Max Reger to Ferruccio Busoni arrow_backarrow_forward

Wiesbaden · July 23, 1895

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Mus. ep. Max Reger 87 (Busoni-Nachl. B II)
Mus. Nachl. F. Busoni B II, 4051
[1]
Wiesbaden, 23. Juli 1895.

In größter Eile
abends 9 Uhr!

Hochverehrter Herr!

Soeben von meinem heutigen
Pensum an Stunden zurückgekehrt, finde ich das für mich so
kostbare Paket von den Herren Breitkopf, Härtel enthaltend
Ihre Werke vor. Siehe nachfolgenden Brief für den Inhalt des Pakets. Also vor Allem meinen besten herzlichsten
ergebensten Dank. Ich werde, da morgen ich mehr Zeit habe,
mich gleich daranmachen & die Stücke genau studieren.

Für heute, da ich unglückseliger Weise noch eine dringende
Verabredung habe, kan̅ ich Ihnen nur meinen besten u. aufrichtigsten
Dank für Ihr fürstliches, mich im höchsten Grade ehrendes &
erfreuendes Geschenk ausdrücken. Entschuldigen Sie auch
gütigst, daß ich noch nicht auf Ihren besten liebenswürdigen Brief Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin

Wiesbaden, 23. Juli 1895.
In größter Eile abends 9 Uhr!

Hochverehrter Herr!

Soeben von meinem heutigen Pensum an Stunden zurückgekehrt, finde ich das für mich so kostbare Paket von den Herren Breitkopf, Härtel enthaltend Ihre Werke vor. Siehe nachfolgenden Brief für den Inhalt des Pakets. Also vor Allem meinen besten herzlichsten ergebensten Dank. Ich werde, da morgen ich mehr Zeit habe, mich gleich daranmachen und die Stücke genau studieren.

Für heute, da ich unglückseligerweise noch eine dringende Verabredung habe, kann ich Ihnen nur meinen besten und aufrichtigsten Dank für Ihr fürstliches, mich im höchsten Grade ehrendes und erfreuendes Geschenk ausdrücken. Entschuldigen Sie auch gütigst, dass ich noch nicht auf Ihren besten liebenswürdigen Brief geantwortet; Busonis Briefe an Reger sind nicht überliefert. allein eine derartige Überfülle von Arbeit und verbunden mit so manchem Ärger ließ mich bis jetzt noch nicht dazukommen. Hierbei könnte Reger sich auf den Konflikt mit seinen Eltern bzgl. des Rubinstein-Kompositionswettbewerbs beziehen, an dem er die Teilnahme verweigerte (Popp 2015, S. 94) oder auf das kürzlich ausgesprochene Hausverbot bei seinem Lehrer Hugo Riemann (Popp 2000, S. 242). Soviel ich nach flüchtigster Durchsicht Ihrer genialen Bearbeitung der D-Dur-Fuge und Präludium gesehen habe, haben Sie nach ähnlichen Prinzipien dabei gehandelt und geschrieben
 wie ich in meiner, die allerdings noch Manuskript ist und die ich
 auch nicht herausgeben werde, da sie nach Ihrer keinen
 Vergleich mit Ihrer aushält. Siehe die Anmerkung in Popp 2000, S. 244: Reger blieb nicht bei diesem Verzicht; seine Bearbeitung desselben Bachwerks erschien 1896 in zwei Fassungen für Klavier zu zwei und vier Händen; mit der zweihändigen Fassung war er zuvor in Konzerten aufgetreten (am 4.2. und 6.3.1893). Hoffentlich kommen Sie
 nächsten Winter nach Wiesbaden; es würde mich so sehr
 freuen, Sie persönlich kennenzulernen und Ihnen auch noch persönlich meinen Dank aussprechen zu können.

Gehen Sie mit meinen Bearbeitungen nur nicht allzu streng
 ins Gericht; aber unendlich freuen würde es mich, wenn Sie
 eine oder die andere der beiden Bearbeitungen nächste
 Saison gelegentlich spielen würden.

Entschuldigen Sie nur meine entsetzliche Schrift; allein, ich muss leider Gottes im Augenblicke weg.

Ihnen nochmals besten aufrichtigsten Dank
 sagend mit vorzüglichster Hochachtung und Verehrung

stets ergebenster

Max Reger

                                                                
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geantwortet; Busonis Briefe an Reger sind nicht überliefert. allein eine derartige Überfülle von Arbeit &
verbunden mit so manchem Ärger ließ mich bis jetzt noch nicht
dazukom̅en. Hierbei könnte Reger sich auf den Konflikt mit seinen Eltern bzgl. des Rubinstein-Kompositionswettbewerbs beziehen, an dem er die Teilnahme verweigerte (Popp 2015, S. 94) oder auf das kürzlich ausgesprochene Hausverbot bei seinem Lehrer Hugo Riemann (Popp 2000, S. 242). Soviel ich nach flüchtigster Durchsicht Ihrer
genialen Bearbeitung der D dur Fuge & Präludium gesehen habe,
haben Sie nach ähnlichen Prinzipien dabei gehandelt u geschrieben

wie ich in meiner, die allerdings noch Manuskript ist u. die ich

auch nicht herausgeben werde, da sie nach Ihrer keinen

Vergleich
mit Ihrer aushält. Siehe die Anmerkung in Popp 2000, S. 244: Reger blieb nicht bei diesem Verzicht; seine Bearbeitung desselben Bachwerks erschien 1896 in zwei Fassungen für Klavier zu zwei und vier Händen; mit der zweihändigen Fassung war er zuvor in Konzerten aufgetreten (am 4.2. und 6.3.1893). Hoffentlich kom̅en Sie

nächsten Winter nach Wiesbaden; es würde mich so sehr

freuen, Sie persönlich ken̅en zulernen & Ihnen auch noch
persönlich meinen Dank aussprechen zu kön̅en.

Gehen Sie mit meinen Bearbeitungen nur nicht allzustreng

ins Gericht; aber unendlich freuen würde es mich, wen̅ Sie

eine oder die andere der beiden Bearbeitungen nächste

Saison gelegentlich spielen würden.

                                                                
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Entschuldigen Sie nur meine entsetzliche Schrift; allein, ich muß

leider Gottes im Augenblicke weg.

Ihnen nochmals besten aufrichtigsten Dank


sagend

mit vorzüglichster Hochachtung & Verehrung

stets ergebenster

Max Reger

Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin
Nachlaß Busoni
                                                                
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Wiesbaden
24.07.95 6-7V.
* 1 f
5
Herrn B. F. Busoni
Tonkünstler, Komponist
Berlin W
Tauenzienstr. 10
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50
24/7
IX
Mus. Nachl. F. Busoni B II, 4051-Beil.
Mus.ep.M.Reger 87 23 Juli 1895
Nachlaß Busoni B II
(m. 1 Marke)
5
                                                                
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Provenance
Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4051+4051a | olim: Mus.ep. M. Reger 87+87a |

proof Kalliope

Condition
Brief und Umschlag sind gut erhalten.
Extent
2 Blatt, 3 beschriebene Seiten
Collation
Seitenfolge: 1, 3, 4 [2 vacat]
Hands/Stamps
  • Hand des Absenders Max Reger, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift
  • Hand des Archivars, der mit Bleistift die Signaturen eingetragen, eine Foliierung vorgenommen und das Briefdatum ergänzt hat
  • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat
  • Poststempel (schwarze Tinte)
  • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
  • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
  • Unbekannte Hand, die die Briefe in blauem Buntstift auf dem Umschlag durchnummeriert hat
  • Unbekannte Hand, die die Briefe mit Bleistift auf dem Umschlag durchnummeriert hat
Image source
Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz: 123456

Summary
Reger bedankt sich für das Paket mit Werken Busonis; zeigt sich von Busonis Bearbeitung der Bach D-Dur Fuge und Präludium beeindruckt und gibt daher an, seine eigene Bearbeitung nicht zu publizieren; hofft auf ein Treffen mit Busoni im Winter.
Incipit
Soeben von meinem heutigen Pensum an Stunden zurückgekehrt,

Editors in charge
Christian Schaper Ullrich Scheideler
prepared by
Revision
January 5, 2026: proposed (transcription and coding done, awaiting proofreading)
Direct context
Preceding Following
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