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13.7. Febr. 1916 Busonis Datierung am Briefende ist als „4“ zu lesen (vgl. Hubers Antwort vom 5. Februar 1916). Bei Refardt 1939 (13) ebenfalls fälschlich auf 7. Februar datiert.

Lieber Meister,

wollen Sie Ihren Schülern
in meinem Namen die folgende
kleine Anrede halten, falls es
Ihnen so passend erscheint:

Meine lieben jungen Freunde,
die Jugend und der reife
Künstler stützen sich gegenseitig,
und spenden einander im
wechselnden Geben u. Empfangen ,
Erfahrung und stärkende
Frische. Von der Jugend verstanden
u. getragen zu werden, war und
bleibt meine reinste Freude,
u. dier mir nothwendigste Verkehr.

Darum danke ich Ihnen,
dass Sie mir die anfeuernde
Antheilnahme bewiesen und
äußerten. Ich vergelte es
dadurch, dass ich an Euerer Zukunft
arbeite.

Lieber Meister,

wollen Sie Ihren Schülern in meinem Namen die folgende kleine Anrede halten, falls es Ihnen so passend erscheint:

Meine lieben jungen Freunde, die Jugend und der reife Künstler stützen sich gegenseitig und spenden einander im wechselnden Geben und Empfangen Erfahrung und stärkende Frische. Von der Jugend verstanden und getragen zu werden, war und bleibt meine reinste Freude und der mir notwendigste Verkehr.

Darum danke ich Ihnen, dass Sie mir die anfeuernde Anteilnahme bewiesen und äußerten. Ich vergelte es dadurch, dass ich an euerer Zukunft arbeite.

Möchten Sie dies auch später in wohlwollender Erinnerung behalten, wie ich stets an Dich, Jugend, mit dem Herzen denke.

Ihnen danke ich, Meister Huber, dass Sie die Jugend zu mir führten. Busoni hatte, wie bereits 1910 im Rahmen eines Meisterkurses (Stuckenschmidt 1967, S. 159), einen vierteiligen Konzertzyklus am Basler Konservatorium gegeben und soeben abgeschlossen. Die Konzerte fanden am 12., 19. und 26. Januar sowie am 2. Februar statt und waren (in dieser Reihenfolge) ausschließlich Werken von Bach, Beethoven, Chopin und Liszt gewidmet (Refardt 1939, S. 47). Busoni muss sich den dort teilnehmenden Schülern des Konservatoriums eng verbunden gefühlt haben (vgl. Stuckenschmidt 1967, S. 159).

Ihr herzlich ergebener, an dem Quintett studierender Am 8. Februar 1916 fand eine Aufführung von Hubers Quintett op. 125 im Rahmen eines Kammermusikabends der Allgemeinen Musikgesellschaft Basel statt, bei welcher Busoni den Klavierpart übernehmen sollte (Refardt 1939, S. 12). Vgl. hierzu auch die Briefe vom 20. Januar sowie vom 14. Februar 1916.

F. Busoni

Zürich, den 4. Februar 1916.
                                                                
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(2)

Möchten Sie auch dies auch
später in wohlwollender Erinnerung
behalten, wie ich stets an Dich,
Jugend, mit dem Herzen denke.

Ihnen danke ich, Meister
Huber, dass Sie die Jugend
zu mir führten. Busoni hatte, wie bereits 1910 im Rahmen eines Meisterkurses (Stuckenschmidt 1967, S. 159), einen vierteiligen Konzertzyklus am Basler Konservatorium gegeben und soeben abgeschlossen. Die Konzerte fanden am 12., 19. und 26. Januar sowie am 2. Februar statt und waren (in dieser Reihenfolge) ausschließlich Werken von Bach, Beethoven, Chopin und Liszt gewidmet (Refardt 1939, S. 47). Busoni muss sich den dort teilnehmenden Schülern des Konservatoriums eng verbunden gefühlt haben (vgl. Stuckenschmidt 1967, S. 159).

Ihr herzlich ergebener
an dem Quintett studierender Am 8. Februar 1916 fand eine Aufführung von Hubers Quintett op. 125 im Rahmen eines Kammermusikabends der Allgemeinen Musikgesellschaft Basel statt, bei welcher Busoni den Klavierpart übernehmen sollte (Refardt 1939, S. 12). Vgl. hierzu auch die Briefe vom 20. Januar sowie vom 14. Februar 1916.

FBusoni

Zürich den 4 Februar 1916.
                                                                
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