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* The * Library * of * Congress *

Mein verehrter
Schoenberg,

schade, nun haben
Sie meinen harm-
-losen Brief
übel-
-genommen.

Dass Maenner,
die doch ein wenig
zu einander passen,
sich so misverstehen!

Wenn Sie meinen
Brief ruhig durch-
lesen, so werden Sie
Ihre eigenen Ein

Mein verehrter Schönberg,

schade, nun haben Sie meinen harmlosen Brief übelgenommen.

Dass Männer, die doch ein wenig zueinander passen, sich so missverstehen!

Wenn Sie meinen Brief ruhig durchlesen, so werden Sie Ihre eigenen Ein wendungen schon in ihm enthalten finden. Warum gegen mich polemisieren, der nichts gegen u. vieles für Sie hat? Dedizieren Sie diese Seite Ihrer Begabung dem Dr L. Schmidt – obwohl ich es auch dort seinerzeit Busoni bezieht sich hier auf eine Auseinandersetzung Schönbergs mit Leopold Schmidt, im Anschluss an dessen Rezension der Schönberg-Matinée vom 4.2.1912. Vgl. Theurich 1979 (121). bedauert habe. –

Mit vielen herzlichen und verehrungsvollen Grüßen, stets Ihr

F Busoni

                                                                
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Sie hat? Dedizieren
Sie diese Seite Ihrer
Begabung dem Dr
L. Schmidt – ob-
wohl ich es auch
dort seinerzeit Busoni bezieht sich hier auf eine Auseinandersetzung Schönbergs mit Leopold Schmidt, im Anschluss an dessen Rezension der Schönberg-Matinée vom 4.2.1912. Vgl. Theurich 1979 (121). be-
dauert habe. –

Mit vielen herz-
lichen u. verehrungs-
vollen Grüssen, stets
Ihr

F Busoni
                                                                
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