Robert Freund an Ferruccio Busoni arrow_backarrow_forward

vmtl. 17. September 1899

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Lieber Freund! Vielen Dank
für Ihren Brief u. Ihre
freundl. Bereitwilligkeit bei
Bechstein »unseren« Flügel
zu probiren. –

Wegen des Program̅es muss
ich mich undeutlich ausge_
drückt haben. Ich stelle
es mir so vor:

  • 1) Concerto
  • Pause
  • 2) Soli
  • 3) Totentanz

Ich glaube dass das Publicum
(u. ich rechne mich mit dazu)
Sie lieber in der Mitte
Solo hört als 3 mal mit
Orchester. Und was Chopin
betrifft, so würde selbst

Lieber Freund!

Vielen Dank für Ihren Brief und Ihre freundl. Bereitwilligkeit bei Bechstein »unseren« Flügel zu probieren. –

Wegen des Programmes muss ich mich undeutlich ausgedrückt haben. Ich stelle es mir so vor:

  • 1) Konzerto
  • Pause
  • 2) Soli
  • 3) Totentanz

Ich glaube dass das Publicum (u. ich rechne mich mit dazu) Sie lieber in der Mitte Solo hört als 3 mal mit Orchester. Und was Chopin betrifft, so würde selbst [...?] Hans Lick wenn er noch lebte und einige neueste Musik gehört hätte, nicht mehr vom Lamm zwischen 2 Kannibalen geredet haben. Il en aurait entendu bien d’autres! Doch wählen Sie natürlich nach Belieben und Zeit hat es auch noch. Ich wollte nur wissen, ob es Ihnen nicht zu anstrengend ist, in der Mitte noch Solo zu spielen.

Andreae wählt das Konzert nicht um dem Komponisten eine Gefälligkeit zu erweisen. Er ist mit Ihrem ergebensten Diener der Ansicht, dass das Werk zu der kleinen Zahl derjenigen gehört die gegeben werden müssen. Über diesen Punkt dürfen Sie aber ganz beruhigt sein.

Meine Frau ist in Paris, ich erwarte sie aber in den nächsten Tagen.

Mit den herzlichsten Grüßen an Ihre l. Frau und Sie selbst bin ich

Ihr alter

R. Freund

13/11

Sobald ich etwas von Basel erfahre, melde ich es Ihnen. Vorläufig schicke ich die Partitur an Suter.

                                                                
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2Diplomatische Umschrift
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[...?] Hans Lick wen̅ er noch lebte u. einige
neueste Musik gehört hätte, nicht mehr vom
Lam̅ zwischen 2 Kannibalen geredet haben.
Il en aurait entendu bien d’autres! Doch
wählen Sie natürlich nach Belieben u. Zeit hat
es auch noch. Ich wollte nur wissen, ob es
Ihnen nicht zu anstrengend ist, in der Mitte
noch Solo zu spielen.

Andreae wählt das Concert nicht um dem Compo_
nisten eine Gefälligkeit zu erweisen. Er ist
mit Ihrem ergebensten Diener der Ansicht, dass
das Werk zu der kleinen Zahl derjenigen
gehört die gegeben werden müssen. Über
diesen Punkt dürfen Sie aber ganz beruhigt sein.

                                                                
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3Diplomatische Umschrift
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Meine Frau ist in Paris, ich erwarte sie
aber in den nächsten Tagen.

Mit den herzlichsten Grüssen an Ihre l. Frau
u. Sie selbst bin ich

Ihr alter

R. Freund

13/11

Sobald ich etwas von Basel erfahre, melde ich es
Ihnen. Vorläufig schicke ich die Partitur an Suter.

                                                                
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Dokument

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Überlieferung
Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 1707 | olim: Mus.ep. R. Freund 18 (Busoni-Nachl. B II) |

Nachweis Kalliope

Zustand
Der Brief ist gut erhalten.
Umfang
1 Bogen, 3 beschriebene Seiten
Kollation
Seitenfolge: 1, 4, 2 (2, 4 im Querformat)
Hände/Stempel
  • Hand des Absenders Robert Freund, Brieftext in schwarzer Tinte, in lateinischer Schreibschrift
  • Hand des Archivars, der mit Bleistift die Signaturen eingetragen, eine Foliierung vorgenommen und das Briefdatum ergänzt hat
  • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat
  • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
Bildquelle
Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz: 1234

Inhaltlich Verantwortliche
Christian Schaper Ullrich Scheideler
bearbeitet von
Stand
28. März 2021: in Bearbeitung (in der Erfassungs-/Codierungsphase)
Stellung in diesem Briefwechsel
Vorausgehend Folgend
Benachbart in der Gesamtedition