Jella Oppenheimer to Ferruccio Busoni arrow_backarrow_forward

Wien · 1907 (?)

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Mus.ep. J. Oppenheimer 746 (Busoni-Nachl. B II)
+ 1 Beil.

Mus.Nachl. F. Busoni B II, 3461
[1][Wien, 1907?]

Lieber Freund

Soeben erhalte ich inl[.] transcription uncertain. alternative reading:
eil

Brief und bin sehr desperat
weil ich der Frau nicht mehr
absagen kann. Sie wohnt
1 Stunde von Baden, die
Depesche erreicht sie nicht
mehr. Ich kann Ihnen

Lieber Freund.

Soeben erhalte ich inl. Brief und bin sehr desperat, weil ich der Frau nicht mehr absagen kann. Sie wohnt eine Stunde von Baden, die Depesche erreicht sie nicht mehr. Ich kann Ihnen nicht zumuten, mit dieser Ihnen stockfremden und mehr als uninteressanten Frau, die ein kleines Kind mitbringt, zu speisen, und frage daher an, ob es Ihnen recht wäre, den Tee bei mir zu nehmen, nachdem Ihre Schüler weg sind, oder bei mir zu soupieren. Während ich schreibe, denke ich, dass Ersteres für Sie unbequem ist, weil Sie müde sein werden, es auch spät würde.

Aber – falls Sie Abend gar nichts vorhaben und es Sie nicht stört, dass meine Schwester Gemeint ist Oppenheimers älteste Schwester Franziska de Worms; Anna von Lieben war im Jahr 1900 gestorben. da ist, die nur wenige Tage in Wien bleibt, bin ich sehr glücklich, Sie Abend 8 Uhr erwarten zu dürfen. Ganz verzichte ich nicht auf Sie, liebster Freund, hoffe, es passt Ihnen Abend, würde in diesem Fall auch bei Ilse Conrat anfragen, ob sie kommen kann.

Wie haben Sie geschlafen?

In warmer Freundschaft

Ihre Jella Oppenheimer

                                                                
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nicht zumuten mit
dieser Ihnen stockfremden
und mehr als unintereßan-
ten Frau, die ein kleines
Kind mitbringt zu speisen
und frage daher an, ob
es Ihnen recht wäre den

                                                                
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[2] Thee bei mir zu nehmen
nachdem Ihre Schüler weg
sind oder bei mir zu
soupieren. Während ich
schreibe denke ich, dass
Ersteres für Sie unbequem
ist, weil Sie müde sein werden,
es auch spät würde.

                                                                
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Aber – falls Sie Abend gar nichts
vor haben und es Sie nicht
stört, dass meine Schwester Gemeint ist Oppenheimers älteste Schwester Franziska de Worms; Anna von Lieben war im Jahr 1900 gestorben.
da ist, die nur wenige Tage
in Wien bleibt, bin ich sehr
glücklich Sie Abend 8 Uhr
erwarten zu dürfen.
Ganz verzichte ich nicht

                                                                
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B II, 3461
[3] auf Sie, liebster Freund,
hoffe es passt Ihnen Abend,
würde in diesem Fall
auch bei Ilse Conrat anfragen
ob sie kommen kann.

Wie haben Sie geschlafen?

In warmer Freundschaft

Ihre Jella Oppenheim[er]

                                                                
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Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin
[Seite 2 des 2. Bogens]
                                                                
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Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin
[4]
[Seite 3 des 2. Bogens]
                                                                
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8Diplomatic transcription
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[Seite 4 des 2. Bogens, vacat]
                                                                
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9Diplomatic transcription
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Oppenheimer Lichte transcription uncertain.
Andreae
London transcription uncertain.
Hwbn transcription uncertain.
Herrn Busoni
Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin
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10Facsimile
10Diplomatic transcription
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Nachlaß Busoni B II
Mus.ep. J. Oppenheimer 30 + 1 Beil.

Mus.Nachl. F. Busoni B II, 3461-Beil.
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Provenance
Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 3461+3461a | olim: Mus.ep. J. Oppenheimer 30+Beilage |

proof Kalliope

Condition
Brief und Umschlag sind gut erhalten.
Extent
2 Bogen, 5 beschriebene Seiten
Hands/Stamps
  • Hand des Absenders Jella Oppenheimer, Brieftext in schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift
  • Hand Gerda Busonis, die mit Bleistift auf der letzten Seite den Absendernamen und weitere Eigennamen notiert hat
  • Hand des Archivars, der mit Bleistift die Signaturen eingetragen, eine Foliierung vorgenommen und vermutliche Entstehungsangaben notiert hat
  • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat
  • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
  • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)

Summary
Oppenheimer schlägt wegen einer Terminkollision vor, das gemeinsame Speisen auf den Abend zu verlegen und Ilse Conrat hinzuzubitten.
Incipit
Soeben erhalte ich inl. Brief

Editors in charge
Christian Schaper Ullrich Scheideler
prepared by
Revision
October 21, 2023: proposed (transcription and coding done, awaiting proofreading)
Direct context
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