26. Juni 1897 verfasst.
  • Datierung in der Quelle: Juni 1897 (autograph: „Juni 1897“)

Umfang

XXX, 4 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Vereinigte Staaten von Amerika | Riverside | University of California, Special Collections and Archives | Oswald Jonas memorial collection | Box 9, Folder 27
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.

    Inhalt

    Absender

  • Ferruccio Busoni
  • Empfänger

  • Heinrich Schenker
  • Zusammenfassung

  • Busoni bedankt sich für die Übersendung der Noten, welche unter anderem die Legende, das C-Dur-Scherzo die Variationen und Ballade enthalten. Busoni schlägt Schenker zudem vor die Variationen, die Legende mit dem C-Dur-Scherzo zusammen zu einer Fantasie zu vereinen.
  • Incipit

  • Ihre zweite Epistel klang trostreicher als die erste;
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Theresa Menard
  • Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1

    Sehr geehrter Herr Doctor,

    Ihre zweite Epistel
    klang z trostreicher als
    die erste; trostreicher auch
    für mich, der an Ihren
    Schicksalen aufrichtigen
    Antheil nimmt.

    Es freut mich, wenn
    [es] mit Lienau was werden
    sollte, wozu ich selbverstaendlich
    das Meinige - sobald sich
    Gelegenheit gibt -
    thun will u. werde.

    Sehr geehrter Herr Doctor,

    Ihre zweite Epistel klang trostreicher als die erste; trostreicher auch für mich, der an Ihren Schicksalen aufrichtigen Anteil nimmt.

    Es freut mich, wenn es mit Lienau was werden sollte, wozu ich selbstverständlich das Meinige - sobald sich Gelegenheit gibt - tun will und werde.

    Faksmilie, Seite 2

    Inzwischen ist auch
    die Notensendung
    eingetroffen, deren
    Inhalt den trefflichen
    ersten Eindruck durchaus
    bestaetigte.

    Wie wäre es (ein
    subjectiver Vorschlag
    u. nichts weiter!)
    wenn Sie Ballade
    Legende und Variationen
    zu einem Opus
    vereinigten, etwa als
    Fantasie. Dazu würde
    als Mittelsatz das
    C-dur Scherzo sehr passen,

    Inzwischen ist auch die Notensendung eingetroffen, deren Inhalt den trefflichen ersten Eindruck durchaus bestätigte.

    Wie wäre es (ein subjektiver Vorschlag und nichts weiter!) wenn Sie Legende und Variationen zu einem Opus vereinigten, etwa als Fantasie. Dazu würde als Mittelsatz das C-Dur Scherzo sehr passen,

    Faksmilie, Seite 3

    das ich übrigens viel
    lieber ohne Trio,
    „aus einem Guss“ haben
    moechte.

    Also etwa: Fantasia.
    1. In modo d’una leggenda
    2. Intermezzo umoristico
    3. Finale, alla variazione.

    Ich ha t l b glaube, in dieser
    Form würde Ihr Werk
    dem Schumann'schen
    op 17 nicht nachstehen.

    Nach Mannheim
    komme ich leider nicht,
    doch bitte ich gelegentlich
    d’Albert zu grüßen.

    das ich übrigens viel lieber ohne Trio, „aus einem Guss“ haben möchte.

    Also etwa: Fantasia. 1. In modo d’una leggenda 2. Intermezzo umoristico 3. Finale, alla variazione.

    Ich glaube, in dieser Form würde Ihr Werk dem Schumann'schen op 17 nicht nachstehen.

    Nach Mannheim komme ich leider nicht, doch bitte ich gelegentlich d’Albert zu grüßen.

    Faksmilie, Seite 4

    Ihm ist zu dem Erfolg
    seiner Gernot Glück
    zu wünschen, was meiner-
    seits auch herzlichst geschieht.

    Ihren Aufsatz über
    Brahms habe ich nicht
    gelesen; werde es aber
    eifrig nachholen.

    Großen Dank für die
    freundl. Sendung der
    Noten. Die Ballade machte
    auf mich einen ernsten,
    schoenen Eindruck. -

    Wenn mit Schlesinger
    Nichts, so werden wir weiter
    versuchen. -

    Mit herzlichstem Gruß
    achtungsvoll ergeben
    Ihr

    F B Busoni

    Ihm ist zu dem Erfolg seiner Gernot Glück zu wünschen, was meinerseits auch herzlichst geschieht.

    Ihren Aufsatz über Brahms habe ich nicht gelesen; werde es aber eifrig nachholen.

    Großen Dank für die freundliche Sendung der Noten. Die Ballade machte auf mich einen ernsten, schönen Eindruck. -

    Wenn mit Schlesinger Nichts, so werden wir weiter versuchen. -

    Mit herzlichstem Gruß achtungsvoll ergeben Ihr

    Ferruccio Benvenuto Busoni