Stand: 24. Mai 2017 (unfertig) Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0 DE

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde verm. in Wien im Februar 1900 verfasst.
  • Keine Datierung in der Quelle.

Umfang

1 Bogen, 4 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten, an den Ecken jedoch leicht abgestoßen oder verknittert.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4431 | olim: Mus.ep. H. Schenker 19 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Heinrich Schenker, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
    • Hans des Archivars, der die Foliierung mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die ursprüngliche Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die erneute Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Datierung mit Bleistift vorgenommen hat.

    Inhalt

    Absender

  • Heinrich Schenker
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Incipit

  • Ich gratulire von Herzen zum Söhnchen, der gewiss seine Portion Bach auf den Lebensweg mitbekommen hat.
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Maximilian Furthmüller
  • Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    [1][1900]
    Mus.ep. H. Schenker 19
    (Busoni-Nachl. B II)
    Mus. Nachl. F. Busoni B II, 4431

    Verehrtester Freund!

    Ich gratuli[e]re von Herzen
    zum Söhnchen, der gewiss
    seine Portion Bach auf den
    Lebensweg mitbekom̅en hat.
    Wohl ihm!

    Für Ihr stetes Wohlwollen
    gegenüber meinen Sächelchen
    meinen besten Dank. Es
    richtet mich im̅er auf, u.
    ermuthigt mich weiter zu
    streben. Di[e]N. freie
    Presse
    “ verschwieg die Sache,
    weil ich nicht zur Heuber-
    ger
    -Clique gehöre. Di[e]ser Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    Verehrtester Freund!

    Ich gratuliere von Herzen zum Söhnchen, der gewiss seine Portion Bach auf den Lebensweg mitbekommen hat. Wohl ihm!

    Für Ihr stetes Wohlwollen gegenüber meinen Sächelchen meinen besten Dank. Es richtet mich immer auf, und ermutigt mich, weiter zu streben. DieNeue FreiePresse“ verschwieg die Sache, weil ich nicht zur Heuberger-Clique gehöre. Dieser

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    Ignorant ist Präsident
    unseres Tonkünstlervereines,
    den ich ni[e] besuche, u.
    überdi[e]s rächt
    er seinen
    Freund, dem ich arg zuge-
    setzt habe. Nun, man
    muss auch so vorwärts-
    kom̅en!

    Am 20ten d. M. spiele
    ich die Tänze wieder in
    einer sozusagen halben
    Öffentlichkeit!
    Ich habe Ihre Abende
    von hier verfolgt, wi[e] ich
    überhaupt fast jeden
    Schritt, den Sie machen,
    hier verfolge, soweit Ber-

    Ignorant ist Präsident unseres Tonkünstlervereines, den ich nie besuche, und überdies rächt er seinen Freund, dem ich arg zugesetzt habe. Nun, man muss auch so vorwärtskommen!

    Am 20ten des Monats spiele ich die Tänze wieder in einer sozusagen halben Öffentlichkeit! Ich habe Ihre Abende von hier verfolgt, wie ich überhaupt fast jeden Schritt, den Sie machen, hier verfolge, soweit Ber-

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    [2] liner oder andere Blätter
    darüber berichten. Sie
    machen immer Grandioses, –
    wer sollte es denn sonst
    machen?

    Bald, bald sehe ich Sie
    hier. Seit Mitte Dezember
    leidend u. in ärztlicher
    Behandlung stehend,
    kon̅te ich
    meine Reise
    nach Berlin nicht
    ausführen. Sobald mein
    Arzt mich entlässt,
    fahre ich gen Berlin?
    Nochmals besten Dank
    für Ihr gütiges Urtheil
    u. aufrichtigen Glück-

    liner oder andere Blätter darüber berichten. Sie machen immer Grandioses – wer sollte es denn sonst machen?

    Bald, bald sehe ich Sie hier. Seit Mitte Dezember leidend und in ärztlicher Behandlung stehend, konnte ich meine Reise nach Berlin nicht ausführen. Sobald mein Arzt mich entlässt, fahre ich gen Berlin? Nochmals besten Dank für Ihr gütiges Urteil und aufrichtigen Glück-

    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    wunsch zu Allem
    was Sie thun!

    Der gnädigen Frau
    einen Handkuss!

    Ist es eine Zudringlich-
    keit von mir, wenn ich
    Ihnen mein Conterfei
    überreiche in Dank-
    barkeit für so viele
    Aufmunterung!

    Ihr stets getreuer

    H Schenker

    P.S. Nun liege ich (u. schreibe)
    wirklich im Bett! Keine Lebensgefahr,
    aber wer weiss, ob nicht ein 4-Wochen-bett?
    Ich bin trotzdem guter Dinge u. lese
    in wirklichen Meisterwerken
    Mit Gruss.

    Nachlaß Busoni
    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    wunsch zu Allem was Sie tun!

    Der gnädigen Frau einen Handkuss!

    Ist es eine Zudringlichkeit von mir, wenn ich Ihnen mein Konterfei überreiche in Dankbarkeit für so viel Aufmunterung!

    Ihr stets getreuer

    Heinrich Schenker

    P.S. Nun liege ich (und schreibe) wirklich im Bett! Keine Lebensgefahr, aber wer weiß, ob nicht ein 4-Wochen-Bett? Ich bin trotzdem guter Dinge und lese in wirklichen Meisterwerken Mit Gruss.