Ferruccio Busoni an Hans Huber arrow_backarrow_forward

Zürich · 2. November 1916

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27.

Verehrtester Künstler u. Freund,

Suter schrieb mir
einen gewandten Brief, in freundlichem
Tone gehalten; auf den ich einen er-
wiederte, von dem ich gern hätte, dass Sie
esihn läsen. – Wenn ich mich erdreistete
über M· R· öffentlich zu debattieren,
so würde man mir den Italiener und
den “Virtuosen” in’s Gesicht zurückschlagen.
Überdies las ich bei Villiers de l’Isle
Adam
, dass wenn ein Mann von
einigem Gewicht Einen angreift, auf
den Angegriffenen Etwas von dem Glanze
fällt, der vom Angreifer ausgeht.
(Er drückt dieses besser aus.)
Jedoch, ich danke Ihnen für das Vertrauen.
Der KlavierAbend vom 21. (nicht 20.) „(nicht 20.)“ ist bei Refardt 1939 (21) ausgelassen. ist
von den dreien der weniger bedeutsame,
doch wird Ihre Gegenwart das ausgleichen.
Lieber hätte ich Sie am LisztAbend bei mir
begrüsst, doch hoffe ich noch immer, dass
derselbe in Basel sich auch ereigne.

Ihr herzlichst verehrungsvoller

F. Busoni

Zürich 2. November 1916.

Verehrtester Künstler und Freund,

Suter schrieb mir einen gewandten Brief, in freundlichem Tone gehalten; auf den ich einen erwiderte, von dem ich gern hätte, dass Sie ihn läsen. – Wenn ich mich erdreistete, über M. R. öffentlich zu debattieren, so würde man mir den Italiener und den „Virtuosen“ ins Gesicht zurückschlagen. Überdies las ich bei Villiers de l’Isle-Adam, dass wenn ein Mann von einigem Gewicht einen angreift, auf den Angegriffenen etwas von dem Glanze fällt, der vom Angreifer ausgeht. (Er drückt dieses besser aus.) Jedoch, ich danke Ihnen für das Vertrauen. Der Klavierabend vom 21. (nicht 20.) ist von den dreien der weniger bedeutsame, doch wird Ihre Gegenwart das ausgleichen. Lieber hätte ich Sie am Liszt-Abend bei mir begrüßt, doch hoffe ich noch immer, dass derselbe in Basel sich auch ereigne.

Ihr herzlichst verehrungsvoller

F. Busoni

Zürich, 2. November 1916.
                                                                
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Dokument

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Überlieferung
Schweiz | Basel | Universitätsbibliothek | NL 30 : 22:A-H:16
Zustand
Der Brief ist gut erhalten.
Umfang
1 Blatt, 1 beschriebene Seite
Hände/Stempel
  • Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
  • Hand des Archivars, der die Nummerierung innerhalb des Briefwechsels mit Bleistift eingetragen hat.
  • Unbekannte Hand, die eine römische Nummerierung mit Bleistift eingetragen hat.
Bildquelle
Universitätsbibliothek: 12

Zusammenfassung
Busoni nimmt nach Briefwechsel mit Hermann Suter Abstand von der Idee einer Veröffentlichung zu Max Reger; hofft auf Realisierbarkeit seines anstehenden Zürcher Liszt-Klavierabends auch in Basel.
Incipit
Suter schrieb mir einen gewandten Brief

Inhaltlich Verantwortliche
Christian Schaper Ullrich Scheideler
bearbeitet von
unter Mitarbeit von
Stand
22. November 2017: in Korrekturphase (Transkription abgeschlossen, Auszeichnungen codiert, zur Korrekturlesung freigegeben)
Stellung in diesem Briefwechsel
Vorausgehend Folgend
Benachbart in der Gesamtedition
Frühere Ausgaben
Refardt 1939, S. 21