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* The * Library * of * Congress *

Lieber, verehrter
Herr Schönberg,
mein
scheinbares Schweigen ist ein-
fach dadurch erklärt, dass
mein letzter Brief an Sie ver-
-loren gegangen ist. Schade.
Er enthielt die Mittheilung,
dass Br. + H. sich für Ihre
Stücke interessirt, (das Schrei-
-ben der Firma war beigege-
ben) dass aber das Misver-
-ständnis eingetreten war,
dass Br. + H. glaubten, die
Stücke seien meine Trans-
scriptionen. Ich sagte Ihnen
dann noch, dass ich
jetzt froh waere, Ihnen
den Wortlaut meines
vorangegangenen Briefes
an Br. + H. treu mitge-

Lieber, verehrter Herr Schönberg,

mein scheinbares Schweigen ist einfach dadurch erklärt, dass mein letzter Brief an Sie verloren gegangen ist. Schade. Er enthielt die Mitteilung, dass Breitkopf & Härtel sich für Ihre Stücke interessiert (das Schreiben der Firma war beigegeben), dass aber das Missverständnis eingetreten war, dass Breitkopf & Härtel glaubten, die Stücke seien meine Transkriptionen. Ich sagte Ihnen dann noch, dass ich jetzt froh wäre, Ihnen den Wortlaut meines vorangegangenen Briefes an Breitkopf & Härtel treu mitgeteilt zu haben, und dass ich Ihre Order erwartete: ob ich die drei Originalstücke (mit oder ohne meine Bearbeitung) nun an Breitkopf & Härtel senden sollte.

Ist das klar? Da ich am 11. verreise, so bitte ich um umgehende Antwort. (Der weitere Verlauf Ihres Briefes gibt sie bereits.)

Wie freue ich mich, dass Ihr Monodram gelungen ist! Ich deutete mir wiederum Ihr Schweigen dadurch, dass Sie eifrigst an der Arbeit wären!

Unter den 871 (!) eingesandten Klavierstücken für das Signale-Preisausschreiben glaubte ich, Sie in einem Präludium und Fuge zu „erkennen“. (?) Jedenfalls kommt das Stück in die engere Wahl.

Nun lese ich in Ihrem Briefe von der Vereinbarung mit der Universal-Edition und freue mich auch darüber herzlichst.

Eine förmliche Zusage, Ihre Stücke zu spielen, kann ich aus verschiedenen, leider konventionellen Gründen nicht geben, aber ich werde stets auf Ihrer Seite sein, wo nur von Ihnen die Rede ist oder die Gelegenheit einer solchen Rede geschaffen werden kann. –

Mit freundlichsten Grüßen, Ihr

Ihnen künstlerisch und menschlich ergebener

F. Busoni

7. Oktober 1909.

NB. Ihre Stücke haben mich auf die Idee einer neuen „Klavier-Notenschrift“ gebracht, die – wie ich glaube – ein „Fund“ ist.

                                                                
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) nun an Br.
+ H.
senden sollte.

Ist das klar?
Da ich am 11. verreise
so bitte ich um umgehende
Antwort. (Der weitere Verlauf
Ihres Briefes gibt sie bereits.)

Wie freue ich mich,
dass Ihr Monodram
gelungen ist! Ich
deutete mir wiederum
Ihr Schweigen dadurch,
dass Sie eifrigst an der
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Unter den 871 (!) eingesandten
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Stück in die engere Wahl.

Nun lese ich in Ihrem Briefe
von der Vereinbarung mit
der U. E. und freue mich
auch darüber herzlichst.

Eine förmliche Zusage,
Ihre Stücke zu spielen kann
ich aus verschiedenen,
leider conventionellen
Gründen leider nicht
geben, aber ich werde
stets auf Ihrer Seite sein

                                                                
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die Rede ist, oder die
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kann. –

Mit freundlichsten
Grüssen, Ihr

Ihnen künstlerisch
u. menschlich ergebener

F. Busoni

7. Okt. 1909.

NB. Ihre Stücke haben
mich auf einedie Idee einer
neuen „Clavier-Notenschrift“
gebracht, die – wie ich glaube –
ein „Fund“ ist.

                                                                
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