Heinrich Schenker an Ferruccio Busoni Dokument exportieren

Wien, 31. August 1897

Stand: 22. Mai 2018 (unfertig) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Wien vermutlich am 31. August 1897 verfasst.
  • Datierungen in der Quelle: 31. August 1897 (unbekannte Hand), 31. August 1897 (Poststempel)

Umfang

1 Bogen, 3 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten; vom Briefumschlag wurde die Ecke mit der Briefmarke abgerissen.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4415 | olim: Mus.ep. H. Schenker 3 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Heinrich Schenker, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
    • Hand des Archivars, der die Foliierung mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die ursprüngliche Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die erneute Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat.
    • Unbekannte Hand, die eine Datierung auf dem Umschlag vorgenommen hat.
    • Poststempel (schwarze Tinte)

    Foliierungen

    • Foliierung durch das Archiv, mit Bleistift unten rechts auf den Vorderseiten.

    Inhalt

    Absender

  • Heinrich Schenker
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Schenker berichtet von einem Freund, der einige Werke auf eignene Kosten drucken lassen würde; fragt nach einem Treffen in Wien.
  • Incipit

  • Nur Sie haben die Lösung der Frage in der Hand, drum muss ich, ob ich will oder nicht, Ihre Ruhe stören.
  • Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Mus. Nachl. F. Busoni
    B II, 4415
    Mus.ep. H. Schenker 3
    (Busoni-Nachl. B II)

    Verehrtester Herr!

    Nur Sie haben die Lösung der Frage
    in der Hand, drum muss ich, ob ich will
    oder nicht, Ihre Ruhe stören. Ein
    wenn auch nicht reicher, aber desto
    ofpferwilligerer Freund trug mir an,
    einige meiner Sachen auf seine Kosten
    drucken zu lassen. Ich wäre somit
    der Sorgen wegen der Verleger enthoben,
    die das Schlechteste drucken (Empfeh-
    lungen von Schütt, Leschetizky richten
    hier Wunder aus!) u. meine Sachen
    behandeln, als wären sie schlechter,
    als jenes Schlechteste. Nun möchte Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin
    [1]

    Verehrtester Herr!

    Nur Sie haben die Lösung der Frage in der Hand, drum muss ich, ob ich will oder nicht, Ihre Ruhe stören. Ein wenn auch nicht reicher, aber desto opferwilligerer Freund trug mir an, einige meiner Sachen auf seine Kosten drucken zu lassen. Ich wäre somit der Sorgen wegen der Verleger enthoben, die das Schlechteste drucken (Empfehlungen von Schütt, Leschetizky richten hier Wunder aus!) und meine Sachen behandeln, als wären sie schlechter, als jenes Schlechteste. Nun möchte

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    ich, ein vor 5 oder 6 Jahren in Wien
    gedrucktes Opus übergehend, mit
    der „Fanatsie“ anfangen. Dann etwa
    die 5 kleineren Stücke, u. weiter
    noch ein Streichquartett oder Trio.

    Mit der Kam̅ermusik gön̅ ' ich mir Zeit,
    um den Erfolg bei Rosé, unserem
    besten Kam̅ermusiker, d. h. in seinen
    Concerten abzuwarten.

    Da Sie die Güte u. Freundlichkeit
    hatten, mir in Bezug auf jene Fantasie
    einige künstlerische Rathschläge
    zu versprechen, muss ich Sie fragen,
    ob Sie denn in dieser Saison nach
    Wien kom̅en u. mir so Gelegenheit

    ich, ein vor 5 oder 6 Jahren in Wien gedrucktes Opus übergehend, mit der „Fanatsie“ anfangen. Dann etwa die 5 kleineren Stücke, und weiter noch ein Streichquartett oder Trio.

    Mit der Kammermusik gönn' ich mir Zeit, um den Erfolg bei Rosé, unserem besten Kammermusiker, d. h. in seinen Konzerten abzuwarten.

    Da Sie die Güte und Freundlichkeit hatten, mir in Bezug auf jene Fantasie einige künstlerische Ratschläge zu versprechen, muss ich Sie fragen, ob Sie denn in dieser Saison nach Wien kommen und mir so Gelegenheit

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    geben werden, Ihre Rathschläge
    zu befolgen . Gerne will ich
    diese paar Monate warten, so
    sehr es wirklich höchste Zeit,
    vor die Öffentlichkeit zu treten.
    Im Vorherein für Ihre Mühe
    bestens dankend

    zeichne ich aufrichtiger Verehrung
    Ihr ergebenster

    H Schenker

    Nachlaß Busoni
    [2]

    geben werden, Ihre Ratschläge zu befolgen . Gerne will ich diese paar Monate warten, so sehr es wirklich höchste Zeit, vor die Öffentlichkeit zu treten. Im Vorherein für Ihre Mühe bestens dankend

    zeichne ich aufrichtiger Verehrung Ihr ergebenster

    Heinrich Schenker

    Faksmilie, Seite 5Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Herrn
    F. B. Busoni
    Komponist
    Berlin
    W Tauenzienstr. 1̇0

    3
    Herrn
    Ferruccio Benvenuto Busoni
    Komponist
    Berlin
    West Tauentzienstr. 10
    Faksmilie, Seite 6Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Dr H Schenker
    Wien, III Richardgasse 1̇1̇
    (Bestellt
    vom
    Postam[te] 50
    31.8[.]97
    […] 1/4 […] [ N V ])
    Mus.ep. H. Schenker 1
    Nachlaß Busoni
    B II
    Mus. Nachl. F. Busoni B II, 4415-Beil.

    o. Marke

    31/8/97
    Dr H Schenker
    Wien, III Richardgasse 11
    31/8/97