Ludwig Rubiner an Ferruccio Busoni Dokument exportieren

Locarno, 22. April 1918

Stand: 7. März 2018 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Locarno am 22. April 1918 verfasst.
  • Datierungen in der Quelle: 22. April 1918 (autograph: „22. April 1918“), 23. April 1918 (Poststempel: „Locarno“), 24. April 1918 (Poststempel Zürich: „Genève“), 25. April 1918 (Poststempel: „Zürich“), 22. April 1918 (Gerda Busoni: „22. April 1918“)

Umfang

4 Blätter, 6 beschriebene Seiten

Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten; Umschlagaufriss oben (ohne Textverlust).
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4279 | olim: Mus.ep. L. Rubiner 20 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Ludwig Rubiner, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Hand Gerda Busonis, die das Datum auf der Umschlagrückseite mit Bleistift notiert hat.
    • Vmtl. Hand des Empfängers, der den Brief richtige Adresse Busonis notiert hat in violetter Schrift notiert.
    • blaue Unterstreichung auf der Briefumschlagsvorderseite
    • Hand des Archivars, der die Signaturen mit Bleistift eingetragen und eine Foliierung vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
    • Poststempel Zürich (schwarze Tinte)
    • Poststempel Genf (schwarze Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Ludwig Rubiner
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Rubiner offenbart, dass gegen seine Ängste und psychischen Nöte nur seine Frau, ihm helfen kann; Rubiner denkt über Wegbegleiter und Fremde verschiedensten Interlekts und Berufs nach; momentane negative Beurteilung Hubers; Wirkungskraft von Werken; größtes ungelüftetes (Schuld daran ist seine Abhägigkeit von den Naturwissenschaften) Geheimnis in Goethes Faust: "Die Mütter"; Prinzip der unfreien Natur versus des freien Willens; Einteilung typischer Vertreter des freien Willens (Mozart, Busoni) und der unfreien Natur(Beethoven, Wagner, (Debussy)); Hofft auf baldiges Treffen mitBusoni
  • Incipit

  • was im Latein, mit Purpurtoga behangen
  • Edition

    Verantwortlich

    Bearbeitet von

  • Ulrike Japes
  • Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    (1.
    MUS,ep. L. Rubiner 20 (Busoni-Nachl.B II)
    Mus.Nachl. F. Busoni B II,4279
    22.Apr.1918.

    Egregio amico,

    was im Latein, mit Purpurtoga be=
    hangen, hiesse: O egregi amire!
    Hoffen will ich, dass diese Zeilen noch
    vor Ihrer Genfer Abreise zu Ihnen
    kommen. Und meinen Glückwunsch
    zu Ihrem Riesen- u. Massenerfolg in
    Genf, den ich aus einer Kritik der
    Feuille“ schliesse (übrigens die einzige
    Zeitung, die es giebt, die sich wirklich vor
    dem Krieg genau so ekelt wie Sie und
    ich). –

    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    Ich springe heute Nachmittag endlich
    in das Abenteuer meines letzten Aktes.
    (Schloss, nach beglückenden Empfang Ihres
    gestrigen Briefes, das vorhergehende in
    unaufhaltsamen achtstündiger Sturmarbeit.)
    Meine Vorbereitung zu diesem letzten
    Aufgebot meiner Kräfte ist: Ich bat
    telegraphisch meine Frau herzukommen,
    und einige Tage bei mir zu bleiben.
    Anders könnte ich diesen letzten Anfang
    garnicht fertigbringen. Es ist nun ein=
    mal so: Wenn ich vor einem neuen
    oder endgültigen Ansprungstehe, dann
    kann mir über die entsetzliche Angst
    nur meine Frau weghelfen, nur das
    Gespräch mit ihr, über hundert

    22.Apr.1918.

    Egregio amico,

    was im Latein, mit Purpurtoga behangen, hieße: O egregi amire! Hoffen will ich, dass diese Zeilen noch vor Ihrer Genfer Abreise zu Ihnen kommen. Und meinen Glückwunsch zu Ihrem Riesen- und Massenerfolg in Genf, den ich aus einer Kritik der „Feuille“ schließe (übrigens die einzige Zeitung, die es gibt, die sich wirklich vor dem Krieg genau so ekelt wie Sie und ich). –

    Ich springe heute Nachmittag endlich in das Abenteuer meines letzten Aktes. (Schloss, nach beglückenden Empfang Ihres gestrigen Briefes, das vorhergehende in unaufhaltsamen achtstündiger Sturmarbeit.) Meine Vorbereitung zu diesem letzten Aufgebot meiner Kräfte ist: Ich bat telegraphisch meine Frau herzukommen, und einige Tage bei mir zu bleiben. Anders könnte ich diesen letzten Anfang gar nicht fertigbringen. Es ist nun einmal so: Wenn ich vor einem neuen oder endgültigen Ansprungstehe, dann kann mir über die entsetzliche Angst nur meine Frau weghelfen, nur das Gespräch mit ihr, über hundert

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    [2]
    ganz reale, oder ganz ganz abstrakte
    Dinge; der innere Mut eines langjährigen
    Freundes und vertrautesten Kameraden,
    auch gelegentlich anderer Meinung
    zu sein, hebt mich; das Unlyrische
    in ihr lässt mich mich auf meine
    dunkelsten Quellen besinnen; ihr
    Sinn für Humor – wie selten bei Frauen! –
    hilft mir, über die Todesangst hinweg.
    Kurz, in diesem Moment der entsetzli=
    chen, schreckenerfüllten, luftleeren Pause
    konnte und kann nur sie mir helfen.
    Queste la vita. – Wenn ich an das denke,
    was von einem Menschen schliesslich mal
    übrig bleibt, an die Arbeit, so entdecke
    ich, bei aller nie versiegenden Dankbar=
    keit gegen die Frauen, mit denen ich
    je befreundet war, doch nur menschliche
    (natürlich rede ich nicht von wirklichen Verkrüppelten!)
    und geistige Kuriositätenkrüppel, rechte,
    langhaarige Freaks, Kunst=Klavier=
    Gefühls=Caitier=Freaks – für mein
    Leben, das wirkliche Leben, für meine
    Arbeit keine mit Verständnis, Anre=
    gung oder womöglich Hülfe. Garnicht
    erst an die armen Wesen zu denken,
    die ich seit meinem Aufenthalt in der
    Schweiz kennen gelernt habe, die
    Ahnungslosen, die sich im besten Fall
    an ein wenig Kunst ganz teilweise
    betrinken, und die – ach! – viel

    ganz reale, oder ganz ganz abstrakte Dinge; der innere Mut eines langjährigen Freundes und vertrautesten Kameraden, auch gelegentlich anderer Meinung zu sein, hebt mich; das Unlyrische in ihr lässt mich mich auf meine dunkelsten Quellen besinnen; ihr Sinn für Humor – wie selten bei Frauen! – hilft mir, über die Todesangst hinweg. Kurz, in diesem Moment der entsetzlichen, schreckenerfüllten, luftleeren Pause konnte und kann nur sie mir helfen. Questaè la vita. – Wenn ich an das denke, was von einem Menschen schließlich mal übrig bleibt, an die Arbeit, so entdecke ich, bei aller nie versiegenden Dankbarkeit gegen die Frauen, mit denen ich je befreundet war, doch nur menschliche (natürlich rede ich nicht von wirklichen Verkrüppelten!) und geistige Kuriositätenkrüppel, rechte, langhaarige Freaks, Kunst=KlavierGefühls=Caitier=Freaks – für mein Leben, das wirkliche Leben, für meine Arbeit keine mit Verständnis, Anregung oder womöglich Hilfe. Garnicht erst an die armen Wesen zu denken, die ich seit meinem Aufenthalt in der Schweiz kennen gelernt habe, die Ahnungslosen, die sich im besten Fall an ein wenig Kunst ganz teilweise betrinken, und die – ach! – viel

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    [3]
    mitfühlende P[…]tät ei[…][…]
    sowohl vollendens Mitgefühl und mit […]

    für von Wohlwollen mit ihrem
    hoffnungslosen Schicksal sofort glän=
    zend misverstehen! –
    Ja, was machte
    ich wohl ohne meine Frau —
    Aber genug jetzt von mir und meiner
    Arbeit, denn mein unglückliches Naturell
    fordert dann wieder für allen Fort[…]
    […] Arbeit […]keit die dieses
    den P[…] eines Fremden aufs
    Wunderbarste gesteigert werden kann.
    Aber alles, was ich Ihnen hier sage, kennen
    Sie gewiss persönlich Punkt für Punkt
    von sich.[…] ist viel, aber wie […]

    seinem wirklichen Freund.

    Mit Huber bin ich seit langem sehr
    unzufrieden. Er versprach mir mit
    heiligsten Schweizer Antlitz seinen offenen
    Brief im aJournal de Genève; denn
    nach langwöchigen Ausweichen sagte
    er, er wolle lieber einen Artikel für
    eine Schweizer Musikzeitung draus
    machen. – Seit ich aber heraus habe,
    dass etwas von ihm auf dem Neuchâteler
    Musikfest
    aufgeführt wird, weiss ich,
    dass er einfach Angst hat, es [sich] mit den
    grossen Musikkritikern der West-
    Schweiz
    zu verderben. Hoffentlich tue
    ich ihm damit Unrecht, und er ist
    nur zu schwach, um seine eigene Meinung
    zu haben. –

    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    für von Wohlwollen mit ihrem hoffnungslosen Schicksal sofort glänzend misverstehen! – Mit Huber bin ich seit langem sehr unzufrieden. Er versprach mir mit heiligsten Schweizer Antlitz seinen offenen Brief im aJournal de Genève; denn nach langwöchigen Ausweichen sagte er, er wolle lieber einen Artikel für eine Schweizer Musikzeitung draus machen. – Seit ich aber heraus habe, dass etwas von ihm auf dem Neuchâteler Musikfest aufgeführt wird, weiß ich, dass er einfach Angst hat, es sich mit den großen Musikkritikern der West- Schweiz zu verderben. Hoffentlich tue ich ihm damit Unrecht, und er ist nur zu schwach, um seine eigene Meinung zu haben. –

    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    (4.
    CASINO KURSAAL
    DE
    LOCARNO
    (LAC MAJEUR - SUISSE)
    LOCARNO,...........

    Von jeher war das an meisten Anziehende
    in Faust und was ich stets von vornherein
    „verstand“: Die Mütter. Die vollkommenen
    Erneuerungs- u. Wandlungsquellen der Menschen,
    und jeder neu Lebenszustand gewissermassen!
    unter einer neuen Gottheit stehend. Dass
    man kein Faust nach dem „Verstehen“
    fragt, habe ich stets als ungerecht und
    spiessig empfunden.Es ist garnichts zu
    „verstehen“, wenn man nur jede Figur als
    wirklich plastische Verkörperung ansieht
    ein paar Privatscherze Goethes ausgenommen).
    Habe mich stets geweigert, einen Faustkommen=
    tar zu lesen. – Meine Frage an Sie betraf
    auch garnicht das Verstehen des Faust II,
    sondern sein Ziel auf der Erde, seinen
    Welt-Sinn, seine nachwirkende Produktiv=
    kraft. Was denken Sie davon? Es giebt
    herrliche Werke, die in sich bleiben. Ich erlaube
    mir, auch der ungeheuren Grösse gegenüber,
    meinem Kontaktsinn zu folgen, und finde
    dass "– ohne Vergleich, durch erdenkte und
    sogar notwendige überweltliche Wertung "–
    ein Werk wie Dantes nachwirkende, heraus
    aus sich wirkende Schöpferkraft bis auf die spätesten
    Zeiten haben wird (die nur historisch
    veralteten Details zählen nicht), Faust II
    aber nicht, wohl aber viel Kleineres von Goethe.

    Von jeher war das an meisten Anziehende in Faust und was ich stets von vornherein „verstand“: Die Mütter. Die vollkommenen Erneuerungs- und Wandlungsquellen der Menschen, und jedes neuen Lebenszustands gewissermaßen! unter einer neuen Gottheit stehend. Dass man kein Faust nach dem „Verstehen“ fragt, habe ich stets als ungerecht und spießig empfunden.Es ist gar nichts zu „verstehen“, wenn man nur jede Figur als wirklich plastische Verkörperung ansieht ein paar Privatscherze Goethes ausgenommen). Habe mich stets geweigert, einen Faustkommentar zu lesen. – Meine Frage an Sie betraf auch gar nicht das Verstehen des Faust II, sondern sein Ziel auf der Erde, seinen Welt-Sinn, seine nachwirkende Produktivkraft. Was denken Sie davon? Es gibt herrliche Werke, die in sich bleiben. Ich erlaube mir, auch der ungeheuren Größe gegenüber, meinem Kontaktsinn zu folgen, und finde dass "– ohne Vergleich, durch erdenkte und sogar notwendige überweltliche Wertung "– ein Werk wie Dantes nachwirkende, heraus aus sich wirkende Schöpferkraft bis auf die spätesten Zeiten haben wird (die nur historisch veralteten Details zählen nicht), Faust II aber nicht, wohl aber viel Kleineres von Goethe.

    Faksmilie, Seite 5Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    BII,4279
    (5.

    Das Tiefste und bedeutendste
    Wort, das Goethe gesprochen hat,
    vielleicht das grösste Geheimnis,
    das er berührt hat, sind unzwei=
    felhaft Die Mütter. Dass er
    nicht gewagt hat, es auch selbst
    zu lösen, danach ist, m.E., seine
    unglückliche Abhängigkeit von den
    Naturwissenschaften und seine
    ganze Rousseauische Überschätzung
    der „Natur“ schuld – also gerade
    das, weswegen das 19. Jahrhundert
    ihn dummerweise so sehr lobt,
    und was sein nur Historisches
    ausmacht. –

    Natur ist der strikte Gegen=
    satz zu freiem Willen. Ich
    sah, als ich soweit gekommen
    war, in meinem Leben an Gott
    zu glauben, als Erwachsener, weil
    ich spürte und erkannte, dass es
    den freien Willen giebt ,
    ich sah, dass der freie Wille
    der Urquell aller Religionen
    am Ursprung ist. Die Natur [ist]

    Das Tiefste und bedeutendste Wort, das Goethe gesprochen hat, vielleicht das größte Geheimnis, das er berührt hat, sind unzweifelhaft Die Mütter. Dass er nicht gewagt hat, es auch selbst zu lösen, danach ist, meines Erachtens, seine unglückliche Abhängigkeit von den Naturwissenschaften und seine ganze Rousseauische Überschätzung der „Natur“ schuld – also gerade das, weswegen das 19. Jahrhundert ihn dummerweise so sehr lobt, und was sein nur Historisches ausmacht. –

    Natur ist der strikte Gegensatz zum freien Willen. Ich sah, als ich soweit gekommen war, in meinem Leben an Gott zu glauben, als Erwachsener, weil ich spürte und erkannte, dass es den freien Willen gibt . Ich sah, dass der freie Wille der Urquell aller Religionen am Ursprung ist. Die Natur ist

    Faksmilie, Seite 6Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    [Briefpapier, vacat]
    — Confiserie & patisserie —
    E. Scheurer
    PIAZZA GRANDELOCARNOPIAZZA GRANDE

    Buffet du Kursaal
    Locarno, le ....... 19..
    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    Faksmilie, Seite 7Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    (6.
    nur das Aczidens, das der
    Mensch erst selbst, während
    seines Handelns, durch Erkenntnis,
    schafft. Das naturwissenschaftlich
    verbohrte 19.Jahrhundert nahm an,
    die Natur habe den Menschen
    geschaffen oder „werden lassen“. Die
    Zukunft wird einsehen, dass es
    umgekehrt ist. Die Zukunft? Jene
    heilige Zukunft, die immer bestand,
    die im Altertum in den Mysterien
    war.

    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin


    Beispiel: Mozart, Busoni
    sind typische Vertreter (als
    Schöpfer) des freien Willens.
    Beethoven, Wagner, (Debussy): der
    (unfreien, fatalistischen) Natur.
    (Immer von den Werten geredet.) –
    Corneille las ich, weil er die allerstrengste Form
    Calderon kenne ich, trotz der
    grauenhaften Übersetzungen, sehr
    gut. Ich darf ihn jetzt nicht
    lesen, es ist zuviel mir verwandtes
    zu diesen herlichen Dichter! Ich
    wollte möchte einen, der mich zügelt
    durch Fremdheit. –

    Und alles
    andere auf bald und mündlich.
    Ich umarme Sie in tiefer
    Freundschaft Ihr


    Ludwig Rubiner

    .

    nur das Akzidens, das der Mensch erst selbst, während seines Handelns, durch Erkenntnis, schafft. Das naturwissenschaftlich verbohrte 19.Jahrhundert nahm an, die Natur habe den Menschen geschaffen oder „werden lassen“. Die Zukunft wird einsehen, dass es umgekehrt ist. Die Zukunft? Jene heilige Zukunft, die immer bestand, die im Altertum in den Mysterien war.

    Beispiel: Mozart, Busoni sind typische Vertreter (als Schöpfer) des freien Willens. Beethoven, Wagner, (Debussy): der (unfreien, fatalistischen) Natur. (Immer von den Werten geredet.) – Corneille las ich, weil er die allerstrengste Form Calderón kenne ich, trotz der grauenhaften Übersetzungen, sehr gut. Ich darf ihn jetzt nicht lesen, es ist zuviel mir verwandtes zu diesen herlichen Dichter! Ich wollte möchte einen, der mich zügelt durch Fremdheit. –

    Und alles andere auf bald und mündlich. Ich umarme Sie in tiefer Freundschaft Ihr

    Ludwig Rubiner

    .
    Faksmilie, Seite 8Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    [Rückseite, vacat]
    Faksmilie, Seite 9Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    AMBULANT
    23.IV.18.2517
    GENÈVE
    24.IV.18.-1
    LET.
    RUE DU STAN[…]
    Express!
    Zürich
    Monsieur Ferruccio Busoni
    aux bons soins de Mme Jeanne Blumer
    36 Scheuchzerstr.
    Genève
    Zürich
    13 Rue de Candolle 13
    Exp.: Rubiner. Muralto/Locardo
    Villa Rossa
    Express!Zürich
    Monsieur Ferruccio Busoni
    aux bons soins de Madame Jeanne Blumer
    36 Scheuchzerstr.
    Genève
    Zürich
    13 Rue de Candolle 13
    Expéditeur: Rubiner. Muralto/Locardo Villa Rossa
    Faksmilie, Seite 10Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Nachlaß BusoniB II
    >Mus. ep. L. Rubiner 20
    Mus. Nachl.
    F. Busoni BII,
    4279-Beil.
    ZÜRICH
    25.IV.8.IX-
    […]
    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin
    GENÈVE
    24.IV.18.XI-
    […]SIT
    22 April
    1918.