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Mus.ep. R. Freund 22 (Busoni-Nachl. B II)
Mus. Nachl. F. Busoni B II, 1711

Lieber Freund! Herzlichen Dank
für Ihre Sendung. Libretto-Erstdruck in der Sammlung Der mächtige Zauberer. Die Brautwahl. Zwei Theaterdichtungen für Musik. Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst Diese enthält
des Anregenden, Theilweise
auch das Bedeutenden so viel,
dass es nicht möglich
ist in einem simplen
Brief sich einigermassen
eingehend darüber zu unterhal_
ten.

Zuerst dzu den Operdichtungen. Der mächtige Zauberer und Die Brautwahl
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wie geschaffen u. ich hörte
sie manches mal “klingen”.
Die Brautwahl gefiel mir
weniger (ich meine als
musikalischer Vorwurf). Äussert
gespan̅t bin ich auf den
Styl (leggiero e grazioso)
in dem Sie den Text wohl

Lieber Freund! Herzlichen Dank für Ihre Sendung. Libretto-Erstdruck in der Sammlung Der mächtige Zauberer. Die Brautwahl. Zwei Theaterdichtungen für Musik. Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst Diese enthält des Anregenden, Teilweise auch das Bedeutenden so viel, dass es nicht möglich ist in einem simplen Brief sich einigermaßen eingehend darüber zu unterhalten.

Zuerst zu den Operdichtungen. Der mächtige Zauberer und Die Brautwahl Numero 1 scheint für Musik wie geschaffen und ich hörte sie manches Mal „klingen“. Die Brautwahl gefiel mir weniger (ich meine als musikalischer Vorwurf). Äußert gespannt bin ich auf den Stil (leggiero e grazioso) in dem Sie den Text wohl „vertonen“ werden. Etwas störend ist mir aber die Zerlegung der beiden mittleren Akte in je 2 Hälften: für mich ein Zeugniss der Ungeschicklichkeit des Dramatikers. Es kommt dadurch etwas Kleinlich — Zerrissenes in den Gang der Handlung. Sie nehmen mir doch meine Aufsichtigkeit nicht übel! Ich versprach Ihnen vor Jahren immer offen zu reden und Sie sehen, ich halte Wort.   —

Die Aphorismen sind für mich der bedentendste Teil des Buches und viele derselben von großen sprachlicher Schönheit. Sind es die kurzen Sätze oder hielten Sie hie und da mit Ihrer Meinung etwas zurück, kurz ich hatte häufig den Eindruck des Dunklen, Unbestimmten. Wenn ich Sie nicht missverstanden habe, so halten Sie Bach und Beethoven nur als relativ – Große, denn das eigentlich Reich der Musik wird erst kommen. Mir sind diese Beiden (und auch einige Kleinere) allerdings absolute Größen und die schönsten Prophezeiungen über die herrliche kommende Kunst, können wir nicht die Ergriffenheit geben, die mir unsere „Großen“ bisher gaben

Auch verstehe ich nicht recht Ihren Eifer über „Form“. Ich habe den Eindruck als ob Sie „Form“ und „Schema“ verwechselsten. Brahms pflegte zu sagen: im Stück im „Sonatenform“ ist noch lange keine „Sonate“. „Form“ ist doch kein Gesetz das keine Ausnahme. duldet, ist sie doch nur das in die Erscheinung – (Wahrnehmung) Treten der Idee. Und gerade ein so formvollendeter Künstler wie Sie, kann doch auf straffe, konzise Architektur nicht mit Verachtung herabsehen. Von der praktischen Seite (der Erziehung der Jungen zum „Können“) schweige ich, denn da ist zuerst das „Schema“ wohl notwendig. Aber das hat doch nicht mit dem Schaffen des „Künstlers“ zu tun. „Ihr stellt die Regel und folgt ihr dann“ und kein Künstler hat wohl anders produziert. Haben Sie die Briefe von Friedrich Hebbel angesehen? (Briefe und Tagebücher) Für mich das Beste und Tiefste, was je über „Form“gesagt wurde.–

Das Interessanteste ist aber doch der Schluss mit seinem Ausblick auf neue Tonarten und Harmonien. Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst, S. 42. nicht mehr erleben der mit diesem Material schaffen wird, ja mir ist es ganz unmöglich in Drittel – Tönen zu dehnen Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst, S. 43. ja auch nur „innerlich“ zu singen. Aber was den Alten unmöglich, könnte doch einer künftigen Genesation natürlich werden. Doch zum Schluss; denn Klarheit könnten Sie mir doch nur in mündlicher Unterhaltung über verschiedene Punkte geben.

— Von Andreae erhalten Sie wohl schon nächstens definitive Nachricht Busoni schrieb an Andreae am 6. April 1907. "Ich bin über Ihre Absichten ebenso froh als dankbar und werde sowohl das Datum als das Programm fest notiren. Ich glaube auch, dass ich den 9. Febr werde eintreffen können"". Guter ist seit einiger Zeit leidend. Als ich ihn zum letzten Mal sah, hatte ich den Eindruck als ob die Koncertkomission nicht auf seinen Vorschlag eingehen wollte. Tant pis pour eux.–

Grüßen Sie bitte Ihre Frau recht herzlich und seien Sie stets gut

Ihrem alt ergeben

R. Freund

23/4 [1907]

Sehen Sie wirklich nach Wien? Mir eine sehr angenehme Perspective denn ich hätte dann Hoffnung Sie häufiger zu sehen.

[1907]
                                                                
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in den Gang der Handlung. Sie nehmen
mir doch meine Aufsichtigkeit nicht übel!
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offen zu reden u. Sie sehen, ich halte
Wort.   —

Die Aphorismen sind für mich der beden_
tendste Theil des Buches u. viele derselben
von grossen sprachlicher Schönheit. IstSind es
die kurzen Sätze oder hielten Sie warhie u. da

                                                                
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Dunklen, Unbestim̅ten.
Wen̅ ich Sie nicht missver_
standen habe, so halten
Sie Bach u. Beethoven nur
als relativ – Grosse, den̅
das eigentlich Reich der
Musik wird erst kom̅en.
Mir sind diese Beiden (u. auch
einige Kleinere) allerdings
absolute Grössen u. die schönsten
Prophezeiungen über die herrliche
kom̅ende Kunst, kön̅en wir
nicht die Ergriffenheit geben,
die mir unsere “Grossen” bisher
gaben

Auch verstehe ich nicht recht
Ihren Eifer über “Form”. Ich Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin []

                                                                
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[2] habe den Eindruck als ob Sie
“Form” u. “Schema” verwechsels_
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sagen: im Stück im “Sonaten_
form”
ist noch lange keine
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Gesetz das keine Ausnahme.
duldet, ist sie doch nur das
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Treten der Idee. Und
gerade ein so formvollendeter
Künstler wie Sie, kan̅ doch
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nicht mit Verachtung herab_
sehen. Von der praktischen
Seite (der Erziehung der Jungen
zum “Kön̅en”) schweige ich,
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Staatsbibliothek
Berlin []

                                                                
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[4]2, Schaffen des “Künstlers”
zu thun. “Ihr stellt die
Regel u. folgt ihr
dan̅”
u. kein Künstler
hat wohl anders producirt.
Haben Sie die Briefe von
Friedrich Hebbel angesehen?
(Briefe u. Tagebücher)
Für mich das Beste u.
Tiefste was je über
“Form”gesagt wurde.–

Das Interessanteste ist aber
doch der Schluss mit
seinem Ausblick auf neue
Tonarten u. Harmonien. Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst, S. 42.
nicht mehr erleben der
mit diesem Material schaffen
wird, ja mir ist es ganz Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin []

                                                                
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Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin []

unmöglich in Drittel – Tönen zu dehnen Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst, S. 43.
ja auch nur “in̅erlich” zu singen. Aber
was den Alten unmöglich, kön̅te doch
einer künftigen Genesation natürlich werden.
Doch zum Schluss; den̅ Klarheit kön̅ten
Sie mir doch nur in einer mündlichenr
Unterhaltung über verschiedene Punkte geben.

— Von Andreae erhalten Sie wohl
schon nächstens definitive Nachricht Busoni schrieb an Andreae am 6. April 1907. "Ich bin über Ihre Absichten ebenso froh als dankbar und werde sowohl das Datum als das Programm fest notiren. Ich glaube auch, dass ich den 9. Febr werde eintreffen können"". Guter
ist schon seit einiger Zeit leidend. Als
ich ihn zum letzten mal sah, hatte
ich den Eindruck als ob die Concertcomission
nicht auf seinen Vorschlag eingehen wollte.
Tant pis pour eux.–

                                                                
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Grüssen Sie bitte Ihre Frau
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Ihrem alt ergeben

R. Freund

23/4
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Sehen Sie wirklich nach
Wien? Mir eine sehr
angenehme Perspective
den̅ ich hätte dann Hoffnung
Sie häufiger zu sehen.

                                                                
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B II, 1711

ep. 22

[1907]
                                                                
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