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1.6. Juni 1907

Sehr verehrter Meister.

Die Aufgabe, die Sie mir stellen – an sich
ehren= u. vertrauensvoll – ist schwierig.
Ich kenne mehrere junge prächtige
Männer, denen ich eine so schoene
und dankbare Thätigkeit von Herzen
wünschte; aber es soll nicht nur diesen
gedient werden, sondern auch den
Baslern! – Ein “Verkannter” ist z. B.
der ausgezeichnete u. hochgebildete Pianist
Waldemar Lütschg, der – wenn er
sich persönlich in angenehme Beziehungen
zu stellen weiss – künstlerisch allen An-
forderungen entspräche. – Ein “brillianter”
Clavierspieler verwegener Art ist Herr
Michael von Zadora, ein Gentleman
nebenbei, aber nervös und ohne
feste Autorität. Mein Schüler Theodor
Szántó
, jetzt in Paris, (ein Dreissiger)
ist reif als Pianist u. Musiker und
hat ausgesprochenen pädagogischen Sinn.
Endlich ist noch Egon Petri zu nennen
(jetzt Professor in Manchester) mein
“echtester” Schüler. Die Wahl scheint schließlich auf Egon Petri gefallen zu sein; ein Meisterkurs in Basel mit Petri kam allerdings erst im September 1908 zustande (vgl. Merian 1917, S. 108).

Sehr verehrter Meister.

Die Aufgabe, die Sie mir stellen – an sich ehren- und vertrauensvoll – ist schwierig. Ich kenne mehrere junge prächtige Männer, denen ich eine so schöne und dankbare Tätigkeit von Herzen wünschte; aber es soll nicht nur diesen gedient werden, sondern auch den Baslern! – Ein „Verkannter“ ist z. B. der ausgezeichnete und hochgebildete Pianist Waldemar Lütschg, der – wenn er sich persönlich in angenehme Beziehungen zu stellen weiß – künstlerisch allen Anforderungen entspräche. – Ein „brillanter“ Klavierspieler verwegener Art ist Herr Michael von Zadora, ein Gentleman nebenbei, aber nervös und ohne feste Autorität. Mein Schüler Theodor Szántó, jetzt in Paris (ein Dreißiger), ist reif als Pianist und Musiker und hat ausgesprochenen pädagogischen Sinn. Endlich ist noch Egon Petri zu nennen (jetzt Professor in Manchester), mein „echtester“ Schüler. Die Wahl scheint schließlich auf Egon Petri gefallen zu sein; ein Meisterkurs in Basel mit Petri kam allerdings erst im September 1908 zustande (vgl. Merian 1917, S. 108).

Noch kämen zwei Italiener in Betracht; Bruno Mugellini (Professor am Bologna-Konservatorium) und ein vollgereifter Künstler, der sich eine abwechselnde Tätigkeit lebhaft wünschte. – Alberto Fano, gegenwärtig Direktor des Konservatoriums in Parma.

Endlich kann ich Ihnen noch meinen „teilweisen“ soliden Schüler Herrn Johan Wijsman aus Amsterdam (Valeriusstraat 48) nennen und Ihnen mitteilen, dass mir von verschiedenen urteilsfähigsten Seiten ein junger Casella aus Paris mit höchster Bewunderung genannt wurde.

Und was mit Rudolf Ganz?

In höchster Verehrung grüßt Sie allerfreundlichst Ihr sehr ergebener

Ferruccio Busoni

6. Juni 1907.
                                                                
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Noch kämen zwei Italiener in
Betracht; Bruno Mugellini
(Professor am Bologna-Conservatorium)
u. ein vollgereifter Künstler, der sich
eine abwechselnde Thätigkeit lebhaft
wünschte. – Alberto Fano, gegen-
wärtig Director des Conservatoriums
in Parma.

Endlich kann ich Ihnen noch
meinen „theilweisen“ soliden Schüler
Herrn Johann Wijsman aus
Amsterdam (Valeriusstraat 48)
nennen u. Ihnen mittheilen, dass
mir von verschiedenen urtheils-
-fähigsten Seiten ein junger Casella
aus Paris, mit höchster Bewunderung
genannt wurde.

Und was mit Rudolf Ganz?

In höchster Verehrung grüsst Sie
allerfreundlichst Ihr sehr ergebener

Ferruccio Busoni

6. Juni 1907.
                                                                
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