Facsimile
Diplomatic transcription
Reading version
XML
Mus.ep. OrchesterAbend 1903, 27 (Busoni-Nachl. B II)Mus.Nachl. F. Busoni B II, 3551
Payerbach Weindel 2003 (316) fälschlich: „Payersbach“. 10./9.1903

Hoch verehrter transcription uncertain. alternative reading:
Hochverehrter
Weindel 2003 (316): „Hochverehrter“. Herr Professor,
Weindel 2003 (316) und Haimo / Feisst 2016 (202) im Anschluss mit neuem Absatz. aus Ihrem Briefe
an Herrn Dr Weindel 2003 (317) und Haimo / Feisst 2016 (202) mit Punkt nach „Dr“. Schenker, Brief vom 25. August 1903 oder Brief vom 3. September 1903. dessen Syrische Weindel 2003 (316) fälschlich: „syrische“. Tänze
ich für Orchester setze, Details der Auftragsvergabe sind u. a. dem Brief Schönbergs vom 12. September 1903 an Heinrich Schenker zu entnehmen. entnahm ich, dass Sie
auch heuer Weindel 2003 (316) und Haimo / Feisst 2016 (202) fälschlich: „sicher“ bzw. „undoubtedly“. Ihre „Modernen Weindel 2003 (316) fälschlich: „modernen“. Concerte“ Offenbar verwechselt Schönberg die Reihe zumindest ihrem Namen nach mit der von Richard Strauss veranstalteten; gemeint sind Busonis Berliner Orchesterabende. in Berlin
abhalten. Weindel 2003 (316) und Haimo / Feisst 2016 (202) im Anschluss fälschlich mit neuem Absatz. Da ich schon, als ich noch in Berlin
war, Schönberg war zwei Monate zuvor, im Juli 1903, von Berlin zurück nach Wien gezogen. die Absicht hatte Sie aufzusuchen, darin
aber insofern missglückte, als Sie verreist
waren, erlaube ich mir mich brieflich mit
dem an Sie zu wenden, um was ich Sie
damals angehen wollte.

Folgendes: Ich habe eine symphonische
Dichtung: Bei Weindel 2003 (316) fehlt der Doppelpunkt. „Pelleas und Mélisande“ Bei Weindel 2003 (316) und Haimo / Feisst 2016 (202) „Mélisande“ ohne Akzent. nach Maeterlinck
componiert. Weindel 2003 (316) fälschlich: „componirt“. Da diese nun leider insofern
zu den selten aufgeführten Werken“ gehört, als
sie noch gar nicht aufgeführt ist und meine
bisherigen Versuche sie zu placieren durchaus
verg[…] 1 char: overwritten. eblich waren, so möchte ich mir erlauben Weindel 2003 (316) mit Komma.[1]

Payerbach, 10. September 1903

Hoch verehrter Herr Professor,

aus Ihrem Briefe an Herrn Dr. Schenker, Brief vom 25. August 1903 oder Brief vom 3. September 1903. dessen Syrische Tänze ich für Orchester setze, Details der Auftragsvergabe sind u. a. dem Brief Schönbergs vom 12. September 1903 an Heinrich Schenker zu entnehmen. entnahm ich, dass Sie auch heuer Ihre „Modernen Konzerte“ Offenbar verwechselt Schönberg die Reihe zumindest ihrem Namen nach mit der von Richard Strauss veranstalteten; gemeint sind Busonis Berliner Orchesterabende. in Berlin abhalten. Da ich schon, als ich noch in Berlin war, Schönberg war zwei Monate zuvor, im Juli 1903, von Berlin zurück nach Wien gezogen. die Absicht hatte, Sie aufzusuchen, darin aber insofern missglückte, als Sie verreist waren, erlaube ich mir, mich brieflich mit dem an Sie zu wenden, um was ich Sie damals angehen wollte.

Folgendes: Ich habe eine symphonische Dichtung Pelleas und Melisande nach Maeterlinck komponiert. Da diese nun leider insofern zu den „selten aufgeführten Werken“ gehört, als sie noch gar nicht aufgeführt ist und meine bisherigen Versuche, sie zu platzieren, durchaus vergeblich waren, so möchte ich mir erlauben, Sie zu fragen, ob Sie sie nicht einmal ansehen wollten.

Besonders empfehlend ist es nicht, was ich Ihnen über das Schicksal des Werkes hier mitteilen will. Nämlich: Nikisch hat mir es nach einem Tage ohne ein Wort der Antwort zurückgeschickt. Und Weingartner hat mir nicht einmal Gelegenheit gegeben, es ihm zu zeigen. Freunde, die sich damit bekannt machen wollten, kamen über die ersten Seiten nicht hinaus. Und hier liegt auch der Grund, warum ich das Werk nirgends anbringen kann: Die Sache ist so kompliziert, dass es wirklich ein Opfer ist, wenn jemand sich die Mühe nimmt, sie anzusehen. Dann noch eines: ein sehr großes Orchester! (kleine Flöte, 3 große Flöten, 3  Oboen, 1 Englischhorn, Es-Klarinette, 3 Klarinetten, Bass-Klarinette 3 Fagotte, Kontrafagott , 8 Hörner, 4 Trompeten, 6 Posaunen, 2 Harfen und viele Streicher). Ich setze Ihnen alles dies schon vorher auseinander, weil über diese Punkte hinweg, bis zur Frage, ob an der Sache auch etwas dran ist, noch keiner gekommen ist.

Wenn Sie also die Freundlichkeit hätten, sich meine Partitur ansehen zu wollen, so möchte ich sie Ihnen gerne schicken.

Verzeihen Sie die Kühnheit, mit der ich mich an Sie wende; Mut dazu gibt mir die Ihre: sich für moderne oder gar neue Werke einsetzen zu wollen, trotz des Gekläffes der „Neidinge“. Anspielung auf Die Walküre von Richard Wagner (I. Akt, 2. Szene, Siegmund: „Ein starkes Jagen auf uns / stellten die Neidinge an“), dort wie hier zugleich anklingend an „Neider“. Busoni spinnt die Wagner-Allegorie in seiner Antwort unter Verweis auf Siegfried fort. Und da wage ich es denn, bloß vom Werke zu reden, und so tritt meine sonst bescheidene Person — in den Hintergrund, wodurch merkwürdigerweise die Unbescheidenheit dieses Briefes entsteht.

In der Hoffnung auf eine freundliche Antwort empfehle ich mich mit dem Ausdrucke

der vorzüglichsten Hochachtung ergebenst

Arnold Schönberg

Payerbach 126 Schönberg wohnte in Payerbach offenbar immer in der Villa Rumpler.
Niederösterreich
                                                                
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="split"> <note type="shelfmark" place="top" resp="#archive"> <subst><del xml:id="del_sig" rend="strikethrough">Mus.ep. OrchesterAbend 1903, 27 (Busoni-Nachl. B II)</del><add xml:id="add_sig" place="margin-left" rend="rotate(-90)">Mus.Nachl. F. Busoni B II, 3551</add></subst> </note> <substJoin target="#del_sig #add_sig"/> <opener> <dateline rend="align(right) space-below"> <placeName key="E0500038">Payerbach</placeName><reg>,</reg> <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_major"><bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> fälschlich: <q>Payersbach</q>.</note> <!-- JT: Eher nur "minor" Abweichung? Es gibt kein "Payersbach", eine Verwechslung lässt sich also ausschließen. --> <!-- JT: Witzig, dass Haimo/Feisst diesen Fehler nicht übernehmen. Vmtl. bei Weindel nachlässig gelesen, wussten aber inhaltlich besser Bescheid und haben es in Folge zufällig richtig geschrieben. ;-) Obwohl: für diesen Brief gibt es offiziell keinen Hinweis, dass Weindel die Transkriptionsbasis war. Dbzgl. den Kommentar in Haimo/Feisst-biblio-Eintrag evtl. noch präzisieren? --> <!-- JT: allgemein zu den editorischen Abweichungen => Ich würde gern weniger oft "fälschlich" schreiben (nur bei "major" Abweichungen); klingt in der Fülle auf Dauer etwas zu schlau... --> <date when-iso="1903-09-10">10.<choice><orig>/9.</orig><reg> September </reg></choice>1903</date> </dateline> </opener> <p rend="indent-first"><seg type="opener" subtype="salute"> <choice><unclear cert="low">Hochverehrter</unclear><unclear cert="high">Hoch verehrter</unclear></choice> <!-- JT: Ich würde die Wahrscheinlichkeit genau andersherum setzen (Editionsabweichung würde in Folge wegfallen); vgl. zweiter Absatz auf S. 3: "Verzei hen [...]" => bräuchte sonst z.B. auch <choice>/<unclear>, aber das wäre m.E. zu viel des Guten. --> <!-- JT: Wenn die getrennte Hauptlesart so bleiben soll, Zusammenschreibung in Lesefassung noch ergänzen. --> <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"><bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl>: <q>Hochverehrter</q>.</note> <rs key="E0300017">Herr Professor</rs>,</seg> <note resp="#E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> im Anschluss mit neuem Absatz. </note> <!-- JT: Bin etwas unsicher, ob wir diese Abweichung tatsächlich notieren wollen. Dafür spricht, dass sowohl Weindel (315) als auch Haimo/Feisst (xii) für sich in Anspruch nehmen, die originalen Absätze beibehalten zu haben. Andererseits könnte man den Absatz nach der Anrede als formale Standardisierung interpretieren, analog zu Adress- und Datumsangaben.--> aus Ihrem Briefe <lb/>an <persName key="E0300024">Herrn Dr<reg>.</reg> <note resp="#E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> mit Punkt nach <q>Dr</q>. </note> Schenker</persName>, <note type="commentary" resp="#E0300314"> <ref type="E010003" target="#D0100079">Brief vom <date when-iso="1903-08-25">25. August 1903</date></ref> oder <ref type="E010003" target="#D0100082">Brief vom <date when-iso="1903-09-03">3. September 1903</date></ref>. </note> dessen <title key="E0400016">Syrische <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"><bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> fälschlich: <q>syrische</q>.</note> Tänze</title> <lb/>ich für Orchester setze, <note type="commentary" resp="#E0300314"> Details der Auftragsvergabe sind u. a. dem <ref type="ext" target="http://www.schenkerdocumentsonline.org/documents/correspondence/OJ-14-15_1.html">Brief <persName key="E0300023">Schönbergs</persName></ref> vom <date when-iso="1903-09-12">12. September 1903</date> an <persName key="E0300024">Heinrich Schenker</persName> zu entnehmen. </note> entnahm ich, dass Sie <lb/>auch heuer <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_major"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> fälschlich: <q>sicher</q> bzw. <q>undoubtedly</q>. </note> <!-- JT: Müssten die englischen Zitate in den editorischen Abweichungen noch mit xml:lang getaggt werden, oder gilt das nur für Brieftext? --> Ihre <soCalled rend="dq-du">Modernen <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"><bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> fälschlich: <q>modernen</q>.</note> <choice><orig>C</orig><reg>K</reg></choice>on<choice><orig>c</orig><reg>z</reg></choice>erte</soCalled> <note type="commentary" resp="#E0300314"> Offenbar verwechselt <persName key="E0300023">Schönberg</persName> die Reihe zumindest ihrem Namen nach mit der von <persName key="E0300022">Richard Strauss</persName> veranstalteten; gemeint sind <persName key="E0300017">Busonis</persName> <orgName key="E0600003"><placeName key="E0500029">Berliner</placeName> Orchesterabende</orgName>. </note> <!-- JT: Sollte die irreführende Bezeichnung in der <summary> folglich nicht besser vermieden und dort stattdessen "Orchesterabende" geschrieben werden? --> in <placeName key="E0500029">Berlin</placeName> <lb/>abhalten. <note resp="#E0300314 #E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> im Anschluss fälschlich mit neuem Absatz. </note> Da ich schon, als ich noch in <placeName key="E0500029">Berlin</placeName> <lb/>war, <note type="commentary" resp="#E0300314"> <persName key="E0300023">Schönberg</persName> war zwei Monate zuvor, im <date when-iso="1903-07">Juli 1903</date>, von <placeName key="E0500029">Berlin</placeName> zurück nach <placeName key="E0500002">Wien</placeName> gezogen. </note> die Absicht hatte<reg>,</reg> Sie aufzusuchen, darin <lb/>aber insofern missglückte, als Sie verreist <lb/>waren, erlaube ich mir<reg>,</reg> mich brieflich mit <lb/>dem an Sie zu wenden, um was ich Sie <lb/>damals angehen wollte. </p> <p rend="indent-first">Folgendes: Ich habe eine symphonische <lb/>Dichtung<orig>:</orig> <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor">Bei <bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> fehlt der Doppelpunkt.</note> <title key="E0400012" rend="dq-du">Pelleas und M<choice><orig>é</orig><reg>e</reg></choice>lisande</title> <note resp="#E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"> Bei <bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> <q>Mélisande</q> ohne Akzent. </note> nach <persName key="E0300027">Maeterlinck</persName> <lb/><choice><orig>c</orig><reg>k</reg></choice>omponiert. <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"><bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> fälschlich: <q>componirt</q>.</note> Da diese nun leider insofern <lb/>zu den <add xml:id="change2" place="inline">„</add>selten <del xml:id="change1" rend="strikethrough">„</del>aufgeführten Werken“ gehört, als <substJoin target="#change1 #change2"/> <lb/>sie noch gar nicht aufgeführt ist und meine <lb/>bisherigen Versuche<reg>,</reg> sie zu pla<choice><orig>c</orig><reg>tz</reg></choice>ieren<reg>,</reg> durchaus <lb/>verg<subst><del rend="overwritten"><gap extent="1" unit="char" reason="overwritten"/></del><add place="across">e</add></subst>blich waren, so möchte ich mir erlauben<reg>,</reg> <note resp="#E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"><bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> mit Komma.</note> <note type="foliation" place="bottom-right" resp="#archive">[1]</note> </p></div>
2Facsimile
2Diplomatic transcription
2XML

Sie zu fragen, ob Sie sie nicht einmal[…] 1 char: cancelled.
ansehen Weindel 2003 (316) und Haimo / Feisst 2016 (202) fälschlich: „ansagen oder ansetzen“ [sic!] bzw. „announce […] or schedule“. wollten. Weindel 2003 (316) fälschlich: „wollen“.

Besonders empfehlend ist es nicht, was ich
Ihnen über das Schicksal des Werkes hier mit⸗
theilen will. Weindel 2003 (316) und Haimo / Feisst 2016 (202) im Anschluss fälschlich mit neuem Absatz. Nämlich: Nikisch hat mir sies Weindel 2003 (316) interpretiert das überschriebene „sie“ als die Hauptlesart.
nach einem Tage ,ohne ein Wort der Antwort
zurückgeschickt. Weindel 2003 (316) und Haimo / Feisst 2016 (202) im Anschluss fälschlich mit neuem Absatz. Und Weingartner hat mir
nicht einmal Gelegenheit gegeben, siees Weindel 2003 (317) interpretiert das überschriebene „sie“ als die Hauptlesart. ihm
zu zeigen. Weindel 2003 (317) und Haimo / Feisst 2016 (202) im Anschluss fälschlich mit neuem Absatz. Freunde, die sich damit bekannt
machen wollten kamen über die ersten
Seiten Weindel 2003 (317) und Haimo / Feisst 2016 (202) fälschlich „Proben“ bzw. „rehearsal“. nicht hinaus. Weindel 2003 (317) und Haimo / Feisst 2016 (202) im Anschluss fälschlich mit neuem Absatz. Und hier liegt auch
der Grund, warum ich das Werk nirgends an⸗
bringen kann: Die Weindel 2003 (317): „die“. Sache ist so compliciert,
dass es wirklich ein Opfer ist, wenn jemand
sich die Mühe Weindel 2003 (317) fälschlich: „Muse“. nimmt essie anzusehen. Weindel 2003 (317) fälschlich „anzusetzen“, Haimo / Feisst 2016 (202) „devote […] to a performance of it“. Weindel 2003 (317) und Haimo / Feisst 2016 (202) im Anschluss fälschlich mit neuem Absatz. Dann
noch Eines: ein sehr großes Weindel 2003 (317): „grosses“. Orchester!
(kl Fl., 3 gr Fl., Weindel 2003 (317) fälschlich: „kl. Fl. 3 gr. Fl,“. 3  Ob., 1 Engl Weindel 2003 (317) fälschlich: „Engl.“. H., Es=Cl, 3 Clar, Baß=Clar, Weindel 2003 (317) fälschlich: „BassClar,“.
3 Fagotte, Ctr=Fag , 8 Hörner, 4 Trp, 6 Posaunen
2 Harfen und viele Streicher). Bei Haimo / Feisst 2016 (202) Auflösung sämtlicher Abkürzungen und stillschweigende Ergänzung von fehlendem Komma: „piccolo, 3 flutes, 3 oboes, 1 English horn, e-flat clarinet, 3 clarinets, bass clarinet, 3 bassoons, contrabassoon, 8 horns, 4 trumpets, 6 trombones, 2 harps, and many strings“; ibid. (202) und Weindel 2003 (317) im Anschluss mit neuem Absatz. Ich setze Ihnen
aAlles dies schon vorher auseinander, weil
über diese Punkte hinweg, bis zur Frage Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin

                                                                
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="split"><p rend="indent-first" type="split"> Sie zu fragen, ob Sie sie nicht einmal<del rend="strikethrough"><gap extent="1" unit="char" reason="strikethrough"/></del> <lb/>ansehen <note resp="#E0300314 #E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_major"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> fälschlich: <q>ansagen oder ansetzen</q> [sic!] bzw. <q>announce […] or schedule</q>. </note> wollten. <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"><bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> fälschlich: <q>wollen</q>.</note> </p> <p rend="indent-first">Besonders empfehlend ist es nicht, was ich <lb/>Ihnen über das Schicksal des <rs key="E0400012">Werkes</rs> hier mit <lb break="no"/>t<orig>h</orig>eilen will. <note resp="#E0300314 #E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> im Anschluss fälschlich mit neuem Absatz. </note> Nämlich: <persName key="E0300025">Nikisch</persName> hat mir <del rend="strikethrough">si</del>e<add place="inline">s</add> <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> interpretiert das überschriebene <q>sie</q> als die Hauptlesart. </note> <lb/>nach einem Tage <subst><del rend="overwritten">,</del><add place="across">o</add></subst>hne ein Wort der Antwort <lb/>zurückgeschickt. <note resp="#E0300314 #E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (316)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> im Anschluss fälschlich mit neuem Absatz. </note> Und <persName key="E0300026">Weingartner</persName> hat mir <lb/>nicht einmal Gelegenheit gegeben, <subst><del rend="overwritten">sie</del><add place="across">es</add></subst> <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> interpretiert das überschriebene <q>sie</q> als die Hauptlesart. </note> ihm <lb/>zu zeigen. <note resp="#E0300314 #E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> im Anschluss fälschlich mit neuem Absatz. </note> Freunde, die sich damit bekannt <lb/>machen wollten<reg>,</reg> kamen über die ersten <lb/>Seiten <note resp="#E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_major"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> fälschlich <q>Proben</q> bzw. <q>rehearsal</q>. </note> nicht hinaus. <note resp="#E0300314 #E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> im Anschluss fälschlich mit neuem Absatz. </note> Und hier liegt auch <lb/>der Grund, warum ich das <rs key="E0400012">Werk</rs> nirgends an <lb break="no"/>bringen kann: Die <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"><bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl>: <q>die</q>.</note> Sache ist so <choice><orig>c</orig><reg>k</reg></choice>ompli<choice><orig>c</orig><reg>z</reg></choice>iert, <lb/>dass es wirklich ein Opfer ist, wenn jemand <lb/>sich die Mühe <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_major"><bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> fälschlich: <q>Muse</q>.</note> nimmt<reg>,</reg> <subst><del rend="overwritten">es</del><add place="across">sie</add></subst> anzusehen. <note resp="#E0300314 #E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_major"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> fälschlich <q>anzusetzen</q>, <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> <q>devote […] to a performance of it</q>. </note> <note resp="#E0300314 #E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> im Anschluss fälschlich mit neuem Absatz. </note> Dann <lb/>noch <choice><orig>E</orig><reg>e</reg></choice>ines: ein sehr großes <note resp="#E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"><bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl>: <q>grosses</q>.</note> Orchester! <lb/>(<choice><abbr>kl<reg>.</reg> Fl., 3 gr<reg>.</reg> Fl., <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"><bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> fälschlich: <q>kl. Fl. 3 gr. Fl,</q>.</note> </abbr><expan>kleine Flöte, 3 große Flöten,</expan></choice> 3  <choice><abbr>Ob., 1 Engl<reg>.</reg> <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"><bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> fälschlich: <q>Engl.</q>.</note> H., Es<pc>=</pc><choice><orig>C</orig><reg>K</reg></choice>l<reg>.</reg>, 3 <choice><orig>C</orig><reg>K</reg></choice>lar<reg>.</reg>, Ba<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice><pc>=</pc><choice><orig>C</orig><reg>K</reg></choice>lar<reg>.</reg>, <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"><bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> fälschlich: <q>BassClar,</q>.</note> </abbr><expan> Oboen, 1 Englischhorn, Es<choice><orig><pc>=</pc></orig><reg>-</reg></choice><choice><orig>C</orig><reg>K</reg></choice>larinette, 3 <choice><orig>C</orig><reg>K</reg></choice>larinetten, Ba<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice><choice><orig><pc>=</pc>C</orig><reg>-K</reg></choice>larinette </expan></choice> <lb/>3 Fagotte, <choice><abbr> <choice><orig>Ctr<pc>=</pc>Fag</orig><reg>Ktr.-Fag.</reg></choice> <!-- JT: Note bene... ich finde es problematisch, die Instrumenten-Abkürzungen regularisieren zu wollen. Es gibt doch keine festen Regeln; im Detail macht das jeder Verlag etc. etwas anders. Für Fagott wäre m.E. "Fg." eine übliche Abkürzung, aber da diese Infos sowie nirgendwo angezeigt werden... betreiben wir hier nicht zu großen Aufwand für nix? Würde für die ganze Instrumentenliste nicht eine große <choice>-Klammer und dann einmal <abbr>/<expan> genügen? --> </abbr><expan> <choice><orig>C</orig><reg>K</reg></choice>ontrafagott </expan></choice>, 8 Hörner, 4 <choice><abbr>Trp<reg>.</reg></abbr><expan>Trompeten</expan></choice>, 6 Posaunen<reg>,</reg> <lb/>2 Harfen und viele Streicher). <note resp="#E0300314 #E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"> Bei <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> Auflösung sämtlicher Abkürzungen und stillschweigende Ergänzung von fehlendem Komma: <q>piccolo, 3 flutes, 3 oboes, 1 English horn, e-flat clarinet, 3 clarinets, bass clarinet, 3 bassoons, contrabassoon, 8 horns, 4 trumpets, 6 trombones, 2 harps, and many strings</q>; <bibl><ref target="#E0800284"/> (202)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> im Anschluss mit neuem Absatz. </note> Ich setze Ihnen <lb/><subst><del rend="overwritten">a</del><add place="across"><choice><orig>A</orig><reg>a</reg></choice></add></subst>lles dies schon vorher auseinander, weil <lb/>über diese Punkte hinweg, bis zur Frage<reg>,</reg> <note type="stamp" place="bottom-right" resp="#dsb_st_red"> <stamp rend="round border align(center) small"> Deutsche <lb/>Staatsbibliothek <lb/><placeName key="E0500029"><hi rend="spaced-out">Berlin</hi></placeName> </stamp> </note> </p></div>
3Facsimile
3Diplomatic transcription
3XML

ob an der Sache auch etwas dran ist, noch
Keiner gekommen ist.

Wenn Sie also die Freundlichkeit hätten Bei Weindel 2003 (317) fälschlich mit folgendem Komma.
sich meine Partitur anzusehen zu wollen, so möchte ich
Sie Ihnen gerne schicken.

Verzeihen Sie, die Kühnheit, mit der ich
mich an Sie wende; Mut dazu giebt mir
die Ihre: Weindel 2003 (317) fälschlich ohne den Doppelpunkt. sich für moderne oder gar neue
Werke einsetzen zu wollen, trotz des Gekläffes
der „Neidinge“. Weindel 2003 (317) und Haimo / Feisst 2016 (203) fälschlich: „Neidlinge“ bzw. „envious ones“ (letzteres ohne Anführungszeichen). Anspielung auf Die Walküre von Richard Wagner (I. Akt, 2. Szene, Siegmund: „Ein starkes Jagen auf uns / stellten die Neidinge an“), dort wie hier zugleich anklingend an „Neider“. Busoni spinnt die Wagner-Allegorie in seiner Antwort unter Verweis auf Siegfried fort. Und da wage ich es denn Weindel 2003 (317) fälschlich: „dann“.
bloß Weindel 2003 (317) fälschlich: „blos“. vom Werke zu reden und so tritt
meine sonst Weindel 2003 (317) und Haimo / Feisst 2016 (203) fälschlich: „fast“ bzw. „almost“. bescheidene Person — in
den Hintergrund, wodurch merkwürdiger⸗
weise die Unbescheidenheit
dieses Briefes entsteht.

In der Hoffnung auf eine freundliche
Antwort empfehle ich mich mit dem
Au[s]drucke

der vorzüglichsten Hochachtung
ergebenst

Arnold Schönberg

Payerbach Weindel 2003 (317) fälschlich: „Payersbach“. 126 Schönberg wohnte in Payerbach offenbar immer in der Villa Rumpler.
Nied-Oesterr.
[2]
                                                                
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="split"><p rend="indent-first" type="split"> ob an der Sache auch etwas dran ist, noch <lb/><choice><orig>K</orig><reg>k</reg></choice>einer gekommen ist. </p> <p rend="indent-first">Wenn Sie also die Freundlichkeit hätten<reg>,</reg> <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor">Bei <bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> fälschlich mit folgendem Komma.</note> <lb/>sich meine Partitur an<del rend="strikethrough">zu</del>sehen <add place="above">zu wollen</add>, so möchte ich <lb/><choice><sic>S</sic><corr>s</corr></choice>ie Ihnen gerne schicken. </p> <p rend="indent-first">Verzeihen Sie<sic>,</sic> die Kühnheit, mit der ich <lb/>mich an Sie wende; Mut dazu gi<orig>e</orig>bt mir <lb/>die Ihre: <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"><bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> fälschlich ohne den Doppelpunkt.</note> sich für moderne oder gar neue <lb/>Werke einsetzen zu wollen, trotz des Gekläffes <lb/>der <q rend="dq-du">Neidinge</q>. <note resp="#E0300314 #E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_major"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800284"/> (203)</bibl> fälschlich: <q>Neidlinge</q> bzw. <q>envious ones</q> (letzteres ohne Anführungszeichen). </note> <note type="commentary" resp="#E0300314"> Anspielung auf <title key="E0400034">Die Walküre</title> von <persName key="E0300006">Richard Wagner</persName> (I. Akt, 2. Szene, Siegmund: <q>Ein starkes Jagen auf uns / stellten die Neidinge an</q>), dort wie hier zugleich anklingend an <soCalled>Neider</soCalled>. <persName key="E0300017">Busoni</persName> spinnt die <persName key="E0300006">Wagner</persName>-Allegorie in <ref type="E010001" target="#D0100002">seiner Antwort</ref> unter Verweis auf <title key="E0400035">Siegfried</title> fort. </note> Und da wage ich es denn<reg>,</reg> <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"><bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> fälschlich: <q>dann</q>.</note> <lb/>bloß <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_minor"><bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> fälschlich: <q>blos</q>.</note> vom Werke zu reden<reg>,</reg> und so tritt <lb/>meine sonst <note resp="#E0300314 #E0300361" type="commentary" subtype="ed_diff_major"> <bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> und <bibl><ref target="#E0800284"/> (203)</bibl> fälschlich: <q>fast</q> bzw. <q>almost</q>. </note> bescheidene Person — in <lb/>den Hintergrund, wodurch merkwürdiger <lb break="no"/>weise die Unbescheidenheit <lb/>dieses Briefes entsteht. </p> <p rend="indent-first">In der Hoffnung auf eine freundliche <lb/>Antwort empfehle ich mich mit dem <lb/>Au<supplied reason="omitted">s</supplied>drucke </p> <closer> <salute rend="align(center)">der vorzüglichsten Hochachtung <!-- JT: Bei "vorzüglichsten" kann ich den ersten Buchstaben partout nicht als "v" identifizieren; sieht aus wie ein Mix aus "z" und "g". Ich wäre dennoch einverstanden mit der Codierung, wie sie ist. --> <lb/>ergebenst </salute> <signed rend="align(center)"><persName key="E0300023">Arnold Schönberg</persName></signed> <dateline rend="align(center)"> <address> <addrLine><placeName key="E0500038">Payerbach</placeName> <note resp="#E0300314" type="commentary" subtype="ed_diff_major"><bibl><ref target="#E0800003"/> (317)</bibl> fälschlich: <q>Payersbach</q>.</note> 126 <!-- JT: Nicht eher nur "minor" Abweichung? (dito Briefanfang) --> <note type="commentary" resp="#E0300314"> <persName key="E0300023">Schönberg</persName> wohnte in <placeName key="E0500038">Payerbach</placeName> offenbar immer in der <placeName key="E0500131">Villa Rumpler</placeName>. </note> </addrLine> <addrLine> <placeName key="E0500081"> <choice><abbr>Nied<reg>.</reg>-<choice><orig>Oe</orig><reg>Ö</reg></choice>sterr.</abbr><expan>Nieder<choice><orig>-Ö</orig><reg>ö</reg></choice>sterreich</expan></choice> <!-- JT: Ananlog Instrumentenliste... braucht es die 'komplizierte' Verschachtelung? --> </placeName> </addrLine> </address> </dateline> </closer> <note type="foliation" place="bottom-right" resp="#archive">[2]</note> </div>
4Facsimile
4Diplomatic transcription
4XML
[Rückseite von Textseite 3, vacat]
                                                                
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="split"> <note type="objdesc" resp="#E0300361">[Rückseite von Textseite 3, vacat]</note> </div>