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54.

Lieber, verehrter
Meister –
am liebsten
waere ich gestern nach
dem Konzerte Am Vortag war Hubers 7. Symphonie uraufgeführt worden. nach
Hause geeilt u. hätte
angefangen, was
Tüchtiges zu komponieren.
AlSso regte mich Ihr
Werk an. Wenn
ich mir eine Kritik
anmaassen dürfte,67 Transkription unsicher: unleserlich. mg Glas Ulricus am Morgen nüchtern
Transkription unsicher: unleserlich. 1'6[…] 2 Wörter: unleserlich. - - -
Offenbar eine Anweisung zur Medikamentendosierung.

Lieber, verehrter Meister –

am liebsten wäre ich gestern nach dem Konzerte Am Vortag war Hubers 7. Symphonie uraufgeführt worden. nach Hause geeilt und hätte angefangen, was Tüchtiges zu komponieren. Also regte mich Ihr Werk an. Wenn ich mir eine Kritik anmaßen dürfte Offenbar eine Anweisung zur Medikamentendosierung. (loben bedeutet ebenso kritisieren als tadeln), so sagte ich: Ihre Symphonie klingt von Anfang bis zu Ende, die Jugend feiert im ersten Satze ein Sommerfest, Der erste Satz hat den Untertitel „In den Bergen“. die Blüte der Eigenart sprießt aus dem Boden alter Kultur: Das Werk ist lebendig.

– Ihr liebes Verhältnis zu mir ehrt und beglückt mich. Dank.

Ihr ganz ergebener

F. Busoni

10. Juni 1917.
                                                                
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(loben bedeutet ebenso
kritisieren, als tadeln)
so sagte ich: Ihre
Symphonie
klingt von
Anfang bis zu Ende, die
Jugend feiert im ersten
Satze ein Sommer-
fest, Der erste Satz hat den Untertitel „In den Bergen“. die Blüthe der
Eigenart spriesst aus
dem Boden alter Kultur:
Das Werk ist lebendig.

– Ihre liebes Ver-
hältnis zu mir ehrt
u. beglückt mich. Dank.

Ihr ganz ergebener

F. Busoni

10 Juni 1917.
                                                                
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