Stand: 14. Mai 2017 (unfertig) Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0 DE

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Wien am 9. September 1903 verfasst.
  • Datierungen in der Quelle: 9. September 1903 (autograph), 9. September 1903 (Poststempel), 10. September 1903 (Poststempel)

Umfang

1 Bogen, 4 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4432 | olim: Mus.ep. H. Schenker 20 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Heinrich Schenker, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift.
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
    • Hans des Archivars, der die Foliierung mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die ursprüngliche Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die erneute Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der eine Datierung des Briefes mit Bleistift vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat.
    • Poststempel (schwarze Tinte).

    Inhalt

    Absender

  • Heinrich Schenker
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Incipit

  • Mit Freude melde ich Ihnen: die Partitur wird Ihnen rechtzeitig
  • Edition

    Verantwortlich

    • Christian Schaper
    • Ullrich Scheideler

    Bearbeitet von

  • Maximilian Furthmüller
  • Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Mus. Nachl. F. Busoni B II, 4423Mus.ep. H. Schenker 20 (Busoni-Nachl. B II)
    Wien, 9[.] September 1903

    Lieber u. sehr verehrter Freund!

    Mit Freude melde ich Ihnen:
    die Partitur wird Ihnen rechtzeitig,
    (spätestens 9ten October, oder: ist
    das schon zu spät??) eingesendet
    werden. Sie ist von Schönberg’s
    Factur, jedoch habe ich noch gestern
    eigens eine Reise gemacht, um
    mir einen Einfluß auf die Partitur
    zu sichern,.

    Jedenfalls werde ich bei de[r] Druck-
    legung der nächsten 2 Hefte so
    vorsichtig sein, sofort selbst di[e] Par-
    titur zu schreiben, wenn ich auch Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin
    [1]

    Wien, 9. September 1903

    Lieber und sehr verehrter Freund!

    Mit Freude melde ich Ihnen: die Partitur wird Ihnen rechtzeitig, (spätestens 9ten Oktober, oder: ist das schon zu spät??) eingesendet werden. Sie ist von Schönbergs Faktur, jedoch habe ich noch gestern eigens eine Reise gemacht, um mir einen Einfluss auf die Partitur zu sichern.

    Jedenfalls werde ich bei der Drucklegung der nächsten 2 Hefte so vorsichtig sein, sofort selbst die Partitur zu schreiben, wenn ich auch

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    nicht daran denke, sie als original gelten
    zu lassen. Es ist angesichts der furcht-
    baren Strömungen vielleicht schädlich,
    einen so starken Nachdruck auf ein
    solches Erzeugnis zu legen: daher
    meine ursprüngliche Vorsicht der
    4-händigen Fassung, der sich sodann
    die Vorsicht des Verlegers im Titel
    beigesellte.

    Und nun zu der von Ihnen angeregten
    Frage.

    Im Grunde hielt ich Umfrage:
    Alb. Gutmann, Ihr Wiener Im-
    presario , war gegen Ihre Titelver-
    sion „sie sei heute zu gefaehrlich“,
    dagegen z. B. der kluge Seuffert
    der Geschäftsfreund Bösendorfers für
    Ihre Meinung. Ganz enge

    nicht daran denke, sie als original gelten zu lassen. Es ist angesichts der furchtbaren Strömungen vielleicht schädlich, einen so starken Nachdruck auf ein solches Erzeugnis zu legen: daher meine ursprüngliche Vorsicht der 4-händigen Fassung, der sich sodann die Vorsicht des Verlegers im Titel beigesellte.

    Und nun zu der von Ihnen angeregten Frage.

    Im Grunde hielt ich Umfrage: Albert Gutmann, Ihr Wiener Impresario , war gegen Ihre Titelversion, „sie sei heute zu gefährlich“, dagegen z. B. der kluge Seuffert, der Geschäftsfreund Bösendorfers, für Ihre Meinung. Ganz enge

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    Freunde meinen, Sie hätten Recht
    für Berlin: dort ginge es an, u.
    es verbürge sogar Erfolg: offenbar,
    so meinen sie, kam Ihre Anregung eben
    aus den Berliner Verhältnissen. Wenigstens
    sei eine Partei für den Autor, etc.
    Den Titel würden sie aber lieber
    vorschlagen: Tänze (oder Suite)
    nach jüdischen Volksweisen
    [.]
    Auch ich habe Lust, Farbe zu beken̅en.
    Daher bitte ich Sie, von Ihrer Idee
    Gebrauch zu machen, u. nur davon
    abzustehen, sollten Sie unvermuthet
    (z. B.) schon beim Orchester, oder sonst)
    Nachteil für Ihre Person, oder
    für di[e] Sache u. mich befürchten
    müssen. Drum lieber das nichts-
    sagende: Syrische Tänze.[2]

    Freunde meinen, Sie hätten Recht für Berlin: dort ginge es an, und es verbürge sogar Erfolg: offenbar, so meinen sie, kam Ihre Anregung eben aus den Berliner Verhältnissen. Wenigstens sei eine Partei für den Autor, etc. Den Titel würden sie aber lieber vorschlagen: Tänze (oder Suite)nach jüdischen Volksweisen. Auch ich habe Lust, Farbe zu bekennen. Daher bitte ich Sie, von Ihrer Idee Gebrauch zu machen, und nur davon abzustehen, sollten Sie unvermutet (z. B.) schon beim Orchester, oder sonst) Nachteil für Ihre Person, oder für die Sache und mich befürchten müssen. Drum lieber das nichtssagende: Syrische Tänze.

    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    Also: Sie kön̅en ruhig die
    Sache ankündigen. Sie erhalten
    alle Stücke, u. haben dann die
    Annehmlichkeit, selbst zu wählen.
    Ich hoffe, den jungen Herrn Roth-
    schild
    nach Berlin mitbringen
    zu kön̅en, was riesigen
    Spaß machen würde, u. mir vil-
    leicht irgendwie nützen könnte.

    So viel (in Eile, es grüßt
    Sie, u. Ihre Frau Gemalin
    aufs herzlichste Ihr
    ergeb. u[.] dankbarer

    Heinrich Schenker

    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin
    Nachlaß Busoni

    Also: Sie können ruhig die Sache ankündigen. Sie erhalten alle Stücke, und haben dann die Annehmlichkeit, selbst zu wählen. Ich hoffe, den jungen Herrn Rothschild nach Berlin mitbringen zu können, was riesigen Spaß machen würde, und mir vielleicht irgendwie nützen könnte.

    So viel in Eile, es grüßt Sie, und Ihre Frau Gemahlin aufs herzlichste Ihr ergebener und dankbarer

    Heinrich Schenker

    Faksmilie, Seite 5Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    (Wien 1/[…]
    d 1
    9 . 9 . 03
    4-5 N)
    Herr
    Ferruccio B. Busoni
    in
    Berlin
    W. Augsburgerstr 55.
    Herr
    Ferruccio Benvenuto Busoni
    in
    Berlin
    West Augsburgerstr 55.
    Faksmilie, Seite 6Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Abs.: Dr. Heinrich Schenker
    Wien, III. Reisnerstr 38.
    (Bestellt
    vom
    Postamte 50
    10 . 9 . 03
    […] N. *)
    Mus. Nachl. F. Busoni B II, 4432-Beil.
    Nachlaß Busoni
    B II

    9. 9. 1903
    (m. 1 Marke)
    zu: Mus. ep. H. Schenker 20
    Abs.: Dr. Heinrich Schenker
    Wien, III. Reisnerstr 38.