Heinrich Schenker an Ferruccio Busoni Dokument exportieren

Wien, vmtl. September 1898 bis Oktober 1898

Stand: 9. Juni 2017 (unfertig) Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0 DE

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Wien vermutlich im September oder Oktober 1898 verfasst. Diese Datierung erfolgt aufgrund der Akzeptanz der Ländler durch Simrock am 29. August 1898 (Brief von Simrock an Schenker vom 29. August 1898) sowie der Zusendung der Fantasie am 24. Oktober (vgl. folgenden Brief).
  • Datierung in der Quelle: 1898 (autograph)

Umfang

1 Bogen , 4 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist oben, verm. infolge Aufriss, stark beschädigt. Aufgrund des Papierverlustes sind verm. sowohl die genaue Datierung als auch jeweils die erste Zeile der Seiten 2, 3 und 4 in Teilen verloren.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4426 | olim: Mus.ep. H. Schenker 14 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Heinrich Schenker, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
    • Hans des Archivars, der die Foliierung mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die ursprüngliche Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die erneute Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der eine Datierung mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat.

    Inhalt

    Absender

  • Heinrich Schenker
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Schenker kündigt die Druckfassung seiner „Fantasie“ an und meldet die Herausgabe der Ländler durch Simrock. Zudem bittet er Busoni um Vermittlung von Chorwerken an Ochs.
  • Incipit

  • In paar Tagen hoffe ich Ihnen endlich die Fantasie gedruckt einsenden zu können:
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Maximilian Furthmüller
  • Frühere Editionen

    Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    [1898]
    Mus. Nachl. F. Busoni B II,
    4426
    [1]

    Lieber, guter Freund,

    In paar Tagen hoffe ich Ihnen
    endlich die Fantasie gedruckt
    einsenden zu können: Br & H.
    haben 2 Abzüge mir geschickt,
    die ich corrigirt bereits zurück-
    schickt habe . Ich wünsche,
    dass das Werk auch noch heute
    den selben günstigen Eindruck
    auf Sie mache, wie […] vor Jahr
    u. Tag!
    Nun bin ich wieder in der Lage, einen
    angenehmen Erfolg Ihnen mit-
    theilen zu können. Denken Sie,
    N. Simrock hat ohne jede Empfehlung harmlose „Ländler

    Mus.ep. H. Schenker 14
    (Busoni-Nachl. B II)

    Lieber, guter Freund,

    In paar Tagen hoffe ich Ihnen endlich die Fantasie gedruckt einsenden zu können: Breitkopf & Härtel haben 2 Abzüge mir geschickt, die ich korrigiert bereits zurückschickt habe . Ich wünsche, dass das Werk auch noch heute denselben günstigen Eindruck auf Sie mache, wie vor Jahr und Tag! Nun bin ich wieder in der Lage, einen angenehmen Erfolg Ihnen mitteilen zu können. Denken Sie, N. Simrock hat ohne jede Empfehlung harmlose „Ländler

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    [von] mir acceptirt (Honorar:
    – 6 Freiexemplare!), die also
    demnächst erscheinen werden .
    Ich sandte das lustige opus
    aufs gerathewohl hinaus u. siehe
    da, H. Simrock hat es wirklich
    behalten. Wegen Honorars
    lasse ich di[e] Verleger noch in
    Ruhe, am Ende gäben sie mir
    meine Noten zurück?

    Da das Glück mir so hold, ver-
    suche ich Sie um etwas zu
    bitten. Kön̅ten Sie mir nicht
    ein paar empfehlende Zeilen
    in Bezug auf die beiligenden
    kleinen a capella Chöre an Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    von mir akzeptiert (Honorar: – 6 Freiexemplare!), die also demnächst erscheinen werden . Ich sandte das lustige Opus aufs geratewohl hinaus und siehe da, Hans Simrock hat es wirklich behalten. Wegen Honorars lasse ich die Verleger noch in Ruhe, am Ende gäben sie mir meine Noten zurück?

    Da das Glück mir so hold, versuche ich, Sie um etwas zu bitten. Könnten Sie mir nicht ein paar empfehlende Zeilen in Bezug auf die beiligenden kleinen A-capella-Chöre an

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    [2] […]
    Mitbürger in Berlin, einsen-
    den? Hier in Wien will ich
    nicht einmal versuchen, di[e]
    kleinen chöre Hr. v. Perger anzu-
    bieten. Der Grund ist: anormale
    Indolenz des Dirigenten. Ich
    sende Ihnen di[e] Chöre, damit Sie
    sehen, ob Sie die Empfehlung
    mit gutem Gewissen mir
    geben können. Wenn ja, wäre
    ich für die Anknüpfung
    sehr dankbar, denn wie
    Sie’s leicht denken werden, bereite
    ich grössere Chorwerke vor. Nachlaß Busoni

    […] Mitbürger in Berlin, einsenden? Hier in Wien will ich nicht einmal versuchen, die kleinen Chöre Herr von Perger anzubieten. Der Grund ist: anormale Indolenz des Dirigenten. Ich sende Ihnen die Chöre, damit Sie sehen, ob Sie die Empfehlung mit gutem Gewissen mir geben können. Wenn ja, wäre ich für die Anknüpfung sehr dankbar, denn wie Sie’s leicht denken werden, bereite ich größere Chorwerke vor.

    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    […], dass
    Sie mit Hr. Ochs noch freund-
    schaftlicher sind, als ich annehme.
    Wollten Sie für di[e]sen Fall, um
    sich die Mühe des Schreibens,
    Packens u. Einsendens zu erspa-
    ren, die Partitur mit ein paar
    Worten an Hr. Ochs schicken, wäre
    ich womöglich dankbarer u. darüber
    beruhigt, dass Sie im Verkehr
    mit mir alles so beobachten, wie
    es Ihnen am besten passt. Freilich
    gilt das nur für den Fall, dass
    Sie di[e] Chöre befriedigen! Wenn
    nicht, […]dann also – zurück nach Wien!

    Auf Wiedersehen!
    Beste Grüsse u. Handkuss
    an Ihre hochgesch. Frau Gemalin

    Ihr getreuer

    H Schenker

    […], dass Sie mit Herr Ochs noch freundschaftlicher sind, als ich annehme. Wollten Sie für diesen Fall, um sich die Mühe des Schreibens, Packens und Einsendens zu ersparen, die Partitur mit ein paar Worten an Herrn Ochs schicken, wäre ich womöglich dankbarer und darüber beruhigt, dass Sie im Verkehr mit mir alles so beobachten, wie es Ihnen am besten passt. Freilich gilt das nur für den Fall, dass Sie die Chöre befriedigen! Wenn nicht, dann also – zurück nach Wien!

    Auf Wiedersehen! Beste Grüße und Handkuss an Ihre hochgeschätzte Frau Gemahlin

    Ihr getreuer

    Heinrich Schenker