Robert Freund an Ferruccio Busoni Dokument exportieren

Salzburg, 4. August 1922

Stand: 6. April 2018 (erwartet Freigabe) Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0

Quelle

Entstehung

  • Der Brief wurde in Salzburg am 4. [ca. 1922] verfasst.
  • Keine Datierung in der Quelle.

Umfang

1 Bogen, 4 beschriebene Seiten
  • Veränderte Seitenfolge: 1,2,3,4,6,5
  • Zustand

  • Der Brief ist gut erhalten. Umschlagaufriss oben; die Briefmarke wurde entfernt
  • Aufbewahrungsort

  • Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 1733 | olim: Mus.ep. R. Freund 44 (Busoni-Nachl. B II) | Nachweis in Kalliope
  • Hände/Stempel

    • Überwiegend: Hand des Absenders Robert Freund, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
    • Hand des Archivars, der die Signaturen mit Bleistift eingetragen und eine Foliierung vorgenommen hat.
    • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat
    • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
    • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
    • Poststempel (schwarze Tinte)

    Inhalt

    Absender

  • Robert Freund
  • Empfänger

  • Ferruccio Busoni
  • Zusammenfassung

  • Freund äußert seine Meinung zu dem Buch von Gisella Selden-Goth über Busoni; Freund bekennt seinen Faible für die Seconda Sonatina
  • Incipit

  • Faksimile
    Umschrift
    Lesefassung
    Faksmilie, Seite 1Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    [1]
    Mus.ep. R. Freund 44 (Busoni-Nachl. B II)
    Mus.Nachl. F. Busoni B II, 1733
    4. Aug.
    [ca.1922]

    Lieber Freund!

    Ich habe eben
    Frau [Selden-]Goth’s Buchgelesen u. möchte 

    Ihnen doch sagen, wie sehr mir
    das mit warmer Begeisterung
    geschriebene Buch gefallen [hat].
    Es giebt selten 2 Musiker
    die ganz gleicher Meinung
    sind. Aber vollkom̅en stim̅e
    ich mit ihr überein wen̅
    sie die Fant. Contrap. für eines
    der vollendetsten Meisterwer_
    ke erklärt; für mich [De]utsche
    [Staats]bibliothek
    [Be]rlin

    4. August [ca.1922]

    Lieber Freund!

    Ich habe eben Frau Selden-Goth’s Buchgelesen und möchte 
 Ihnen doch sagen, wie sehr mir das mit warmer Begeisterung geschriebene Buch gefallen hat. Es gibt selten zwei Musiker die ganz gleicher Meinung sind. Aber vollkommen stimme ich mit ihr überein wenn sie die Fantasia contrappuntistica für eines der vollendetsten Meisterwerke erklärt; für mich

    Faksmilie, Seite 2Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    De[utsche]
    Staats[bibliothek]
    Be[rlin]

    der Gipfelpunkt Ihres instrumentalen
    Schaffens, soweit ich es ken̅e. Die Werke
    der Züricher Epoche ken̅e ich allerdings
    nicht. Und ebenso nahm mich schon beim
    ersten Lesen die Berceuse mit ihrem
    Stim̅ungszauber gefangen. Von den Sona_
    tinen ken̅e ich nur die ersten 3 : ein
    spezielles faible habe ich aber für die
    2te. Für mich mehr als ein harmoni_
    sches Experiment. Von Anfang an

    der Gipfelpunkt Ihres instrumentalen Schaffens, soweit ich es kenne. Die Werke der Züricher Epoche kenne ich allerdings nicht. Und ebenso nahm mich schon beim ersten Lesen die Berceuse mit ihrem Stimmungszauber gefangen. Von den Sonatinen kenne ich nur die ersten drei : ein spezielles Faible habe ich aber für die Zweite. Für mich mehr als ein harmonisches Experiment. Von Anfang an

    Faksmilie, Seite 3Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    [2]
    stand ich unter dem Eindruck
    ihrer tief – ernsten, elegischen
    Stim̅ung. Für eine Biographie
    ist es noch zu früh: stehen
    Sie doch noch in der Voll_
    kraft des Schaffens. Aber
    als “Versuch” finde ich das
    Buch vortrefflich. –

    Ich bin seit einigen Tagen
    mit [den] Schwestern, [den] Schwägern
    u. ihren Kindern hier u.
    gedenke, wen̅ das Wetter
    es erlaubt noch 2-3 Wochen
    zu bleiben. Vorläufig Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin

    stand ich unter dem Eindruck ihrer tief – ernsten, elegischen Stimmung. Für eine „Biographie“ ist es noch zu früh: stehen Sie doch noch in der Vollkraft des Schaffens. Aber als „Versuch“ finde ich das Buch vortrefflich. –

    Ich bin seit einigen Tagen mit den Schwestern, den Schwägern und ihren Kindern hier und gedenke, wenn das Wetter es erlaubt noch 2-3 Wochen zu bleiben. Vorläufig

    Faksmilie, Seite 4Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin

    [1]
    regnet es “mehrschtendeels”.

    Irma u. Etel grüssen Sie u. Frau
    Busoni
    allerherzlichst u. ich bin
    in alter Treue

    Ihr
    R. Freund

    regnet es „mehrschtendeels“.

    Irma und Etelka grüßen Sie und Frau Busoni allerherzlichst und ich bin in alter Treue

    Ihr Robert Freund

    Faksmilie, Seite 5Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    […]
    [1922].[…].[…][…]
    7a
    Herrn Prof. Ferruccio B. Busoni,
    Deutsche
    Staatsbibliothek
    Berlin
    Faksmilie, Seite 6Bild-Quelle: Staatsbibliothek zu Berlin
    Nachlaß Busoni B II

    Mus, ep. R. Freund 44

    Mus. Nachl. F. Busoni B II, 1733-Beil.