Ferruccio Busoni an Robert Freund arrow_backarrow_forward

Wien · 24. Juni 1908

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[1]
Mus.ep. F. Busoni 43
(Busoni-Nachl. B II)
Mus.Nachl. F. Busoni B I, 540
Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin

Verehrter Freund.

Ja, ich bin sicher, dass
ich Ihnen schrieb u. re-
kom̅andirt. Der letzte
Brief von Ihnen
sagte,
dass Sie gern einmal
eingehender mit mir
über die Brahmsfrage
sprechen möchten. Dass
Sie dass aber von mir
Schriftliches darüber
nicht beanspruchten
u. Ihnen die Braut-
wahl
wichtiger waere.
Darauf setzte ich mich
sofort hin u. begründete
meine Bedenken gegen
Brahms, recht
ausführlich

Verehrter Freund.

Ja, ich bin sicher, dass ich Ihnen schrieb, und rekommandiert. Der letzte Brief von Ihnen sagte, dass Sie gern einmal eingehender mit mir über die Brahms-Frage sprechen möchten. Dass Sie aber von mir Schriftliches darüber nicht beanspruchten und Ihnen die Brautwahl wichtiger wäre. Darauf setzte ich mich sofort hin und begründete meine Bedenken gegen Brahms, recht ausführlich und gewissenhaft.

Ihre Frage heute ließ mich zweifeln, ob ich den Brief eingeschrieben hätte, aber meine Wirtschafterin, die ihn besorgte, erinnnerte sich genau. Sie hat viele Jahre in einer Familie Freund gedient, und der Name fiel ihr natürlich auf.

Die Hauptsache ist, dass Sie nichts gegen mich haben.

Danke für Ihre guten Worte.

Grüßen Sie Ihre verehrte Frau, auch Etel und Frau Irma. –

Mit Andreae hoffe ich selbst herzlich mich zu einen: mein Sekretär, der alle Daten im Sack hat, war mir inzwischen auf zwei Wochen verschollen.

Ich drücke Ihnen herzlichst die Hand.

Ihr sehr ergebener

F Busoni

Wien, 24. Juni 1908.
                                                                
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2Diplomatische Umschrift
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[2] und gewissenhaft.

Ihre Frage heute
liess mich zweifeln ob
ich den Brief einge-
schrieben hätte, aber
meine Wirthschafterin,
die ihn besorgte, erinn̅erte
sich genau. Sie hat
viele Jahre in einer
Familie Freund gedient
u. der Name fiel ihr
natürlich auf.

Die Hauptsache
ist, dass Sie Nichts
gegen mich haben.

Danke für Ihre
guten Worte.

                                                                
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Grüssen Sie Ihre verehrte
Frau
, auch Etel und Frau
Irma. –

Mit Andreae hoffe ich selbst
herzlich mich zu einen: mein
Sekräter, der alle Daten im Sack
hat, war mir inzwischen auf 2
Wochen verschollen.

Ich drücke Ihnen herzlichst
die Hand.

Ihr sehr ergb.

F Busoni
                                                                
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Wien,
24 Juni. 1908.
Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin
Nachlaß Busoni
                                                                
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[…] mindestens 4 Zeichen: wenig Tinte. 08
[…] mindestens 2 Zeichen: wenig Tinte. V
Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin
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Zürich 1
25.VI.08.–3
Brieftrgr.
Mus.Nachl. F. Busoni B I, 540-Beil.
24. Juni 1908
Nachlaß Busoni B I
m. 1 Marke
Mus.ep. F. Busoni 43
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Dokument

doneStatus: zur Freigabe vorgeschlagen XML Faksimile Download / Zitation

Überlieferung
Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B I, 540 | olim: Mus.ep. F. Busoni 43 (Busoni-Nachl. B I) |

Nachweis Kalliope

Zustand
Der Brief ist gut erhalten; Umschlagaufriss oben (ohne Textverlust).
Umfang
1 Bogen, 4 beschriebene Seiten
Kollation
Seitenfolge 1, 3, 2, 4 (2 im Querformat)
Hände/Stempel
  • Hand des Absenders Ferruccio Busoni, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift.
  • Hand des Archivars, der die Signaturen mit Bleistift eingetragen und eine Foliierung vorgenommen hat.
  • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat
  • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
  • Bibliotheksstempel (blaue Tinte)
  • Poststempel (schwarze Tinte)
  • Hand Gerda Busonis, die das Datum auf der Umschlagrückseite mit Bleistift notiert hat.
Bildquelle
Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz: 123456

Zusammenfassung
Busoni ist sich sicher, seinen verschollenen Brief mit „Bedenken gegen Brahms, recht ausführlich und gewissenhaft“, abgeschickt zu haben; hofft auf Einigung mit Volkmar Andreae.
Incipit
Ja, ich bin sicher, dass ich Ihnen schrieb, und rekommandiert.

Inhaltlich Verantwortliche
Christian Schaper Ullrich Scheideler
bearbeitet von
Stand
12. Dezember 2018: zur Freigabe vorgeschlagen (Auszeichnungen überprüft, korrekturgelesen)
Stellung in diesem Briefwechsel
Vorausgehend Folgend
Benachbart in der Gesamtedition