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Mus.Nachl. F. Busoni
B II, 4422
Mus.ep. H. Schenker 10
(Busoni-Nachl. B II)

Lieber Freund!

Br. & Härtel haben end[…] mindestens 3 Zeichen: überschrieben. gil-
tig die Phantasie genom̅en. „Ihre Fantasie Op. 2, die Sie uns freundlichst zugesandt haben, hat uns wiederholt beschäftigt. Das ist ein ernstes Werk, das nach unserm Dafürhalten congeniale Spieler wie Hörer verlangt. Wo diese nicht zu finden, dürfte es an Widerspruch wohl nicht fehlen. Wir schätzen Ihr Werk, für das Herr Busoni in so freundlicher Weise eintritt, und wollen trotz mancher äußeren Schwierigkeiten für die Drucklegung auf unsere Kosten sorgen, wenn wir annehmen dürfen, daß das Honorar vom Erfolge abhängig gemacht werde. Die zwei Briefe des Herrn Busoni folgen nach Kenntnisnahme mit Dank zurück“ (Brief von Breitkopf & Härtel an Schenker vom 3. Mai 1898, US-RIVu, OJ 9/20).
Wie ich Ihnen danke dafür!
Ich halte mich endlich für
gerettet, aus der ersten Noth
wenigstens. Jetzt heisst es,
ordentlich unter die Musicirenden
gehen, u. sich recht bekan̅t
machen. Wie gerne verdanke
ich Ihnen das Alles, Ihnen, den
ich so schätze!

Deutsche
Staatsbibliothek
Berlin
[1]

Lieber Freund!

Breitkopf & Härtel haben endgültig die Phantasie genommen. „Ihre Fantasie Op. 2, die Sie uns freundlichst zugesandt haben, hat uns wiederholt beschäftigt. Das ist ein ernstes Werk, das nach unserm Dafürhalten congeniale Spieler wie Hörer verlangt. Wo diese nicht zu finden, dürfte es an Widerspruch wohl nicht fehlen. Wir schätzen Ihr Werk, für das Herr Busoni in so freundlicher Weise eintritt, und wollen trotz mancher äußeren Schwierigkeiten für die Drucklegung auf unsere Kosten sorgen, wenn wir annehmen dürfen, daß das Honorar vom Erfolge abhängig gemacht werde. Die zwei Briefe des Herrn Busoni folgen nach Kenntnisnahme mit Dank zurück“ (Brief von Breitkopf & Härtel an Schenker vom 3. Mai 1898, US-RIVu, OJ 9/20). Wie ich Ihnen danke dafür! Ich halte mich endlich für gerettet, aus der ersten Not wenigstens. Jetzt heißt es, ordentlich unter die Musizierenden gehen, und sich recht bekannt machen. Wie gerne verdanke ich Ihnen das alles, Ihnen, den ich so schätze!

Eine Frage: Sie haben einmal meine Lust, Ihnen die Phantasie zu dedizieren, mit einer Wendung beantwortet, die mich nicht klar werden ließ darüber, ob ich Ihnen das Opus widmen darf. Vgl. Busonis Brief vom 2. Juni 1897: „Die Widmung betrachte ich als eine Ehre, die man nicht zurückweisen darf.“ Vielleicht sind Sie ein „Feind“ von Widmungen? Nun, dann wäre ich der Letzte, Ihre Freundschaft zu meinem Opus mit einem feindlichen Akt zu vergelten. Wenn dem aber nicht so ist, wollen Sie mir dann das Vergnügen gönnen, Ihren Namen über die Phantasie zu setzen?

Ich hoffe, zu Ihren historischen Konzerten in Berlin einzutreffen. Schenker konnte den historischen Konzerten Busonis nicht beiwohnen, da er zuvor bereits wieder aus Berlin abreisen musste (vgl. Schenkers Brief vom 24. Oktober 1898). Scarlatti scheint Konzerte mit Orchester nicht geschrieben zu haben. Schade!

Bis dahin aber wollen Sie sich in Betreff der Widmung gegenüber mir offen aussprechen.

Nochmals dankend und Sie samt Frau Gemahlin herzlichst grüßend

verbleibe

Ihr getreuer

H. Schenker

5.V.1898
                                                                
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2Diplomatische Umschrift
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Eine Frage:
Sie haben einmal meine […] 1 Zeichen: überschrieben. Lust,
Ihnen die Ph. zu dediciren,
mit einer Wendung beantwortet,
die mich nicht klar werden
liess darüber, ob ich Ihnen das
opus widmen darf. Vgl. Busonis Brief vom 2. Juni 1897: „Die Widmung betrachte ich als eine Ehre, die man nicht zurückweisen darf.“ Vielleicht
sind Sie ein „Feind“ von Widmungen?
Nun, dann wäre ich der Letzte,
Ihre Freundschaft zu meinem opus
mit einem feindlichen Akt
zu […] 1 Zeichen: überschrieben. vergelten. Wenn dem aber
nicht so ist, wollen Sie mir
dann das Vergnügen gön̅en,
Ihren Namen über die Ph.
zu setzen?

                                                                
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Ich hoffe, zu Ihren histori-
schen Konzerten
in Berlin ein-
zutreffen. Schenker konnte den historischen Konzerten Busonis nicht beiwohnen, da er zuvor bereits wieder aus Berlin abreisen musste (vgl. Schenkers Brief vom 24. Oktober 1898). Scarlatti scheint
Conz. mit Orchester nicht geschrie-
ben zu haben. Schade!

Bis dahin aber wollen Sie sich
in betreff der Widmung gegenüber
mir offen aussprechen.

Nochmals dankend u.
Sie samt Frau Gemalin herzlichst
grussend

verbleibe

Ihr getreuer

H Schenker

5.V.1898
[2]
                                                                
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[Rückseite von Textseite 3]
Nachlaß Busoni
                                                                
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Herrn
Ferruccio B. Busoni
Berlin.
W. Tauenzienstr. 1̇0
Wien 3/3
5.5.[9]8
2-3N
                                                                
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Schenker
Bestellt
vom
Postamte 50
6 5.98
1¾-2¾N
Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4422-Beil.
Mus.ep. H. Schenker 10
Nachlaß Busoni B II
m. 1 Marke
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