Soeben von meinem heutigen
Pensum an Stunden zurückgekehrt, finde ich das für mich so
kostbare Paket von den Herren Breitkopf, Härtel enthaltend
Ihre Werke vor.
Siehe nachfolgenden Brief für den Inhalt des Pakets.
Also vor Allem meinen besten herzlichsten
ergebensten Dank. Ich werde, da morgen ich mehr Zeit habe,
mich gleich daranmachen & die Stücke genau studieren.
Für heute, da ich unglückseliger Weise noch eine dringende
Verabredung habe, kan̅ ich Ihnen nur meinen besten u. aufrichtigsten
Dank für Ihr fürstliches, mich im höchsten Grade ehrendes &
erfreuendes Geschenk ausdrücken. Entschuldigen Sie auch
gütigst, daß ich noch nicht auf Ihren besten liebenswürdigen Brief
Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin
Soeben von meinem heutigen
Pensum an Stunden zurückgekehrt, finde ich das für mich so
kostbare Paket von den Herren Breitkopf, Härtel enthaltend
Ihre Werke vor.
Siehe nachfolgenden Brief für den Inhalt des Pakets.
Also vor Allem meinen besten herzlichsten
ergebensten Dank. Ich werde, da morgen ich mehr Zeit habe,
mich gleich daranmachen und die Stücke genau studieren.
Für heute, da ich unglückseligerweise noch eine dringende
Verabredung habe, kann ich Ihnen nur meinen besten und aufrichtigsten
Dank für Ihr fürstliches, mich im höchsten Grade ehrendes und
erfreuendes Geschenk ausdrücken. Entschuldigen Sie auch
gütigst, dass ich noch nicht auf Ihren besten liebenswürdigen Brief
geantwortet;Busonis Briefe an Reger sind nicht überliefert.
allein eine derartige Überfülle von Arbeit und
verbunden mit so manchem Ärger ließ mich bis jetzt noch nicht
dazukommen.
Hierbei könnte Reger sich auf den Konflikt mit seinen Eltern bzgl. des Rubinstein-Kompositionswettbewerbs beziehen,
an dem er die Teilnahme verweigerte (Popp 2015, S. 94) oder auf das kürzlich ausgesprochene Hausverbot
bei seinem Lehrer Hugo Riemann(Popp 2000, S. 242).
Soviel ich nach flüchtigster Durchsicht Ihrer
genialen Bearbeitung der D-Dur-Fuge und Präludium gesehen habe,
haben Sie nach ähnlichen Prinzipien dabei gehandelt und geschrieben
wie ich in meiner, die allerdings noch Manuskript ist und die ich
auch nicht herausgeben werde, da sie nach Ihrer keinen
Vergleich mit Ihrer aushält.
Siehe die Anmerkung in Popp 2000, S. 244: Reger blieb nicht bei diesem Verzicht; seine Bearbeitung desselben Bachwerks erschien 1896 in zwei Fassungen für Klavier
zu zwei und vier Händen; mit der zweihändigen Fassung war er zuvor in Konzerten aufgetreten (am 4.2. und 6.3.1893).
Hoffentlich kommen Sie
nächsten Winter nach Wiesbaden; es würde mich so sehr
freuen, Sie persönlich kennenzulernen und Ihnen auch noch
persönlich meinen Dank aussprechen zu können.
Gehen Sie mit meinen Bearbeitungen nur nicht allzu streng
ins Gericht; aber unendlich freuen würde es mich, wenn Sie
eine oder die andere der beiden Bearbeitungen nächste
Saison gelegentlich spielen würden.
Entschuldigen Sie nur meine entsetzliche Schrift; allein, ich muss
leider Gottes im Augenblicke weg.
Ihnen nochmals besten aufrichtigsten Dank sagendmit vorzüglichster Hochachtung und Verehrung
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="split">
<note type="shelfmark" place="top-left" resp="#archive">
<subst><del rend="strikethrough">Mus. ep. Max Reger 87 (Busoni-Nachl. <handShift new="#archive_red"/>B II<handShift new="#archive"/>)</del><add place="below">Mus. Nachl. F. Busoni B II, 4051</add></subst>
</note>
<note type="foliation" resp="#archive" place="top-right">[1]</note>
<opener>
<dateline rend="align(right)">
<placeName key="E0500061">Wiesbaden</placeName>, <date when-iso="1895-07-23">23. Juli 1895</date>.
</dateline>
<dateline rend="align(right) space-below">
<lb/>In größter Eile
<lb/>abends 9 Uhr!
</dateline>
<salute rend="align(center)"><rs key="E0300017">Hochverehrter Herr</rs>!</salute>
</opener>
<p rend="indent-first">
Soeben von meinem heutigen
<lb/>Pensum an Stunden zurückgekehrt, finde ich das für mich so
<lb/>kostbare Paket von den <orgName key="E0600002">Herren Breitkopf, Härtel</orgName> enthaltend
<lb/>Ihre Werke vor.
<note type="commentary" resp="#E0300743">
Siehe <rs key="D0102177">nachfolgenden Brief</rs> für den Inhalt des Pakets.
</note>
Also vor Allem meinen besten herzlichsten
<lb/>ergebensten Dank. Ich werde, da morgen ich mehr Zeit habe,
<lb/>mich gleich daranmachen <choice><abbr>&</abbr><expan>und</expan></choice> die Stücke genau studieren.
</p>
<p type="pre-split">
Für heute, da ich unglückseliger<choice><orig> W</orig><reg>w</reg></choice>eise noch eine dringende
<lb/>Verabredung habe, ka<choice><abbr>n̅</abbr><expan>nn</expan></choice> ich Ihnen nur meinen besten <choice><abbr>u.</abbr><expan>und</expan></choice> aufrichtigsten
<lb/>Dank für Ihr fürstliches, mich im <hi rend="underline">höchsten Grade</hi> ehrendes <choice><abbr>&</abbr><expan>und</expan></choice>
<lb/>erfreuendes Geschenk ausdrücken. Entschuldigen Sie auch
<lb/>gütigst, da<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice> ich noch nicht auf Ihren besten liebenswürdigen Brief
<note type="stamp" place="bottom-center" resp="#dsb_st_red">
<stamp rend="round border align(center) small">Deutsche
<lb/>Staatsbibliothek
<lb/>
<placeName key="E0500029">
<hi rend="spaced-out">Berlin</hi>
</placeName>
</stamp>
</note>
</p></div>
2Facsimile
2Diplomatic transcription
2XML
[2] geantwortet;Busonis Briefe an Reger sind nicht überliefert.
allein eine derartige Überfülle von Arbeit &
verbunden mit so manchem Ärger ließ mich bis jetzt noch nicht
dazukom̅en.
Hierbei könnte Reger sich auf den Konflikt mit seinen Eltern bzgl. des Rubinstein-Kompositionswettbewerbs beziehen,
an dem er die Teilnahme verweigerte (Popp 2015, S. 94) oder auf das kürzlich ausgesprochene Hausverbot
bei seinem Lehrer Hugo Riemann(Popp 2000, S. 242).
Soviel ich nach flüchtigster Durchsicht Ihrer
genialen Bearbeitung der D dur Fuge & Präludium gesehen habe,
haben Sie nach ähnlichen Prinzipien dabei gehandelt u geschrieben
wie ich in meiner, die allerdings noch Manuskript ist u. die ich
auch nicht herausgeben werde, da sie nach Ihrer keinen
Vergleich mit Ihrer aushält.
Siehe die Anmerkung in Popp 2000, S. 244: Reger blieb nicht bei diesem Verzicht; seine Bearbeitung desselben Bachwerks erschien 1896 in zwei Fassungen für Klavier
zu zwei und vier Händen; mit der zweihändigen Fassung war er zuvor in Konzerten aufgetreten (am 4.2. und 6.3.1893).
Hoffentlich kom̅en Sie
nächsten Winter nach Wiesbaden; es würde mich so sehr
freuen, Sie persönlich ken̅en zulernen & Ihnen auch noch
persönlich meinen Dank aussprechen zu kön̅en.
Gehen Sie mit meinen Bearbeitungen nur nicht allzustreng
ins Gericht; aber unendlich freuen würde es mich, wen̅ Sie
eine oder die andere der beiden Bearbeitungen nächste
Saison gelegentlich spielen würden.
<div xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="split"><p type="split">
<note type="foliation" resp="#archive" place="top-right">[2]</note>
<lb/>geantwortet;
<note type="commentary" resp="#E0300743">
<persName key="E0300017">Busonis</persName> Briefe an <persName key="E0300097">Reger</persName> sind nicht überliefert.
</note>
allein eine derartige Überfülle von Arbeit <choice><abbr>&</abbr><expan>und</expan></choice>
<lb/>verbunden mit so manchem Ärger ließ mich bis jetzt noch nicht
<lb/>dazuko<choice><abbr>m̅</abbr><expan>mm</expan></choice>en.
<note type="commentary" resp="#E0300743">
Hierbei könnte <persName key="E0300097">Reger</persName> sich auf den Konflikt mit seinen <rs key="E0301098">Eltern</rs> bzgl. des <rs key="E0600283">Rubinstein-Kompositionswettbewerbs</rs> beziehen,
an dem er die Teilnahme verweigerte <bibl>(<ref target="#E0800426"/>, S. 94)</bibl> oder auf das kürzlich ausgesprochene Hausverbot
bei seinem Lehrer <persName key="E0300088">Hugo Riemann</persName> <bibl>(<ref target="#E0800425"/>, S. 242)</bibl>.
</note>
Soviel ich nach flüchtigster Durchsicht Ihrer
<lb/>genialen <rs key="E0400723">Bearbeitung</rs> der <title key="E0400722"><choice><orig>D dur Fuge</orig><reg>D-Dur-Fuge</reg></choice> <choice><abbr>&</abbr><expan>und</expan></choice> Präludium</title> gesehen habe,
<lb/>haben Sie nach ähnlichen Prinzipien dabei gehandelt <choice><orig>u</orig><reg>und</reg></choice> geschrieben

<lb/>wie ich in <rs key="E0400763">meiner</rs>, die allerdings noch Manuskript ist <choice><abbr>u.</abbr><expan>und</expan></choice> die ich

<lb/>auch <hi rend="underline">nicht</hi> herausgeben werde, da sie nach Ihrer <hi rend="underline">keinen

<lb/>Vergleich</hi> mit Ihrer aushält.
<note type="commentary" resp="#E0300743">
Siehe die Anmerkung in <bibl><ref target="#E0800425"/></bibl>, S. 244: <persName key="E0300097">Reger</persName> blieb nicht bei diesem Verzicht; seine <rs key="E0400763">Bearbeitung</rs> desselben <rs key="E0400722">Bachwerks</rs> erschien <date when-iso="1896">1896</date> in zwei Fassungen für Klavier
zu zwei und vier Händen; mit der zweihändigen Fassung war er zuvor in Konzerten aufgetreten (am <date when-iso="1893-02-04">4.2.</date> und <date when-iso="1893-03-06">6.3.1893</date>).
</note>
Hoffentlich ko<choice><abbr>m̅</abbr><expan>mm</expan></choice>en Sie

<lb/>nächsten Winter nach <placeName key="E0500061">Wiesbaden</placeName>; es würde mich so sehr

<lb/>freuen, Sie persönlich ke<choice><abbr>n̅</abbr><expan>nn</expan></choice>en<orig> </orig>zulernen <choice><abbr>&</abbr><expan>und</expan></choice> Ihnen auch noch
<lb/>persönlich meinen Dank aussprechen zu kö<choice><abbr>n̅</abbr><expan>nn</expan></choice>en.
</p>
<p>
Gehen Sie mit meinen <rs type="works" key="E0400732 E0400754">Bearbeitungen</rs> nur nicht allzu<reg> </reg>streng

<lb/>ins Gericht; aber unendlich freuen würde es mich, we<choice><abbr>n̅</abbr><expan>nn</expan></choice> Sie

<lb/>eine oder die andere der beiden <rs type="works" key="E0400732 E0400754">Bearbeitungen</rs> nächste

<lb/>Saison gelegentlich spielen würden.
<!--Ich habe bisher keinen Hinweis auf ein Konzert Busonis mit besagten Bachbearbeitungen im Programm finden können.
Ungeachtet der MAP werde ich im Januar noch einmal die Programmkiste in der StaBi sichten, vielleicht findet sich dort noch etwas.-->
</p>
</div>
3Facsimile
3Diplomatic transcription
3XML
Entschuldigen Sie nur meine entsetzliche Schrift; allein, ich muß
leider Gottes im Augenblicke weg.
Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4051+4051a | olim:
Mus.ep. M. Reger 87+87a
|
Letter by Max Reger to Ferruccio Busoni (Wiesbaden, 23 July 1895), prepared by Hannah Esche-Weise, in: Briefwechsel Ferruccio Busoni – Max Reger, edited by Christian Schaper and Ullrich Scheideler, Berlin: Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, April 2025: Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, https://busoni-nachlass.org/D0102176 (January 5, 2026: proposed)
Download a cleaned up reading version in the pdf file format (.pdf)
XML
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="D0102176">
<teiHeader>
<fileDesc>
<titleStmt>
<title xml:lang="de">Brief von Max Reger an Ferruccio Busoni (Wiesbaden, 23. Juli 1895)</title>
<title xml:lang="en">Letter by Max Reger to Ferruccio Busoni (Wiesbaden, 23 July 1895)</title>
<author key="E0300097">Max Reger</author>
<respStmt>
<resp>Prepared by</resp>
<persName key="E0300743">
<forename>Hannah</forename>
<surname>Esche-Weise</surname>
</persName>
</respStmt>
<respStmt>
<resp>Digitization by</resp>
<orgName key="D-B">Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz</orgName>
</respStmt>
</titleStmt>
<publicationStmt>
<publisher>Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin</publisher>
<pubPlace>Berlin</pubPlace>
<date when-iso="2025-04"/>
<availability>
<licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/">Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International (CC BY-NC-SA 4.0)</licence>
</availability>
</publicationStmt>
<seriesStmt>
<title type="main">Ferruccio Busoni – Briefe und Schriften</title>
<title type="genre">Briefe</title>
<title type="subseries" key="E010015">Briefwechsel Ferruccio Busoni – Max Reger</title>
<editor key="E0300314">Christian Schaper</editor>
<editor key="E0300313">Ullrich Scheideler</editor>
</seriesStmt>
<sourceDesc>
<msDesc>
<msIdentifier>
<country key="DE">Deutschland</country>
<settlement>Berlin</settlement>
<institution key="D-B">Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz</institution>
<repository>Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv</repository>
<collection>Nachlass Ferruccio Busoni</collection>
<idno>Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4051+4051a</idno>
<altIdentifier>
<idno type="D-B.olim">Mus.ep. M. Reger 87+87a</idno>
</altIdentifier>
<altIdentifier>
<institution>Kalliope-Verbund</institution>
<idno>DE-611-HS-711276</idno>
</altIdentifier>
</msIdentifier>
<msContents>
<summary><persName key="E0300097">Reger</persName> bedankt sich für das Paket mit Werken <persName key="E0300017">Busonis</persName>;
zeigt sich von <persName key="E0300017">Busonis</persName> <rs key="E0400723">Bearbeitung</rs> der <persName key="E0300012">Bach</persName> <title key="E0400722">D-Dur Fuge und Präludium</title> beeindruckt
und gibt daher an, seine eigene <rs key="E0400763">Bearbeitung</rs> nicht zu publizieren;
hofft auf ein Treffen mit <persName key="E0300017">Busoni</persName> im Winter.</summary>
<msItem>
<docDate><date when-iso="1895-07-23"/></docDate>
<docDate resp="#archive"><date when-iso="1895-07-23"/></docDate>
<docDate resp="#post" sameAs="#post_abs"><date when-iso="1895-07-24"/></docDate>
<incipit>Soeben von meinem heutigen Pensum an Stunden zurückgekehrt,</incipit>
</msItem>
</msContents>
<physDesc>
<objectDesc>
<supportDesc>
<extent>
<measure type="folio">2 Blatt</measure>
<measure type="pages">3 beschriebene Seiten</measure>
</extent>
<collation>Seitenfolge: 1, 3, 4 [2 vacat]</collation>
<condition>Brief und Umschlag sind gut erhalten.</condition>
</supportDesc>
</objectDesc>
<handDesc>
<handNote xml:id="major_hand" scope="major" medium="black_ink" scribe="author" scribeRef="#E0300097">Hand des Absenders Max Reger, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift</handNote>
<handNote xml:id="archive" scope="minor" medium="pencil" scribe="archivist">Hand des Archivars, der mit Bleistift die Signaturen eingetragen, eine Foliierung vorgenommen und das Briefdatum ergänzt hat</handNote>
<handNote xml:id="archive_red" scope="minor" medium="red_pen" scribe="archivist">Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat</handNote>
<handNote xml:id="post" scope="minor" medium="black_ink" scribe="postoffice">Poststempel (schwarze Tinte)</handNote>
<handNote xml:id="dsb_st_red" scope="minor" medium="red_ink" scribe="archivist">Bibliotheksstempel (rote Tinte)</handNote>
<handNote xml:id="sbb_st_blue" scope="minor" medium="blue_ink" scribe="archivist">Bibliotheksstempel (blaue Tinte)</handNote>
<handNote xml:id="unknown_hand" scope="minor" medium="blue_pen" scribe="unknown">Unbekannte Hand, die die Briefe in blauem Buntstift auf dem Umschlag durchnummeriert hat</handNote>
<handNote xml:id="unknown_hand_2" scope="minor" medium="pencil" scribe="unknown">Unbekannte Hand, die die Briefe mit Bleistift auf dem Umschlag durchnummeriert hat</handNote>
</handDesc>
<accMat>
<pb n="5"/>
<note type="stamp" resp="#post" place="top-right">
<stamp xml:id="post_abs" rend="round border">
<placeName key="E0500061">Wiesbaden</placeName>
<lb/><date when-iso="1895-07-24">24.07.95</date> 6-7V.
<lb/>* 1 f
</stamp>
</note>
<note place="margin-right" resp="#unknown_hand_2">5</note>
<address>
<addrLine><hi rend="underline">Herrn <persName key="E0300017">B. F. Busoni</persName></hi></addrLine>
<addrLine rend="indent space-below">Tonkünstler, Komponist</addrLine>
<addrLine rend="indent-3"><hi rend="underline"><placeName key="E0500029">Berlin</placeName> W</hi></addrLine>
<addrLine rend="indent-2"><placeName key="E0500359">Tauenzienstr. 10</placeName></addrLine>
</address>
<pb n="6"/>
<address>
<addrLine>Abs. <persName key="E0300097">M. Reger</persName></addrLine>
<addrLine rend="indent"><placeName key="E0500061">Wiesbaden</placeName></addrLine>
<addrLine rend="indent-2"><placeName key="E0501081">Bleichstr. 39 II</placeName></addrLine>
</address>
<note type="stamp" resp="#post" place="margin-right" rend="rotate(180)">
<stamp rend="round border">
50
<lb/>24/7
<lb/>IX
</stamp>
</note>
<note type="shelfmark" place="bottom" resp="#archive">
<subst>
<add>Mus. Nachl. F. Busoni B II, 4051-Beil.</add>
<lb/><del rend="strikethrough">Mus.ep.M.Reger 87</del><add place="inline"><date when-iso="1895-07-23"> 23 Juli 1895</date></add>
<lb/><del rend="strikethrough"><stamp resp="#sbb_st_blue">Nachlaß Busoni <handShift new="#archive_red"/>B II</stamp></del>
<add place="below"><handShift new="#archive"/>(m. 1 Marke)</add> </subst>
</note>
<note place="bottom-left" resp="#unknown_hand">5</note>
</accMat>
</physDesc>
<history>
<origin>
<origPlace key="E0500061">Wiesbaden</origPlace>;
<origDate when-iso="1895-07-23"/>
</origin>
</history>
</msDesc>
</sourceDesc>
</fileDesc>
<encodingDesc>
<projectDesc>
<p>Erfassung von Briefen und Schriften von Ferruccio Busoni, ausgehend von Busonis Nachlass in der Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz.</p>
</projectDesc>
<editorialDecl>
<hyphenation eol="hard" rend="sh">
<p>Worttrennungen an Zeilenumbrüchen im Original mit einfachen Bindestrichen.</p>
</hyphenation>
<punctuation marks="all" placement="external">
<p>Alle im Text vorkommenden Interpunktionszeichen wurden beibehalten und werden in der diplomatischen Umschrift wiedergegeben. Bei Auszeichnung durch XML-Elemente wurden umgebende Satzzeichen nicht mit einbezogen.</p>
</punctuation>
<quotation marks="none">
<p>Anführungszeichen wurden i. d. R. nicht beibehalten; die Art der Zeichen wurde im Attribut <att>rend</att> der entsprechenden Elemente codiert.</p>
</quotation>
<p>Die Übertragung folgt den Editionsrichtlinien des Projekts. <ptr target="http://www.busoni-nachlass.org/E1000003"/>
</p>
</editorialDecl>
</encodingDesc>
<profileDesc>
<correspDesc ref="http://www.busoni-nachlass.org/D0102176">
<correspAction type="sent">
<persName ref="http://d-nb.info/gnd/18598988" key="E0300097">Reger, Max</persName>
<date when="1895-07-23"/>
<placeName ref="http://www.geonames.org/2809346" key="E0500061">Wiesbaden</placeName>
</correspAction>
<correspAction type="received">
<persName ref="http://d-nb.info/gnd/118518011" key="E0300017">Busoni, Ferruccio</persName>
</correspAction>
<correspContext>
<!--<ref type="replyTo" target="#D01021##"/>
<ref type="repliedBy" target="#D01021##"/>-->
<ref type="previous" target="#D0102175"/>
<ref type="next" target="#D0102177"/>
</correspContext>
</correspDesc>
<langUsage>
<language ident="de"/>
</langUsage>
</profileDesc>
<revisionDesc status="proposed">
<change when-iso="2025-04-21" who="#E0300314">Datei per Skript angelegt, status todo</change>
<change when-iso="2025-05-29" who="#E0300743">Bearbeitung übernommen, status unfinished</change>
<change when-iso="2026-01-05" who="#E0300743">Bearbeitung abgeschlossen, status proposed</change>
</revisionDesc>
</teiHeader>
<facsimile sameAs="https://content.staatsbibliothek-berlin.de/dc/875164536/manifest">
<graphic n="1" url="http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001ED0C00000001"/>
<graphic n="2" corresp="3" url="http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001ED0C00000002"/>
<graphic n="3" corresp="4" url="http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001ED0C00000003"/>
<graphic n="4" corresp="2" url="http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001ED0C00000004"/>
<graphic n="5" url="http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001ED0C00000005"/>
<graphic n="6" url="http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001ED0C00000006"/>
</facsimile>
<text type="letter">
<body>
<div type="transcription">
<pb n="1"/>
<note type="shelfmark" place="top-left" resp="#archive">
<subst>
<del rend="strikethrough">Mus. ep. Max Reger 87 (Busoni-Nachl. <handShift new="#archive_red"/>B II<handShift new="#archive"/>)</del>
<add place="below">Mus. Nachl. F. Busoni B II, 4051</add>
</subst>
</note>
<note type="foliation" resp="#archive" place="top-right">[1]</note>
<opener>
<dateline rend="align(right)">
<placeName key="E0500061">Wiesbaden</placeName>, <date when-iso="1895-07-23">23. Juli 1895</date>.
</dateline>
<dateline rend="align(right) space-below">
<lb/>In größter Eile
<lb/>abends 9 Uhr!
</dateline>
<salute rend="align(center)"><rs key="E0300017">Hochverehrter Herr</rs>!</salute>
</opener>
<p rend="indent-first">
Soeben von meinem heutigen
<lb/>Pensum an Stunden zurückgekehrt, finde ich das für mich so
<lb/>kostbare Paket von den <orgName key="E0600002">Herren Breitkopf, Härtel</orgName> enthaltend
<lb/>Ihre Werke vor.
<note type="commentary" resp="#E0300743">
Siehe <rs key="D0102177">nachfolgenden Brief</rs> für den Inhalt des Pakets.
</note>
Also vor Allem meinen besten herzlichsten
<lb/>ergebensten Dank. Ich werde, da morgen ich mehr Zeit habe,
<lb/>mich gleich daranmachen <choice><abbr>&</abbr><expan>und</expan></choice> die Stücke genau studieren.
</p>
<p>
Für heute, da ich unglückseliger<choice><orig> W</orig><reg>w</reg></choice>eise noch eine dringende
<lb/>Verabredung habe, ka<choice><abbr>n̅</abbr><expan>nn</expan></choice> ich Ihnen nur meinen besten <choice><abbr>u.</abbr><expan>und</expan></choice> aufrichtigsten
<lb/>Dank für Ihr fürstliches, mich im <hi rend="underline">höchsten Grade</hi> ehrendes <choice><abbr>&</abbr><expan>und</expan></choice>
<lb/>erfreuendes Geschenk ausdrücken. Entschuldigen Sie auch
<lb/>gütigst, da<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice> ich noch nicht auf Ihren besten liebenswürdigen Brief
<note type="stamp" place="bottom-center" resp="#dsb_st_red">
<stamp rend="round border align(center) small">Deutsche
<lb/>Staatsbibliothek
<lb/>
<placeName key="E0500029">
<hi rend="spaced-out">Berlin</hi>
</placeName>
</stamp>
</note>
<pb n="2"/>
<note type="foliation" resp="#archive" place="top-right">[2]</note>
<lb/>geantwortet;
<note type="commentary" resp="#E0300743">
<persName key="E0300017">Busonis</persName> Briefe an <persName key="E0300097">Reger</persName> sind nicht überliefert.
</note>
allein eine derartige Überfülle von Arbeit <choice><abbr>&</abbr><expan>und</expan></choice>
<lb/>verbunden mit so manchem Ärger ließ mich bis jetzt noch nicht
<lb/>dazuko<choice><abbr>m̅</abbr><expan>mm</expan></choice>en.
<note type="commentary" resp="#E0300743">
Hierbei könnte <persName key="E0300097">Reger</persName> sich auf den Konflikt mit seinen <rs key="E0301098">Eltern</rs> bzgl. des <rs key="E0600283">Rubinstein-Kompositionswettbewerbs</rs> beziehen,
an dem er die Teilnahme verweigerte <bibl>(<ref target="#E0800426"/>, S. 94)</bibl> oder auf das kürzlich ausgesprochene Hausverbot
bei seinem Lehrer <persName key="E0300088">Hugo Riemann</persName> <bibl>(<ref target="#E0800425"/>, S. 242)</bibl>.
</note>
Soviel ich nach flüchtigster Durchsicht Ihrer
<lb/>genialen <rs key="E0400723">Bearbeitung</rs> der <title key="E0400722"><choice><orig>D dur Fuge</orig><reg>D-Dur-Fuge</reg></choice> <choice><abbr>&</abbr><expan>und</expan></choice> Präludium</title> gesehen habe,
<lb/>haben Sie nach ähnlichen Prinzipien dabei gehandelt <choice><orig>u</orig><reg>und</reg></choice> geschrieben
<lb/>wie ich in <rs key="E0400763">meiner</rs>, die allerdings noch Manuskript ist <choice><abbr>u.</abbr><expan>und</expan></choice> die ich
<lb/>auch <hi rend="underline">nicht</hi> herausgeben werde, da sie nach Ihrer <hi rend="underline">keinen
<lb/>Vergleich</hi> mit Ihrer aushält.
<note type="commentary" resp="#E0300743">
Siehe die Anmerkung in <bibl><ref target="#E0800425"/></bibl>, S. 244: <persName key="E0300097">Reger</persName> blieb nicht bei diesem Verzicht; seine <rs key="E0400763">Bearbeitung</rs> desselben <rs key="E0400722">Bachwerks</rs> erschien <date when-iso="1896">1896</date> in zwei Fassungen für Klavier
zu zwei und vier Händen; mit der zweihändigen Fassung war er zuvor in Konzerten aufgetreten (am <date when-iso="1893-02-04">4.2.</date> und <date when-iso="1893-03-06">6.3.1893</date>).
</note>
Hoffentlich ko<choice><abbr>m̅</abbr><expan>mm</expan></choice>en Sie
<lb/>nächsten Winter nach <placeName key="E0500061">Wiesbaden</placeName>; es würde mich so sehr
<lb/>freuen, Sie persönlich ke<choice><abbr>n̅</abbr><expan>nn</expan></choice>en<orig> </orig>zulernen <choice><abbr>&</abbr><expan>und</expan></choice> Ihnen auch noch
<lb/>persönlich meinen Dank aussprechen zu kö<choice><abbr>n̅</abbr><expan>nn</expan></choice>en.
</p>
<p>
Gehen Sie mit meinen <rs type="works" key="E0400732 E0400754">Bearbeitungen</rs> nur nicht allzu<reg> </reg>streng
<lb/>ins Gericht; aber unendlich freuen würde es mich, we<choice><abbr>n̅</abbr><expan>nn</expan></choice> Sie
<lb/>eine oder die andere der beiden <rs type="works" key="E0400732 E0400754">Bearbeitungen</rs> nächste
<lb/>Saison gelegentlich spielen würden.
<!--Ich habe bisher keinen Hinweis auf ein Konzert Busonis mit besagten Bachbearbeitungen im Programm finden können.
Ungeachtet der MAP werde ich im Januar noch einmal die Programmkiste in der StaBi sichten, vielleicht findet sich dort noch etwas.-->
</p>
<pb n="3"/>
<p>
Entschuldigen Sie nur meine entsetzliche Schrift; allein, ich mu<choice><orig>ß </orig><reg>ss</reg></choice>
<lb/>leider Gottes im Augenblicke weg.
</p>
<p>
<hi rend="indent">Ihnen nochmals besten aufrichtigsten Dank </hi>
<lb/><hi rend="indent-2">sagend</hi>
<lb/><hi rend="indent-2">mit vorzüglichster Hochachtung <choice><abbr>&</abbr><expan>und</expan></choice> Verehrung</hi>
</p>
<closer>
<salute rend="indent-3">stets ergebenster</salute>
<signed rend="indent-4"><persName key="E0300097">Max Reger</persName></signed>
</closer>
<note type="stamp" rend="space-below" place="bottom-center" resp="#dsb_st_red">
<stamp rend="round border align(center) small">Deutsche
<lb/>Staatsbibliothek
<lb/>
<placeName key="E0500029">
<hi rend="spaced-out">Berlin</hi>
</placeName>
</stamp>
</note>
<note type="stamp" place="bottom-center" resp="#sbb_st_blue">
<stamp>Nachlaß Busoni</stamp>
</note>
<pb n="4"/>
</div>
</body>
</text>
</TEI>