Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Dokument exportieren

Charlottenburg, Berlin, 5. August 1911

Stand: 6. April 2018 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Charlottenburg, Berlin am 05. August 1911 verfasst.
  • Datierungen in der Quelle: 5. August 1911 (autograph), 5. August 1911 (Poststempel Charlottenburg), 5. August 1911 (Archiv)

Umfang

1 Bogen, 3 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten.
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4261 | olim: Mus.ep. L. Rubiner 2 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ludwig Rubiner, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Vmtl. Hand des Empfängers Ferruccio Busoni, der auf der Umschlagrückseite die Zuordnung „Rubiner“ und das Datum mit Bleistift notiert hat.
    • Hand des Archivars, der die Signaturen mit Bleistift eingetragen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
    • Poststempel (schwarze Tinte)

    Foliierungen

    • Foliierung durch das Archiv, mit Bleistift oben rechts auf den Vorderseiten.

    Inhalt

    Absender

  • Ludwig Rubiner
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Rubiner dankt für Busonis letzten Brief und lehnt eine Aufnahme seines Aufsatzes, in der Gegenwart erschienen, in Busonis Buch ab; Rubiner schreibt, der Pan erwünsche Busonis Mitarbeit.
  • Incipit

  • Verzeihen Sie mir, dass ich Ihnen erst jetzt für Ihren Brief danke
  • Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    [1]
    Mus.ep. L. Rubiner 2 (Busoni-Nachl. B II)
    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4261

    Hochverehrter Herr!

    Verzeihen Sie mir, dass ich Ihnen
    erst jetzt für Ihren Brief
    danke, der mich so sehr er-
    freut hat.
    Ich wollte ursprünglich diesen
    Dank mündlich abstatten, traf
    Sie aber zu meinem Bedauern
    nicht an. Da ich auch durch
    Herrn Kestenberg, den ich bat
    Sie zu fragen, wann Ihnen mein
    Besuch nicht zeitraubend komme,
    keine Mitteilung erhielt, nahm
    ich an, Sie wollten nicht gestört
    sein.

    Dass Sie meine Arbeit in

    Hochverehrter Herr!

    Verzeihen Sie mir, dass ich Ihnen erst jetzt für Ihren Brief danke, der mich so sehr erfreut hat. Ich wollte ursprünglich diesen Dank mündlich abstatten, traf Sie aber zu meinem Bedauern nicht an. Da ich auch durch Herrn Kestenberg, den ich bat Sie zu fragen, wann Ihnen mein Besuch nicht zeitraubend komme, keine Mitteilung erhielt, nahm ich an, Sie wollten nicht gestört sein.

    Dass Sie meine Arbeit in

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin


    der Gegenwart für würdig halten,
    in Ihr Buch aufgenommen zu
    werden, ist für mich eine
    sehr grosse Ehre. Da aber
    meine Arbeit, obwohl erst vor
    zwei Jahren erschienen, schon
    vor vier Jahren geschrieben wur-
    de, scheint sie mir heute der
    Ergänzung sehr bedürftig. Heute
    würde ich noch energischer
    die Konsequenzen ziehen, vor
    allem – ethischer Natur. Denn,
    um es offen zu sagen, interessiert
    mich heute nicht mehr die
    rein musikalische Seite der
    Frage, sondern die, wie mir
    scheint, wichtigere die meta-
    physische!

    Da es mir leider Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    der Gegenwart für würdig halten, in Ihr Buch aufgenommen zu werden, ist für mich eine sehr große Ehre. Da aber meine Arbeit, obwohl erst vor zwei Jahren erschienen, schon vor vier Jahren geschrieben wurde, scheint sie mir heute der Ergänzung sehr bedürftig. Heute würde ich noch energischer die Konsequenzen ziehen, vor allem – ethischer Natur. Denn, um es offen zu sagen, interessiert mich heute nicht mehr die rein musikalische Seite der Frage, sondern die, wie mir scheint, wichtigere die metaphysische!

    Da es mir leider

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    [2]
    nicht vergönnt war, Sie zu spre-
    chen, so möchte ich mir erlauben,
    mich hier eines Auftrags zu entle-
    digen.

    Der Pan bittet Sie, ihm die
    Ehre Ihrer Mitarbeiterschaft zu
    schenken. Und er bittet Sie, ihm
    gerade solche Ihrer Ansichten
    und Äusserungen zur Verfügung
    zu stellen, die Sie gewöhnlich
    einem der üblichen Journale
    nur ungern geben, da Sie wissen,
    dass der Redakteur noch nicht
    so weit ist, die Sache zu kapieren.

    Mit vorzüglicher Hochachtung
    und bestem Dank

    Ihr sehr ergebener
    Ludwig Rubiner.

    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    nicht vergönnt war, Sie zu sprechen, so möchte ich mir erlauben, mich hier eines Auftrags zu entledigen.

    Der Pan bittet Sie, ihm die Ehre Ihrer Mitarbeiterschaft zu schenken. Und er bittet Sie, ihm gerade solche Ihrer Ansichten und Äußerungen zur Verfügung zu stellen, die Sie gewöhnlich einem der üblichen Journale nur ungern geben, da Sie wissen, dass der Redakteur noch nicht so weit ist, die Sache zu kapieren.

    Mit vorzüglicher Hochachtung und bestem Dank

    Ihr sehr ergebener Ludwig Rubiner.

    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    [Rückseite von Textseite 2, vacat]
    Faksmilie, Seite 5Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Charlottenburg
    5 8 11
    11-12 V
    * 2n
    Faksmilie, Seite 6Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Rubiner
    Nachlaß Busoni B II
    Mus.ep. L. Rubiner 2

    Mus.Nachl. F. Busoni
    B II, 4261-Beil.
    5 aug. 1911
    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin