Datum Richtung Ort Incipit Zusammenfassung
15. Januar 1910 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Halensee-Berlin Ich erlaube mir, Ihnen meinen Aufsatz über Ihre Musik-Aesthetik zu übersenden. Rubiner übersendet Busoni seinen Aufsatz über dessen Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst und kritisiert die vorherrschenden Verhältnisse der deutschen Musikszene.
5. August 1911 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Charlottenburg, Berlin Verzeihen Sie mir, dass ich Ihnen erst jetzt für Ihren Brief danke Rubiner dankt für Busonis letzten Brief und lehnt eine Aufnahme seines Aufsatzes, in der Gegenwart erschienen, in Busonis Buch ab; Rubiner schreibt, der Pan erwünsche Busonis Mitarbeit.
15. Januar 1913 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Paris Soeben habe ich mit größtem Entzücken Rubiner hat Busonis Veröffentlichung im März gelesen und findet sich in dessen Worten bestätigt.
1. Juni 1916 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Zürich Vielleicht haben Sie noch in irgend einer dunklen Ecke Rubiner nimmt den Kontakt wieder auf, erinnert an ein Treffen in Berlin; übersendet seinen Busoni-Aufsatz Tröster.
9. Oktober 1916 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Zürich Wieder einmal hat mir meine so unschweizerische Menschenscheu Rubiner bittet um ein Treffen wegen einer mit René Schickele entwickelten „wichtige[n] Idee für die Weißen Blätter.
28. April 1917 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Ihr Brief hat mich mehr erfreut, als Sie vielleicht ahnen Rubiner zeigt sich über die Reaktion auf seinen zuvor Busoni zugesandten Aufsatz Aktualismus erfreut; verweist auf den „ungeheuren Einfluss“ von Busonis Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst und insbesondere die „Erweckung“ dazu, „sich wie am ersten Tage der Weltgeburt mit unbefangenem Auge vor das Leben zu stellen“; verzeichnet Übereinstimmung mit Busoni in der Auffassung von „Natur“ und „Seele“ und vermutet sie auch mit „alte[n] Kirchenväter[n]“.
Mai 1917 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni vmtl. Zürich Da ist die erste Nummer. Rubiner sendet die neuen Weißen Blätter mit einer Zeichnung von Hans Richter.
28. Mai 1917 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Zürich Den Pfitzner habe ich nun genossen Rubiner hat Pfitzners Futuristengefahr gelesen, kündigt Gegenaktion an.
Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Zürich Ich habe zwei furchtbare Monate Rubinernimmt Kontakt zu Busoni nach schwerer Zeit auf; Beschreibungen von Busoni über die Zeit in Amerika drängen Rubiner zu Propaganda; Ankündigung eines Besuchs
7. Oktober 1917 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Zürich Ich bin sehr glücklich über Ihre Einladung, den Schluss kennen lernen zu dürfen Rubiner ist erfreut über Busonis Einladung, den neuen Schluss eines Werkes kennenzulernen; weist den Gedanken ab, er hätte Anteil an der „Schlussidee“; John Philipp, ein mit Rubiner befreundeter Maler, beabsichtigte auf dessen Anregung hin, Busoni zu porträtieren, wurde aber bereits an der Tür abgewiesen und fühlt sich gekränkt; Rubiner bittet Busoni, ihm einige Worte zu schreiben
28. Januar 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Locarno Das war eine wunderbare Freundesüberraschung! Rubiner hat von Busoni unverhofft einen Klavierauszug des Arlecchino erhalten; charakterisiert die Oper euphorisch als anti-wagnerisch, „fast witzig vor Konvention“ und als Fanal einer „freien Freiheit“; erkennt in Busoni „Heilung, Tröstung, Vorbild“.
7. Februar 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Locarno Ihre Güte sendet mir Freundschaftszeichen, die mich ganz und gar froh machen
19. Februar 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Muralto Voller Freude über Ihren spontanen Brief Rubiner, befeuert durch einen Brief Busonis sowie dessen Opern Arlecchino und Turandot, hat den ersten Akt des Dramas Die Gewaltlosen beendet; erläutert dessen „spezifische Musik der Personen oder der Situation“ sowie die „unkomponierbare Sprache“; beschreibt die „alldeutsche“ Atmosphäre in Locarno; missbilligt den von Hans Huber gepflegten Umgang; attestiert Lennart von Zweygberg ein unverändert nervöses Wesen; reflektiert die Komponierbarkeit von Balzac-Novellen.
21. Februar 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Muralto Dass äusserer Aufenthalt Ihre Partitur stocken lässt Rubiner bedauert Busonis Stocken bei der Arbeit an Doktor Faust; verzichtet in seiner aktuellen Arbeit bewusst auf „schwingenden Klang“ der Sprache; hat Hans Huber („ungewohnt beweglich für einen Schweizer“) und Wolfgang Hartmann („sehr gequält, aber nicht unsympathisch“) getroffen; beklagt das Agieren des Generals Max Hoffmann bei den Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk.
2. März 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Muralto Lassen Sie mich gleich mit beiden Füssen hineinspringen Rubiner dankt Busoni für den Erhalt einer Geldsumme über dessen Agenten Biolley; ermutigt ihn, die Arbeit an Doktor Faust nicht aufzugeben; kritisiert deutsche Pläne einer Annexion des Baltikums; diskutiert Werke Kokoschkas und Schönbergs; entwirft eine Typologie des „schöpferischen Menschen“.
10. März 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Muralto oder Locarno Ich bin beim Arbeiten auf etwas so Fabelhaftes Rubiner berichtet von einer Idee, die ihn in seiner Arbeit vorantreibt; bittet darum auf Tolstoi erst in einigen Tagen eingehen zu dürfen; kurze Erklärung zum Vorwort von Tolstoi
16. März 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni nur einige wenige Zeilen heute, um Verbindung herzustellen Rubiner erkundigt sich nach dem Ergehen Busoni, da zwei Opern vom Spielplan abgesetzt wurden; Beschreibt seine ablehnende Haltung zu Albert, Eugen d' neuen Opern; Bezieht in einem kurzem Einschub Stellung zum Streit Pfitzner - Busoni; Berichtet über die Entdeckung einer geeigneten Textbuchvorlage für eine potentielle Oper;
27. März 1918 bis 29. März 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Muralto Zuerst will ich Ihnen noch schnell eine ganze Kleinigkeit sagen Rubiner erinnert an seine bereits geäußerte Kritik an einem Aufsatz über Eugen d’Albert; lobt einen Programmheftbeitrag von Bruno Goetz; will im April in Zürich Arlecchino und Turandot sehen; hält Schaffen im Angesicht des Krieges für gottlos und die Unfähigkeit dazu für einen Ausweis echten Künstlertums; sucht Trost in der Lektüre Manzonis und Dantes; gibt historische, mythologische und kabbalistische Antworten auf eine „Zahlenfrage“ Busonis zum Zusammenfallen von dessen Geburtstag mit dem Ostersonntag; widerspricht Busonis Einschätzung, dessen soeben beendetes Klarinetten-Concertino sei „eine geringe Ausbeute […] für 1918“; nennt Der Zauberflöte zweiten Teil Goethes bestes Drama, die Übersetzung Leben des Benvenuto Cellini Goethes besten Roman; gibt genauere Auskunft über seinen Eindruck von Hans Huber; beklagt die Überlaufenheit Locarnos; kommt in seiner Arbeit nur langsam voran; beherzigt Busonis Rat, den Plan einer Operndichtung zu verschieben; hofft auf eine christliche Ablösung des Materialismus; lädt Busoni nach Locarno ein, auch zwecks Rheuma-Kur für Gerda Busoni; sendet ein Buch mit.
17. April 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Muralto-Locarno in der Villa Rossa Wäre ich recht briefschreibefähig Rubiner berichtet von seinen Arbeitsschwierigkeiten und Depressionen; er schlägtBusoni Ideen für seine Oper Doktor Faust vor; Rubiner spricht über Busonis Idee, ein polemisches Musiklexikon zu verfassen, den style floréal; und berichtet über zwei Suizide in seinem Bekanntenkreis.
21. April 1918 Ferruccio Busoni an Ludwig Rubiner Genf Es ist nicht leicht zu präzisieren, was Busoni beschhreibt an Rubiner seine Gedanken über sein Werk Doktor Faust; bzw. reflektiert Busoni über den Ihnalt des Textes und die Rolle von Mephistopheles, über Gute und Böse; Es figuriert den Titel Faust II.
22. April 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Locarno was im Latein, mit Purpurtoga behangen Rubiner offenbart, dass gegen seine Ängste und psychischen Nöte nur seine Frau, ihm helfen kann; Rubiner denkt über Wegbegleiter und Fremde verschiedensten Interlekts und Berufs nach; momentane negative Beurteilung Hubers; Wirkungskraft von Werken; größtes ungelüftetes (Schuld daran ist seine Abhägigkeit von den Naturwissenschaften) Geheimnis in Goethes Faust: "Die Mütter"; Prinzip der unfreien Natur versus des freien Willens; Einteilung typischer Vertreter des freien Willens (Mozart, Busoni) und der unfreien Natur(Beethoven, Wagner, (Debussy)); Hofft auf baldiges Treffen mitBusoni
23. April 1918 bis 24. April 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Muralto Nur kurz: Ich sandte Ihnen gestern abend einen Brief durch express nach Genf Rubiner bestätigt Busoni hinsichtlich seiner Meinung zu Faust II; hinterfragt den Umgang mit Erlösung, Schuld, Sünde und Verklärung; befürwortet die Zeitlosigkeit antiker bzw. klassischer Dramen und die dramaturgische „Gleichzeitigkeit“ des Faust II; stellt zur Diskussion, ob das Werk der dramatischen Gattung zuzuordnen sei; schreibt die ausgeprägteste Dramatik in Goethes Œuvre der Farbenlehre zu; definiert Verständlichkeit als Produkt künstlerischer Zeitgeistaffinität oder Objektivität; entschuldigt sich für seine Kritik an Hans Huber.
27. April 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Muralto Ihre letzten Zeilen haben mich bekehrt Rubiner dankt Busoni für dessen lebenskluge Offenbarung der „Doppelseite“ von Goethes Faust („dichterische Pyramide und Kunstgriff“); sieht in der Missa solemnis Beethovens opus summum; meldet die Ankunft seiner Frau zur Unterstützung am Schlussakt des Dramas Die Gewaltlosen.
9. Mai 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Locarno Schon seit langem habe ich nichts mehr von Ihnen vernommen Rubiner steht kurz vor dem Abschluss des Dramas Die Gewaltlosen; antizipiert, der „kühnste“ letzte Akt werde ihn „der Lächerlichkeit preisgeben“; kündigt Übersendung einer „Meister-Geistergeschichte“ von Selma Lagerlöf an; nennt Schrekers Oper Die Gezeichneten nach Lektüre einer Inhaltsangabe Victor-Hugo-Imitations- + Schönberg-Kitsch“.
13. Mai 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Muralto Aus Ihrem letzten Brief ersehe ich Rubiner stellt fest, dass sein vorletzter Brief Busoni nicht erreicht hat. Er fasst jenen Brief zusammen; drückt seine Unzufriedenheit in der Stadt Locarno aus.
29. Juli 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Zürich Ihre Anna wollte offenbar durchaus nicht begreifen Rubiner teilt seine lange Krankheit und Unzufriedenheit mit seiner Arbeit mit; er berichtet von Neuigkeiten, Artikeln und Büchern, die er kürzlich gelesen hat.
23. August 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Zürich Auf dem Wege nach Spiez. Rubiner äußert sich zu der neuen Novelle Goetzens; Er bedauert die schlechte wirtschaftliche Lage des Künstlers und äußert den Wunsch ihn unterstützen zu können. Rubiner Busoni
27. August 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Spiez Heute Ihren lieben Brief erhalten. Ludwig Rubiner kritisiert in seinem Brief an Busoni die Romantik und ihre Anhänger und vergleicht die Novelle mit einem literarischen Familienblatt. Er versucht einen Unterschied zwischen Künstler und Schöpfer darzustellen, wobei er dem Begriff des Künstlers einen negativen Beigeschmack gibt.
1. Oktober 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Zürich Welch ein Missverständnis,!, das ich Rubiner bemüht sich, seine Hochschätzung auch des Dichters Busoni klarzustellen; begrüßt in Busonis Doktor Faust die veränderten Schlussworte der Titelpartie.
4. Dezember 1918 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Zürich Zuvor der lieben Frau Gerda einen Gruss Rubiner berichtet sein Drama „Die Gewaltlosen“ vollendet zu haben und kündigt seinen Besuch bei Busoni an. Rubiner spricht seine Dankbarkeit für Busonis Einfluss zur Vollendung seines Werks aus. Rubiner Busoni
15. März 1919 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Berlin Dieser Brief wartet mit einigen Überraschungen auf. Rubiner berichtet von seinem Einzug in Busonis Berliner Wohnung am Viktoria-Luise-Platz, seiner Unzufriedenheit mit dem „politischen Parteiverlag Cassirer und seinem Eintritt in den Verlag Kiepenheuer; er bittet Busoni darum, diesem seine Opern Doktor Faustus, Arlecchino oder Die Fenster (I, II) und Turandot zur Herausgabe anzuvertrauen; zusätzlich schlägt er ihm vor, eine Auswahl seiner Lieblingsnovellen von E.T.A. Hoffmann zu veröffentlichen.
21. März 1919 Ferruccio Busoni an Ludwig Rubiner Zürich Ihr erfreulicher Brief brauchte eine kleine Woche zu mir Busoni freut sich, dass Rubiner in seine Berliner Wohnung gezogen ist; berichtet über die Veröffentlichung des Arlecchino durch Breitkopf & Härtel.
30. März 1919 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Berlin Welche Freude über die Handschrift Ihres gütigen Briefes! Rubiner schlägt Busoni Aufführung Arlecchinos zur Rückkehr nach Berlin vor; Rubiner erzählt von der Bearbeitung seines Werkes Aladdin;
11. April 1919 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Berlin Sachen Ihre Karte — ich antworte auf Rubiner schlägt eine Änderung im Text von Busonis Libretto zur Doktor Faust; Er bewundert vor allem die Änderungen in der Musik; Rubiner selbst arbeitet an einem Stück.
8. Juli 1919 Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Berlin Als Vorboten ausführlichen Briefe Rubiner vermeldet den Abschluss des Dramas Die Gewaltlosen.
11. Juli 1919 Ferruccio Busoni an Ludwig Rubiner Zürich Nun darf ich Ihnen, mit Ihren eigenen Busoni drückt seine Freude über die Fertigstellung von dem Drama Die Gewaltlosen von Rubiner aus.
6. November 1919 Ferruccio Busoni an Ludwig Rubiner London Ich höre, man könne von hier aus geradenwegs Busoni erzählt Rubiner über eine Druckversion von Doktor Faust und plant einen Zyklus von Konzerten.
29. November 1919 Ferruccio Busoni an Ludwig Rubiner London heute – da ich Ihren Brief vom 20. empfange Busoni scheint enttäuscht von der Londoner-Gesellschaft zu sein; Er erzählt Rubiner über seine Korrespondenz mit Bernard Shaw.
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